CSU re­bel­liert ge­gen die Ge­sund­heits­re­form

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON EVA QUADBECK

BERLIN Nur ei­nen Tag nach­dem Ge­sund­heits­mi­nis­ter Phil­ipp Rös­ler (FDP) sei­nen Ge­setz­ent­wurf zur Fi­nanz­re­form des Ge­sund­heits­sys­tems durchs Ka­bi­nett ge­bracht hat, hat die CSU er­neut Tei­le der Ge­sund­heits­re­form in Fra­ge ge­stellt. „Ich bin noch sehr skep­tisch, ob die­ses Mo­dell, das jetzt so vor­liegt, den Pra­xis­test wirk­lich be­ste­hen wird“, sag­te Bay­erns Ge­sund­heits­mi­nis­ter Mar­kus Sö­der (CSU).

Die Re­form sieht vor, dass der all­ge­mei­ne Bei­trags­satz der Kran­ken­kas­sen von der­zeit 14,9 ab 2011 auf 15,5 Pro­zent stei­gen soll. Die Zu­satz­bei­trä­ge, die Kran­ken­kas­sen in­di­vi­du­ell von ih­ren Mit­glie­dern for­dern dür­fen, kön­nen künf­tig bis zu zwei Pro­zent des Brut­to-Ein­kom­mens be­tra­gen, höchs­tens aber 75 Eu­ro im Mo­nat. Bis­lang lag der Höchst­satz für ei­nen Zu­satz­bei­trag bei ein Pro­zent des Ein­kom­mens.

Der CSU geht es vor al­lem um zwei Kri­tik­punk­te: Sie will die Ho­no­ra­re für die baye­ri­schen Ärz­te, ins­be­son­de­re für die Haus­ärz­te, si­chern. Zu­dem ha­ben die Bay­ern grund­sätz­li­che Kri­tik an der Um­wand­lung der Zu­satz­bei­trä­ge der ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen in ei­ne Mi­ni-Prä­mie. Bei der Um­set­zung se­hen sie bü­ro­kra­ti­sche Hür­den und fi­nan­zi­el­le Ri­si­ken für das Kas­sen­sys­tem ins­ge­samt.

Nun steht wie­der Streit ins Haus bei Schwarz-Gelb. „Wir se­hen noch er­heb­li­chen Nach­bes­se­rungs­be­darf bei der Ge­sund­heits­re­form“, sag­te der stell­ver­tre­ten­de Chef der Uni­ons­frak­ti­on im Bun­des­tag, Jo­han­nes Sing­ham­mer (CSU), un­se­rer Zei­tung. „Wir müs­sen die Li­qui­di­tät des Ge­sund­heits­fonds bes­ser si­chern. Dies ist nicht ge­ge­ben, wenn die Zu­satz­bei­trä­ge für Hart­zIV-Emp­fän­ger kom­plett aus dem Ge­sund­heits­fonds fi­nan­ziert wer­den.“ Sing­ham­mer mahn­te zu­dem, bei den Haus­arzt­ver­trä­gen müs­se nach­ge­bes­sert wer­den.

Der CDU-Ge­sund­heits­ex­per­te Jens Spahn re­agier­te ab­wie­gelnd auf die CSU-Kri­tik. Er sag­te, er ver­ste­he die Aus­sa­gen der „Freun­de von der CSU“ als Be­reit­schaft, kon­struk­tiv an der op­ti­ma­len Aus­ge­stal­tung mit­zu­ar­bei­ten.

FO­TO: DPA

Bay­erns Ge­sund­heits­mi­nis­ter Sö­der kri­ti­siert die Re­form.

Mar­kus

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.