An­le­ger sor­gen sich um Ir­lands Zah­lungs­fä­hig­keit

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

DUBLIN (RP) Die Schul­den­kri­se kehrt zu­rück. Die Fi­nanz­märk­te sor­gen sich um Ir­lands Staats­fi­nan­zen. Ges­tern stie­gen die Zin­sen, die der hoch ver­schul­de­te Staat sei­nen Gläu­bi­gern für sei­ne zehn­jäh­ri­ge An­lei­hen bie­ten muss, auf 6,38 Pro­zent, nach­dem sie schon am Frei­tag mit 6,35 Pro­zent ei­nen Re­kord er­reicht hat­ten. Da­mit muss Ir­land für sei­ne Kre­di­te nun so viel zah­len wie nie zu­vor seit Ein­füh­rung des Eu­ro. Nach An­ga­ben von Markt­be­ob­ach­tern flüch­ten In­ves­to­ren aus iri­schen Staats­an­lei­hen, weil sie fi­nan­zi­el­le und po­li­ti­sche In­sta­bi­li­tät des Lan­des fürch­ten.

Die iri­sche Zen­tral­bank hat­te ges­tern neu­es Öl ins Feu­er ge­gos­sen. Sie warn­te, dass das Land sei­ne Spar­zie­le ver­feh­len wer­de. Die Re­gie­rung wer­de ih­re Haus­halts­plä­ne für die kom­men­den Jah­re wohl bald an die holp­ri­ge Ent­wick­lung der Kon­junk­tur an­pas­sen müs­sen, sag­te der iri­sche Zen­tral­bank­chef Patrick Ho­no­han. Zwar kön­ne das Land sei­ne Spar­zie­le für 2014 an­nä- hernd er­rei­chen, wenn sich die Wirt­schaft wie ur­sprüng­lich er­war­tet er­ho­le. Zu­letzt hät­ten sich aber so­wohl die Kon­junk­tur als auch die Fi­nan­zie­rungs­kos­ten des Staa­tes we­ni­ger güns­tig ent­wi­ckelt.

Mit Span­nung wird an den Fi­nanz­märk­ten die für heu­te ge­plan­te neue Kre­dit­auf­nah­me er­war­tet. Der iri­sche Staat will An­lei­hen im Ge­samt­vo­lu­men von 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro plat­zie­ren.

Be­reits am Frei­tag hat­te es Ge­rüch­te ge­ge­ben, der In­ter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds (IWF) wer­de ein­grei­fen, um den iri­schen Staa­te vor Zah­lungs­un­fä­hig­keit be­wah­ren. Al­ler­dings hat­ten IWF und die iri­sche Re­gie­rung die­se Ge­rüch­te zu­rück­ge­wie­sen. Das iri­sche Haus­halts­de­fi­zit wird un­ter an­de­rem we­gen der Be­las­tun­gen durch die Ban­ken­hil­fen in die­sem Jahr wohl auf 25 Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung stei­gen. Da­mit ent­fernt es sich noch wei­ter von der EU-Ober­gren­ze von drei Pro­zent des BIP, die die Re­gie­rung 2014 wie­der ein­hal­ten will.

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