Platz­ecks In­nen­mi­nis­ter tritt nach Af­fä­ren zu­rück

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK - VON GREGOR MAYNTZ

BERLIN Rai­ner Speer (51), ei­ner der engs­ten Ver­trau­ten von Mi­nis­ter­prä­si­dent Matthias Platz­eck, ist ges­tern als bran­den­bur­gi­scher In­nen­mi­nis­ter zu­rück­ge­tre­ten. Als Nach­fol­ger re­ak­ti­vier­te Platz­eck den jet­zi­gen Chef der SPD-Land­tags­frak­ti­on, Diet­mar Woi­ke, für die Re­gie­rung, der er be­reits von 2004 bis 2009 als Um­welt­mi­nis­ter an­ge­hör­te.

Die Op­po­si­ti­on hat­te nach ei­ner gan­zen Rei­he von Af­fä­ren den Rück­tritt Speers ge­for­dert. Speer ge­hör­te nach der Wen­de zu den Ost-So­zi­al­de­mo­kra­ten der ers­ten St­un­de und war seit 1994 mit Re­gie­rungs­auf­ga­ben be­traut. In die Schlag­zei­len kam er, als merk­wür­di­ge Grund­stücks­ge­schäf­te be­kannt wur­den. Ein Un­ter­su­chungs­aus­schuss des Land­ta­ges soll der Fra­ge nach­ge­hen, ob Speer als Fi­nanz­mi­nis­ter 2007 ei­nem Be­kann­ten ein Lan­des­grund­stück zu Vor­zugs­kon­di­tio­nen zu­ge­schanzt hat. Speer de­men­tiert das.

Ein im Ok­to­ber ver­gan­ge­nen Jah­res aus sei­nem Di­enst­wa­gen in Pots­dam ver­schwun­de­ner Lap­top gab zu­dem Ge­re­de und Ge­rüch­ten im­mer wie­der neue Nah­rung. An­geb­lich wa­ren dar­auf Be­le­ge für ei­ne Be­tei­li­gung Speers an ei­nem Be­trug zu fin­den ge­we­sen. Nach Me­dien­be­rich­ten geht es da­bei dar­um, dass ei­ne frü­he­re Freun­din Speers für ein un­ehe­li­ches Kind Un­ter­halts­leis­tun­gen vom Staat statt von dem ver­hei­ra­te­ten Fa­mi­li­en­va­ter Speer be­zo­gen ha­ben könn­te. Für Em­pö­rung sorg­te Speers Schritt, Ver­öf­fent­li­chun­gen über die­se Vor­gän­ge mit ju­ris­ti­schen Mit­teln ver­hin­dern zu las­sen.

Mög­li­cher­wei­se wur­de Speers Schritt auch durch die gest­ri­ge Nach­richt aus­ge­löst, wo­nach dem Lan­des­kri­mi­nal­amt in­zwi­schen ei­ne DVD mit mög­li­chen Da­ten Speers vor­liegt. Speer be­grün­de­te sei­nen Rück­tritt da­mit, Scha­den von Land, Ko­ali­ti­on und SPD ab­wen­den und die Pri­vat­sphä­re „Drit­ter“ schüt­zen zu wol­len.

Zu­letzt ver­hin­der­te Speer Be­rich­te über den Be­trugs­ver­dacht

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