Pen­sio­nen der EU-Be­am­ten kos­ten 100 Mil­li­ar­den Eu­ro

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK - VON AN­JA INGENRIETH

BRÜSSEL Die üp­pi­ge Ver­sor­gung der Brüs­se­ler Be­am­ten wird zur Kos­ten­la­wi­ne für die Steu­er­zah­ler in der EU. Sie müs­sen in den kom­men­den 50 Jah­ren ins­ge­samt rund 100 Mil­li­ar­den Eu­ro al­lein für die Pen­sio­nen der EU-Be­am­ten auf­brin­gen. Das ent­hüllt ei­ne in­ter­ne Stu­die des EU-Sta­tis­tik­am­tes Eu­ro­s­tat, die un­se­rer Zei­tung vor­liegt. Die Ren­ten wer­den aus dem EU-Bud­get fi­nan­ziert, von dem Deutsch­land rund ein Fünf­tel zahlt. Schon jetzt kos­ten sie 1,2 Mil­li­ar­den Eu­ro pro Jahr. Die­se Sum­me wird sich bis 2045 mehr als ver­dop­peln – auf knapp 2,5 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Der Grund: Die Zahl der Be­am­ten im Ru­he­stand wächst in die­ser Zeit von 17500 auf 38500. Und sie sind deut­lich bes­ser ver­sorgt als na­tio­na­le Kol­le­gen. Fast je­der vier­te der gut 23000 Kom­mis­si­ons-Be­am­ten ver­dient mit Zu­la­gen mehr als 10000 Eu­ro pro Mo­nat. 37 Top-Ver­die­ner be­kom­men ein Grund­ge­halt zwi­schen 16000 und 18000 Eu­ro – mit Zu­la­gen und Kin­der­geld strei­chen sie mehr als 20000 Eu­ro ein. Da­mit nicht ge­nug: Spit­zen­be­am­te er­hal­ten pro ge­ar­bei­te­tem Jahr zwei Pro­zent des Grund­ge­halts als Pen­si­on. Ein EU-Ge­ne­ral­di­rek­tor kann auf ei­ne Ren­te von bis zu 12600 Eu­ro kom­men. Das Mit­tel der EU-Ru­he­stands­gel­der liegt bei mehr als 5000 Eu­ro. Zum Ver­gleich: Die Durch­schnitts-Pen­sio­nen deut­scher Staats­die­ner be­tru­gen nach An­ga­ben der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rer 2009 rund 2500 Eu­ro. „Ot­to Nor­mal­rent­ner“ be­kam im Schnitt 980 Eu­ro.

Nicht nur die sat­ten Pen­sio­nen sor­gen für Är­ger. Wie jetzt be­kannt wur­de, zahlt die EU aus Steu­er­gel­dern auch üp­pi­ge Über­gangs­gel­der für aus­ge­schie­de­ne Kom­mis­sa­re.

EU-Ge­ne­ral­di­rek­tor

kann 12 600 Eu­ro Mo­nats­ren­te er­hal­ten

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