Schäu­b­le ver­tei­digt die Mil­lio­nen-Bo­ni bei HRE

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

BERLIN (rtr) Die um­strit­te­ne Mil­lio­nen­prä­mie für Mit­ar­bei­ter der ver­staat­li­chen Kri­sen­bank Hy­po Re­al Esta­te (HRE) bringt Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le in Be­dräng­nis. Auch aus den ei­ge­nen Rei­hen ha­gel­te es ges­tern Kri­tik, sein Mi­nis­te­ri­um ha­be den Bun­des­tag nicht in­for­miert. Schäu­bles Spre­cher ver­tei­dig­te die Ein­mal­zah­lun­gen von ins­ge­samt 25 Mil­lio­nen Eu­ro als not­wen­dig, um Mit­ar­bei­ter in der Bank zu hal­ten. Selbst das Bun­des­kanz­ler­amt ging vor­sich­tig auf Dis­tanz.

Die HRE stand in der Fi­nanz­kri­se vor dem Aus und muss­te mit staat­li­chen Hil­fen und Ga­ran­ti­en von fast 150 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­ret­tet wer­den. Im Jahr 2009 - für das die Zah­lun­gen ge­leis­tet wur­den – ver­buch­te sie 2,2 Mil­li­ar­den Eu­ro Ver­lust vor Steu­ern. Der fi­nanz­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU/CSU-Frak­ti­on, Leo Daut­zen­berg, in In­dus­trie­be­trie­ben gin­gen Mit­ar­bei­ter in Kri­sen­zei­ten auf Kurz­ar­beit und üb­ten Ge- halts­ver­zicht, bei der HRE da­ge­gen ge­be es mehr Geld: „Das ist nie­man­dem zu ver­mit­teln.“

Die HRE hat­te er­klärt, die im Som­mer an 1400 Be­schäf­tig­te ge­leis­te­ten Ein­mal­zah­lun­gen sei­en als Be­loh­nung für ih­re Bei­trä­ge zur Sa­nie­rung der Im­mo­bi­li­en­bank ge­dacht ge­we­sen. Der Vi­ze-Spre­cher der Bun­des­re­gie­rung, Chris­toph Steegmans, sag­te, zwar sei­en bei den Aus­gleichs­zah­lun­gen „die Re­geln of­fen­bar ein­ge­hal­ten wor­den“. Er füg­te hin­zu: „Wenn Men­schen sa­gen, mir fällt es schwer, das zu ver­ste­hen, dann kann die Bun­des­re­gie­rung das nach­voll­zie­hen.“

In der Op­po­si­ti­on herrsch­te Kopf­schüt­teln. Es sei völ­lig au­ßer­halb sei­ner Vor­stel­lungs­welt, dass in der von den Steu­er­zah­lern ge­ret­te­ten Bank Bo­ni ge­zahlt wür­den, sag­te der haus­halts­po­li­ti­sche Spre­cher der SPD-Frak­ti­on, Cars­ten Schnei­der. „Das ist die po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tung von Herrn Schäu­b­le, das durch­ge­hen zu las­sen.“

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