Fortu­na – zum Ver­zwei­feln

Die Neu­en schla­gen noch nicht ein, die Al­ten fin­den ih­re Form nicht: Der Fuß­ball-Zweit­li­gist steckt in ei­nem ge­fähr­li­chen Ab­wärts­trend. Vor dem Kel­ler­du­ell in In­gol­stadt (mor­gen, 17.30 Uhr) Fra­gen und Ant­wor­ten zur La­ge.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER SPORT - VON BERND JOLITZ

Dank des schlech­tes­ten Sai­son­starts seit 19 Jah­ren sind Fortu­nas Zweit­li­ga-Fuß­bal­ler auf ei­nem Ab­stiegs­platz ge­lan­det. Vor dem ex­trem wich­ti­gen Spiel mor­gen beim eben­falls noch punkt­lo­sen FC In­gol­stadt (17.30 Uhr) hier die wich­tigs­ten Fra­gen und Ant­wor­ten zur La­ge der Düs­sel­dor­fer.

Wel­ches sind die größ­ten Bau­stel­len? Das dicks­te Pro­blem ist, dass sich die Seu­che durch al­le Mann­schafts­tei­le zieht. An­fangs kon­zen­trier­te sich die Kri­tik auf den Sturm, der erst ei­nen Sai­son­tref­fer auf dem Kon­to hat (Wel­ling­ton ge­gen Her­tha; zu­dem un­ter­lief dem Münch­ner Flo­rin Lo­vin ein Ei­gen­tor). In­zwi­schen sind die ekla­tan­ten Aus­set­zer in der De­fen­si­ve min­des­tens eben­so au­gen­fäl­lig.

Wel­che Rol­le spielt die Trans­fer­po­li­tik? Bis­lang ei­ne sehr gro­ße, denn kei­ne der Neu­ver­pflich­tun­gen ist – Stand heu­te – ein Voll­tref­fer. Wäh­rend das beim Bra­si­lia­ner Wel­ling­ton, dem die Spiel­pra­xis fehlt, noch ver­ständ­lich ist, sind die schlim­men Feh­ler sei­nes Lands­manns Tia­go ein ein­zi­ges Rät­sel. Ge­gen München ging je­des Mal ein Rau­nen durchs Pu­bli­kum, wenn der Ball nur in sei­ne Nä­he kam.

Liegt es nur an den Neu­en? Ein­deu­tig nein. Auch wenn Tia­go, Wel­ling­ton, Assani Lu­ki­mya, Sa­scha Dum, Thia­go Ro­cken­bach da Sil­va, Maximilian Beis­ter, Tho­mas Br­ö­ker und Sán­dor Tor­ghel­le noch nicht über­zeug­ten oder gar ver­sag­ten – es wä­ren ja ge­nü­gend „Al­te“ da, die Kas­ta­ni­en aus dem Feu­er zu ho­len. Kaum je­mand aus dem Ka­der, der in der Vor­sai­son so gran­di­os auf­trumpf­te, kommt der­zeit je­doch auch nur in die Nä­he die­ser Form. Mar­co Christ und Ranisav Jo­va­no­vic sind gu­te Bei­spie­le für wich­ti­ge Stamm­spie­ler, de­ren Leis­tun­gen die Fans zur Ver­zweif­lung brin­gen.

Ist der Weg­gang von An­der­son und Mar­tin Har­nik der Grund für den Ab­sturz? Die­se Er­klä­rung wä­re zu ein­fach. Na­tür­lich ist der Ver­lust solch wich­ti­ger Stamm­spie­ler schwer bis gar nicht zu kom­pen­sie­ren. In bei­den Fäl­len zeich­ne­te sich je­doch früh­zei­tig ab, dass es na­he­zu un­mög­lich sein wür­de, die Spie­ler zu hal­ten. Da­her ist es nicht nach­zu­voll­zie­hen, dass zwei jun­ge Leu­te aus den ei­ge­nen Rei­hen, die sich als Ver­tre­ter mehr­fach be­währt hat­ten, oh­ne Not ab­ge­ge­ben wur­den: Ham­za Ca­kir und Sebastian Hei­din­ger.

Wie fest sitzt Trai­ner Nor­bert Mei­er im Sat­tel? Mei­er hat gro­ße Ver­diens­te um den Klub, zu­dem ist der Vor­stands­vor­sit­zen­de Pe­ter Fry­muth be­kannt da­für, kei­ne Schnell­schüs­se ab­zu­ge­ben. Man möch­te dem Trai­ner al­ler­dings wün­schen, so un­ver­ständ­li­che Ent­schei­dun­gen wie die No­mi­nie­rung des völ­lig über­for­der­ten Tia­go oder die Ver- ban­nung des sehr ein­satz­freu­di­gen Patrick Zoun­di auf die Tri­bü­ne nicht all­zu häu­fig zu wie­der­ho­len.

Was macht Hoff­nung auf Bes­se­rung? Am ehes­ten die Ta­bel­le. Trotz vier Nie­der­la­gen in vier Spie­len ist Fortu­na noch nicht ab­ge­schla­gen, von Platz zwölf trennt sie nur ein Sieg. Sport­lich je­doch gab es seit dem or­dent­li­chen Spiel in Cott­bus ei­nen ste­ti­gen Ab­wärts­trend. Mor­gen in In­gol­stadt muss er ge­stoppt wer­den – sonst wird es für die Düs­sel­dor­fer be­droh­lich eng.

FO­TO: HORSTMÜLLER

Stür­merWel­ling­ton ver­steht die Welt nicht mehr: Es könn­te be­droh­lich eng wer­den für Fortu­na.

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