Amok­läu­fe­rin von Lör­rach schoss mit ih­rer Sport­waf­fe

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - VORDERSEITE -

LÖR­RACH (RP) Der Amok­lauf von Lör­rach hat ei­ne Dis­kus­si­on um das deut­sche Waf­fen­recht aus­ge­löst. Ei­ne 41 Jah­re al­te, mit ei­ner Pis­to­le und ei­nem Mes­ser be­waff­ne­te Rechts­an­wäl­tin hat­te am Sonn­tag­abend ih­ren Ehe­mann und ih­ren fünf­jäh­ri­gen Sohn in de­ren Woh­nung so­wie ei­nen Pfle­ger in ei­nem ge­gen­über­lie­gen­den Kran­ken­haus ge­tö­tet, ehe sie selbst in ei­nem Schuss­wech­sel mit zwei Strei­fen­be­am­ten starb.

Die Frau war nach An­ga­ben der Staats­an­walt­schaft als Mit­glied ei­nes Sport­schüt­zen­ver­eins le­gal im Be­sitz ei­ner Klein­ka­li­ber­pis­to­le, wie sie für sport­li­che Wett­kämp­fe be­nutzt wird. Die Waf­fe sei auch auf ih­rer Waf­fen­be­sitz­kar­te ein­ge­tra­gen ge­we­sen.

Die bun­des­wei­te Initia­ti­ve „Kei­ne Mord­waf­fen als Sport­waf­fen!“ sieht sich an­ge­sichts des Amok­laufs in ih­rer For­de­rung nach ei­nem to­ta­len Ver­bot töd­li­cher Sport­waf­fen be­stä­tigt. Laut Initia- ti­ven­spre­cher Ro­man Gra­fe ist „auch die­se Mord­se­rie durch das la­sche deut­sche Waf­fen­ge­setz er­mög­licht wor­den“. Gra­fe hat­te En­de Ju­li 2010 zu­sam­men mit El­tern von Op­fern des Amok­laufs von Win­nen­den (15 To­te) beim Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Karlsruhe Ver­fas­sungs­be­schwer­de ge­gen das deut­sche Waf­fen­ge­setz ein­ge­reicht.

Mög­li­ches Mo­tiv für die Blut­tat könn­te ein Streit der 41-Jäh­ri­gen mit ih­rem ge­trennt von ihr le­ben­den Ehe­mann sein. Die Frau hat­te in der Kli­nik, in der sie den Pfle­ger um­brach­te, 2004 ei­ne Fehl­ge­burt er­lit­ten.

Ba­den-Würt­tem­bergs Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­fan Map­pus (CDU) sag­te: „Mein Mit­ge­fühl gilt den Op­fern und de­ren Fa­mi­li­en.“ Der For­de­rung nach ei­nem Ver­bot von Sport­waf­fen woll­te er sich je­doch nicht an­schlie­ßen. Erst müs­se man mehr In­for­ma­tio­nen ha­ben.

„La­sches Waf­fen­recht er­mög­lich­te Mord­se­rie“

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