EU drängt Te­le­kom zum Bau ei­nes Glas­fa­ser­net­zes

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON AN­JA INGENRIETH

BRÜSSEL Spä­tes­tens in drei Jah­ren müs­sen al­le Eu­ro­pä­er ei­nen schnel­len In­ter­net-Zu­gang ha­ben – auf dem Land wie in der Stadt. Bis 2020 soll die Voll­ver­sor­gung mit Breit­band­net­zen ei­ner Ge­schwin­dig­keit von min­des­tens 30 Me­ga­bit pro Se­kun­de euweit er­reicht sein. Die Hälf­te der Haus­hal­te soll dann be­reits über Zu­gän­ge mit ei­ner Über­tra­gungs­ra­te von 100 Me­ga­bit pro Se­kun­de ver­fü­gen. Das se­hen Plä­ne vor, die Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­Kom­mis­sa­rin Nee­lie Kroes ges­tern in Brüssel vor­ge­stellt hat. In Deutsch­land sind bei Breit­band­zu­gän­gen der­zeit Ge­schwin­dig­kei­ten von bis zu 16 Me­ga­bit üb­lich.

Den In­ves­ti­ti­ons­be­darf schätzt Kroes auf bis zu 270 Mil­li­ar­den Eu­ro in den nächs­ten zehn Jah­ren – für Deutsch­land bis zu 50 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Da­mit die Te­le­kom mit­macht, gibt es ei­nen Kom­pro­miss: Te­le­kom und Co. müs­sen das Glas­fa­ser­netz öff­nen, dür­fen aber ei­ne Prä­mie für das In­ves­ti­ti­ons­ri­si­ko ab­schöp­fen. So sol­len sich die neu­en Net­ze loh­nen, die­se aber auch Kon­kur­ren­ten of­fen ste­hen. Denn nur dann kön­nen al­ter­na­ti­ve An­bie­ter den End­kun­den preis­wer­te In­ter­net­zu­gän­ge lie­fern und so den Wett­be­werb in Gang brin­gen. „Es wird zwar kei­ne Re­gu­lie­rungs­fe­ri­en ge­ben für die do­mi­nan­ten Fir­men, aber die Preis­re­gu­lie­rung für den Zu­gang zu Glas­fa­ser­net­zen wird das In­ves­ti­ti­ons­ri­si­ko wi­der­spie­geln und den in­ves­tie­ren­den Un­ter­neh­men Ge­win­ne er­mög­li­chen.“

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