SPD-Kri­tik an Stadt­spit­ze we­gen Ni­ros­ta-Aus

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

(jtü) Die SPD-Frak­ti­on übt im Zu­sam­men­hang mit der Schlie­ßung des Thys­senK­rupp Ni­ros­ta-Werks in Ben­rath schar­fe Kri­tik an der In­dus­trie­po­li­tik der Stadt. Ob­wohl Düsseldorf nach wie vor ein be­deu­ten­der In­dus­trie­stand­ort mit Tau­sen­den von Ar­beits­plät­zen ist, fin­de das in der of­fi­zi­el­len Stadt­po­li­tik und -wer­bung nicht statt, sagt der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Mar­kus Raub. Die Ver­ant­wort­li­chen im Rat­haus hät­ten es ver­säumt, In­dus­trie­un­ter­neh­men wie Ni­ros­ta das kla­re Si­gnal zu ge­ben, „dass sie hier er­wünscht sind und dass sie Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten ha­ben“.

Die So­zi­al­de­mo­kra­ten se­hen Par­al­le­len zwi­schen der Werks­schlie­ßung in Ben­rath und dem ge­plan­ten Bau von Lu­xus­woh­nun­gen im Ha­fen. Da­durch wür­den nicht nur die im Ha­fen an­säs­si­gen Be­trie­be ge­fähr­det, son­dern auch die Un­ter­neh­men, die für ih­re Wa­ren auf den Ha­fen als Um­schlag­platz an­ge­wie­sen sind, so Raub. Dies wer­de von der schwarz-gel­ben Mehr­heit in Kauf ge­nom­men, sag­te Raub.

Am Frei­tag war be­kannt ge­wor­den, dass durch die Schlie­ßung des Ben­ra­ther Edel­stahl­werks 565 Jobs in Düsseldorf weg­fal­len. 189 Ar­bei- ter sol­len mit nach Kre­feld ge­hen, 65 sol­len in Al­ters­teil­zeit oder in Ren­te ge­hen. Die rest­li­chen 295 wer­den in ei­nem Pa­pier als „of­fe­ne Maß­nah­men“ be­ti­telt, oh­ne nä­he­re An­ga­ben über ih­re Zu­kunft.

SPD-Frak­ti­ons­chef Raub wirft der Stadt vor, sie ha­be nicht nach­drück­lich ihr In­ter­es­se am Er­halt des Ni­ros­ta-Werks und der Ar­beits­plät­ze deut­lich ge­macht. Bei der Mai-Kund­ge­bung ha­be so­gar der DGB-Vor­sit­zen­de den Wirt­schafts­de­zer­nen­ten Wil­fried Kru­se öf­fent­lich we­gen des­sen Un­tä­tig­keit kri­ti­siert. Kru­se ha­be nur bei der Un­ter­neh­mens­spit­ze nach­ge­fragt und sich mit de­ren Aus­künf­ten zu­frie­den­ge­ge­ben. Die­sen Ein­druck ha­be die SPD je­den­falls aus des­sen Ant­wor­ten in der Rats­sit­zung im Ju­ni auf ei­ne An­fra­ge ge­won­nen.

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