Tun­nel­boh­rer er­reicht ers­tes Ziel

Die 1300 Ton­nen schwe­re Ma­schi­ne ist ges­tern Vor­mit­tag im Schacht an der Ka­ser­nen­stra­ße an­ge­kom­men. In den nächs­ten Wo­chen wird der Boh­rer aus­ein­an­der ge­baut, ge­war­tet und für sei­nen zwei­ten Start An­fang 2011 wie­der zu­sam­men­ge­setzt.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON CHRIS­TI­AN HERRENDORF

„Düsseldorf kann stolz sein, sol­che Tun­nel­bau­er

zu ha­ben“

Dass die Tun­nel­bohr­ma­schi­ne ges­tern die letz­ten Zen­ti­me­ter des SüdAb­schnitts der Wehr­hahn-Li­nie voll­endet hat, war für die Gäs­te am Ran­de der Bau­gru­be nur in­di­rekt zu er­ken­nen. Das Was­ser im Schacht warf zu­nächst Bla­sen auf, spru­del­te dann im­mer hef­ti­ger, als wür­de gleich ein Un­ge­tüm aus den Flu­ten em­por­stei­gen, und schon ver­kün­de­te Pro­jekt­lei­ter Ben­no Fer­riè­re „Die Tu­bo­ri­ne ist an­ge­kom­men.“

Das 1300 Ton­nen schwe­re Un­ge­tüm bleibt vo­r­erst un­ter der Was­ser­ober­flä­che am ers­ten Etap­pen­ziel. Die Ar­bei­ter wer­den den Boh­rer nun ab­dich­ten, an­schlie­ßend pum­pen sie nach und nach das Was­ser aus der Gru­be an der Ka­ser­nen­stra­ße. Das Was­ser war er­for­der­lich, um den Druck der Ma­schi­ne aus dem Tun­nel aus­zu­glei­chen. In zwei bis drei Ta­gen ist der Blick frei auf die Röh­re, die bis zum S-Bahn­hof nach Bilk reicht.

Die Ma­schi­ne hat die 1298 Me­ter lan­ge Stre­cke ei­nen Mo­nat schnel­ler zu­rück­ge­legt, als die In­ge­nieu­re er­war­tet hat­ten. Ih­re Plä­ne sa­hen ei­nen zeit­li­chen Puf­fer vor, für den Fall, dass die Ma­schi­ne un­ter­wegs auf grö­ße­re Hin­der­nis­se stößt, die sie al­lei­ne nicht be­sei­ti­gen kann. Die­se blei­ben eben­so aus wie grö­ße­re tech­ni­sche Pro­ble­me oder Un­fäl­le. As­trid El­bers, Tun­nel­pa­tin und Frau des Ober­bür­ger­meis­ters, lob­te bei der Ziel­ein­fahrt zu­dem die Ar­beit der Tech­ni­ker: „Düsseldorf kann stolz sein, sol­che Tun­nel­bau­er zu ha­ben.“

Be­su­che am Ziel­schacht loh­nen in den nächs­ten Ta­gen we­gen des Blicks auf den Tun­nel und den spek­ta­ku­lä­ren Ar­bei­ten an der Ma­schi­ne. Wäh­rend der hin­te­re Teil der Ma­schi­ne schlank ge­nug ist, um durch die Röh­re bis nach Bilk zu­rück­ge­zo­gen zu wer­den, kann der Kopf des Boh­rers nicht mehr zu­rück. Die Tech­ni­ker zer­le­gen ihn des­halb in meh­re­re gro­ße Tei­le, die über ein Hub­ge­rüst an die Erd­ober­flä­che kom­men. Schwer­trans­por- ter fah­ren die Tei­le an­schlie­ßend zum Cor­ne­li­us­platz am En­de der Kö­nigs­al­lee. Dort star­tet die Ma­schi­ne vor­aus­sicht­lich im April Rich­tung Os­ten zur zwei­ten Fahrt.

Am Cor­ne­li­us­platz ver­fü­gen die Tun­nel­bau­er al­ler­dings über deut­lich we­ni­ger Platz als am Bil­ker Bahn­hof. Der Start­schacht ist dort so kurz, dass zu­nächst nur die ers­ten Tei­le der Ma­schi­ne mon­tiert wer­den, dann der Vor­trieb be­ginnt und die Nach­läu­fer des Boh­rers erst nach und nach an­ge­baut wer­den. Die Mon­ta­ge am Cor­ne­li­us­platz be­ginnt im Ja­nu­ar. Die zwei­te Fahrt des Tun­nel­boh­rers wird kür­zer aus­fal­len. 959 Me­ter lie­gen zwi­schen Cor­ne­li­us­platz und der Ram­pe am Wehr­hahn, über die die U-Bahn wie­der an die Ober­flä­che ge­langt. Die In­ge­nieu­re rech­nen da­mit, in ei­nem gu­ten Jahr den ge­sam­ten Tun­nel fer­tig­ge­stellt zu ha­ben.

Par­al­lel zu den Ar­bei­ten auf dem Ost-Ast der Stre­cke be­ginnt der Aus­hub der Bahn­hö­fe. Die zu­nächst an der Ober­flä­che sicht­ba­ren Ar­bei­ten ver­schwin­den un­ter De­ckeln. Die Ar­bei­ter sto­ßen von oben in die Röh­re vor. Al­le Ar­bei­ten sol­len 2014 en­den.

RP-FO­TO: ESSER

Als die Tu­bo­ri­ne den Schacht er­reich­te, warf das Was­ser Bla­sen.

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