Die mit den Bag­gern tan­zen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

D as tie­fe Loch auf der Tucht­in­sel hat of­fen­bar ma­gne­ti­sche Wir­kung. Im­mer wie­der füh­len sich Pas­san­ten von der Ar­beit tief un­ter ih­ren Fü­ßen an­ge­zo­gen. Sie blei­ben ste­hen und schau­en ge­bannt, wie Bag­ger Er­de um­ver­tei­len, Schäch­te boh­ren oder wie Ar­bei­ter die Ar­mie­rung für Be­ton­bö­den und -de­cken mit ma­schi­nel­ler Hil­fe zu­recht­bie­gen.

Fas­zi­niert sind na­tür­lich Kin­der, in ers­ter Li­nie Jungs. Aber auch al­te Jungs sind of­fen­sicht­lich neu­gie­rig. Äl­te­re Her­ren rund ums Pen­si­ons­al­ter neh­men sich gern Zeit zum Schau­en. Da­für gibt es of­fen­bar ei­ne op­ti­mal be­que­me Hal­tung: lin­kes Stand­bein durch­ge­drückt, rech­tes Bein an­ge­win­kelt und den Fuß auf der Be­gren­zung ab­ge­stellt, auf dem an­win­kel­ten Bein den Arm ge­stützt. In Stoß­zei­ten ste­hen die äl­te­ren Her­ren in Reih’ und Glied völ­lig ähn­lich. Und dann kommt, wenn der Bag­ger lang in Ak­ti­on ist, plötz­lich fast zur sel­ben Zeit Be­we­gung in die Zu­schau­er, fast gleich­zei­tig wer­den Stand-und auf­ge­stütz­tes Bein ge­wech­selt – wie von ei­ner un­sicht­ba­ren Re­gie ge­lenkt. Von fer­ne sieht es aus, als ob sie ei­nen Tanz im Rhyth­mus des Bag­gers ein­stu­diert hät­ten und ei­ner Büh­nen­cho­reo­gra­phie ge­hor­chen. Kein Wun­der, so ei­ne Bau­stel­le ist schon ein Thea­ter. bro

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