Br­uni wirbt bei Mer­kel für Afri­ka

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK - VON MICHAEL BRÖCKER

WASHINGTON Die Ehe­frau des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Nicolas Sar­ko­zy, Car­la Br­uni-Sar­ko­zy, will im Bun­des­tag für die Auf­sto­ckung des Glo­ba­len Fonds zur Be­kämp­fung von Aids und an­de­ren Krank­hei­ten wer­ben. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) hat­te der Bot­schaf­te­rin des Fonds of­fen­bar bei ei­nem Tref­fen am Ran­de des UN-Ar­muts­gip­fels in New York Un­ter­stüt­zung zu­ge­sagt. Ein Streit mit FDP-Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Dirk Nie­bel ist da­mit pro­gram­miert: Der hat die Hil­fen ge­ra­de um zwei Drit­tel ge­kürzt.

Br­uni-Sar­ko­zy will in den kom­men­den Wo­chen nach Berlin rei­sen, um bei Haus­halts­po­li­ti­kern des Bun­des­ta­ges um wei­te­re 200 Mil­lio­nen Eu­ro für den glo­ba­len Fonds zur Be­kämp­fung von Aids, Tu­ber­ku­lo­se und Mala­ria zu bit­ten. Ei­ne ent­spre­chen­de An­fra­ge hat­te Br­uni nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Zei­tung aus Re­gie­rungs­krei­sen beim Tref­fen von Frank­reichs Prä­si­dent Nicolas Sar­ko­zy mit Kanz­le­rin Mer­kel am Ran­de des UN-Ar­muts­gip­fels am ver­gan­ge­nen Mon­tag in New York vor­ge­tra­gen. Das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um hat die An­fra­ge be­reits an Haus­halts­po­li­ti­ker der Ko­ali­ti­on wei­ter­ge­lei­tet. Ei­nem Tref­fen ste­he nichts ent­ge­gen, ein Ter­min sei aber noch nicht ge­fun­den wor­den, hieß es in den Ko­ali­ti- ons­frak­tio­nen. Es wä­re das ers­te Mal, dass ei­ne First La­dy im wich­tigs­ten Aus­schuss des Bun­des­ta­ges auf­tritt. Im März 2008 hat­te U2-Grün­der und Afri­ka-Ak­ti­vist Bo­no bei Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten in Berlin für ei­ne Auf­sto­ckung der Ent­wick­lungs­hil­fe ge­wor­ben.

Das Pro­blem: Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Dirk Nie­bel (FDP) hat im Rah­men des Spar­pro­gramms ge­ra­de die deut­schen Mit­tel für den Fonds von 600 Mil­lio­nen Eu­ro auf 200 Mil­lio­nen Eu­ro für die kom­men­den drei Jah­re ge­kürzt. Deutsch­land ist dritt­größ­ter Ge­ber.

Car­la Br­uni-Sar­ko­zy ist Son­der­bot­schaf­te­rin des 2002 ein­ge­rich­te­ten Fonds zur Be­kämp­fung von Aids, Mala­ria und Tu­ber­ku­lo­se. Das einst un­ter dem Dach der Welt­ge­sund­heits­be­hör­de ge­grün­de­te Pro­gramm ist in­zwi­schen un­ab­hän­gig und wird durch pri­va­te Spen­den und öf­fent­li­che Mit­tel ge­speist.

Seit Grün­dung wur­den mehr als 15 Mil­li­ar­den Eu­ro für mehr als 572 Pro­gram­me zur Prä­ven­ti­on und Be­hand­lung von Krank­hei­ten ge­sam­melt.

FO­TO: AFP

Car­la Br­uni-Sar­ko­zy

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