Steu­er­zah­ler zahlt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

Neu­er Cam­pus/Hei­ne-Uni­ver­si­tät Wohl­wol­lend hat der Aus­schuss für Pla­nung und Stadt­ent­wick­lung die Neu­bau-und Um­ge­stal­tungs­plä­ne des Bau-und Lie­gen­schafts­be­triebs, han­delnd für die Hein­richHei­ne-Uni­ver­si­tät, zur Kennt­nis ge­nom­men, nach­dem der Lei­ter des Pla­nungs­amts die­se Zu­kunfts­plä­ne vor­ge­stellt hat­te. Was Herr Er­ben da­bei un­ter ei­nem un­glaub­li­chen Po­ten­zi­al ver­steht, geht nicht her­vor.

Meint er die für die Bau­wirt­schaft in­ter­es­san­te Bau­mas­se? Um ein funk­ti­ons­tüch­ti­ges, ar­chi­tek­to­ni­sches Po­ten­zi­al kann es sich nicht han­deln, denn in al­len Wett­be­werbs­ar­bei­ten ist Er­staun­li­ches vor­ge­se­hen: Das Ar­bo­re­tum mit sel­te­nen Bäu­men wird ver­nich­tet, die Grün­flä­chen wer­den par­ti­ku­la­ri­siert, das Ver­sor­gungs­sys­tem pa­ra­ly­siert und statt der vor­han­de­nen und be­währ­ten Bau­struk­tur wer­den – völ­lig ana­chro­nis­tisch – Ein­zel­ge­bäu­de er­rich­tet.

Da es kei­ne gra­vie­ren­den Bau­män­gel gibt, han­delt es sich um ei­ne ge­ra­de­zu ver­nunft­wid­ri­ge Maß­nah­me und es wird das Ge­heim­nis des Pla­nungs­amts­lei­ters blei­ben, wie mit der Zer­stü­cke­lung der klar or­ga­ni­sier­ten Bau­mas­se die Ori­en­tie­rung ver­bes­sert wer­den soll. Tat­säch­lich ist die­se Ab­sicht, die auch heu­te noch zweck­mä­ßi­ge Struk­tur der In­sti­tuts­bau­ten auf­zu­lö­sen, die wirk­li­che Ka­ta­stro­phe. Auch ist nicht nach­voll­zieh­bar, war­um bei ei­nem drin­gen­den Bau­be­darf die da­mals vor­be­rei­te­ten, al­so vor­han­de­nen Er­wei­te­rungs­mög­lich­kei­ten nicht ge­nutzt wer­den. Die Ma­na­ger des BLB den­ken an­schei­nend we­ni­ger in ar­chi­tek­to­ni­schen Qua­li­tä­ten als in Miet­hö­hen. Er­staun­lich ist das pas­si­ve Ver­hal­ten der Uni­ver­si­tät, die er­schwer­ten Ar­beits­be­din­gun­gen und er­höh­ten Be­triebs­kos­ten (und Mie­ten) bei ei­nem un­end­lich lan­gen und stö­ren­den Um­bau zu­künf­tig hin­neh­men muss. Da der BLB nur dem Schein nach ein pri­va­tes Un­ter­neh­men ist, müs­sen sol­che gra­vie­ren­den Fehl­pla­nun­gen letzt­end­lich doch vom Steu­er­zah­ler be­zahlt wer­den. Kurt Hes­se Ger­res­heim er­for­der­li­cher Wei­se Rech­nung zu tra­gen. In der Blü­te sei­ner in­dus­tri­el­len Ent­wick­lung En­de der 1920er Jah­re war Ben­rath mit sei­nen In­dus­trie­an­sied­lun­gen gut ge­nug, um als (Ge­wer­be-) Steu­er­zah­ler von der Stadt ein­ge­mein­det zu wer­den. Nach dem Struk­tur­wan­del in den 1970-er Jah­ren wur­den im­mer mehr Groß­be­trie­be ge­schlos­sen, so et­was wie ein Mas­ter­plan liegt bis heu­te nicht vor. Viel­mehr hat sich die po­li­ti­sche Füh­rung seit Jo­sef Kür­ten dar­auf be­schränkt, Stadt­ent­wick­lung auf die Stadt­mit­te und den Nor­den zu be­schrän­ken. Im Sü­den set­zen Po­li­tik und Ver­wal­tung hin­ge­gen auf die Ent­wick­lung von Ge­wer­be­flä­chen: Am Trip­pels­berg, Reis­hol­zer Werft­stra­ße, das Ge­län­de von Sto­ra En­so, die In­dus­trie­bra­chen in der Pauls­müh­le und so wei­ter. Der bis­he­ri­ge Er­folg ist „über­schau­bar“. Wei­ter­hin ein „klei­nes Ka­ro“ bringt den Stand­ort nicht nach vor­ne. Es müs­sen Groß­be­trie­be für den Sü­den ge­won­nen wer­den, dann folgt die An­sied­lung von klei­nen und mitt­le­ren (Zu­lie­fe­rungs-) Be­trie­ben au­to­ma­tisch. In der Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft nennt man so et­was „An­ker­mie­ter“. Letzt­lich lie­gen idea­le Ver­kehrs­an­bin­dun­gen für den Stand­ort vor. Michael Mich­al­ski Ur­den­bach

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