Neu­es Buch von Star-Blog­ger

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - GESELLSCHAFT -

DÜSSELDORF (se­da) Sa­scha Lo­bo hat ei­ne Fri­sur, die noch be­kann­ter ist als er selbst. Und weil der be­rühm­tes­te Blog­ger Deutsch­lands das ganz ge­nau weiß, ziert sein knall­ro­ter Iro­ke­sen­schnitt das Co­ver sei­nes ers­ten Ro­mans „Stroh­feu­er“, der jetzt bei Ro­wohlt er­schie­nen ist.

In sei­nem Buch schil­dert der 35-jäh­ri­ge Ber­li­ner die Kar­rie­re ei­nes jun­gen Man­nes in der New Eco­no­my zu Be­ginn des drit­ten Jahr­tau­sends. Ste­fan heißt die­ser Mensch, für den das Le­ben ein auf­re­gen­des Spiel ist. Ei­ne Frau hat für ihn blond zu sein, die Bril­le muss ein Star­de­si­gner ent­wor­fen ha­ben und auf U-Bahn-Fah­ren ver­zich­tet er lie­ber. Weil die­ser Le­bens­stil nicht ganz bil­lig ist, um­armt er die Ver­hei­ßun­gen der New Eco­no­my und grün­det mit Freun­den ei­ne Wer­be­agen­tur. Ste­fan ge­nießt den Er­folg, er­reicht Fall­hö­he – und plötz­lich steht al­les auf dem Spiel.

Wie das Co­ver mit dem Iro­ke­sen­schnitt auch an­deu­tet, hat Sa­scha Lo­bo wohl beim Schrei­ben des Ro­mans auf ei­ge­ne Er­fah­run­gen zu­rück­ge­grif­fen. Schließ­lich hat er selbst vor knapp zehn Jah­ren ei­ne auf New Eco­no­my aus­ge­rich­te­te Wer­be­agen­tur ins Le­ben ge­ru­fen. Die­se mel­de­te 2001 In­sol­venz an. Von da an pro­bier­te er so ziem­lich al­les an hip­pen Be­ru­fen aus, die sich in Berlin an­bie­ten. 2006 schrieb er mit Holm Frie­be das Buch „Wir nen­nen es Ar­beit – die di­gi­ta­le Bohé­me“. In dem be­schrei­ben die Au­to­ren das pre­kä­re Be­rufs­le­ben jen­seits der Fest­an­stel­lung. Das war für Sa­scha Lo­bo der Be­ginn ei­ner öf­fent­li­chen Kar­rie­re als Ex­per­te für al­les, was mit In­ter­net und neu­en Tech­no­lo­gi­en zu tun hat­te. 2008 leg­te er nach mit dem Buch „Din­ge ge­re­gelt krie­gen – oh­ne ei­nen Fun­ken Selbst­dis­zi­plin“, das er mit Kath­rin Pas­sig schrieb. Deutsch­land­weit be­kannt wur­de er 2009, als er bei ei­ner Wer­be­kam­pa­gne von Vo­da­fo­ne im TV zu se­hen war. Das brach­te ihm bei an­de­ren Blog­gern Kri­tik ein. Zu­letzt mach­te er auf sich auf­merk­sam, als er den Wi­der­stand ge­gen Goog­le Street View kri­ti­sier­te.

Sein ers­ter Ro­man ist ein wei­te­res Puz­zle­stück sei­ner Ei­gen­mar­ke­ting­stra­te­gie. „Ich ver­su­che, in­ter­es­sant zu blei­ben. Das kann man zum Bei­spiel er­rei­chen, in­dem man be­stän­dig Neu­es pro­du­ziert“, sag­te er kürz­lich in ei­nem In­ter­view.

FO­TO: DPA

Sa­scha Lo­bos Mar­ken­zei­chen ist der ro­te Iro­ke­sen-Haar­schnitt.

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