Ener­gie­kon­zept: För­de­rung für Neu­bau­ten?

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

BERLIN (gw/may-) Die Bun­des­re­gie­rung ist end­gül­tig von ih­rem Plan ab­ge­rückt, die Haus­ei­gen­tü­mer in Deutsch­land zu ei­ner en­er­ge­ti­schen Sa­nie­rung ih­rer Im­mo­bi­lie zu zwin­gen. Au­ßer­dem will sie zwar den For­de­run­gen der Ei­gen­tü­mer nach ei­ner ech­ten Ab­riss­prä­mie nicht nach­ge­ben, aber es ist noch ei­ne För­de­rung so ge­nann­ter Er­satz-Neu­bau­ten mit ei­nem bes­se­ren Ener­gie­stan­dard im Ge­spräch, wie ges­tern aus Re­gie­rungs­krei­sen ver­lau­te­te.

Im über­ar­bei­te­ten Ent­wurf für das Ener­gie­kon­zept, das am kom- men­den Di­ens­tag im Ka­bi­nett ver­ab­schie­det wer­den soll, heißt es un­ter an­de­rem: „Wir wol­len An­rei­ze set­zen, aber kei­ne Zwangs­sa­nie­run­gen an­ord­nen.“ Ge­gen die Pflicht zur en­er­ge­ti­schen Sa­nie­rung hat­te es zu­vor mas­si­ve Pro­tes­te der Haus­be­sit­zer-Ver­bän­de ge­ge­ben. In der ver­gan­ge­nen Wo­che hat­te Vol­ker Kau­der, Chef der CDU/ CSU-Bun­des­tags­frak­ti­on, im Ge­spräch mit un­se­rer Zei­tung be­reits ein Um­den­ken in der Uni­on an­ge­deu­tet.

Zen­tra­les Ziel der Bun­des­re­gie­rung bleibt es, den Wär­me­be­darf des Ge­bäu­de­be­stan­des lang­fris­tig mit dem Ziel zu sen­ken, bis 2050 na­he­zu ei­nen kli­ma­neu­tra­len Be­stand zu ha­ben. Bis zum Jahr 2020 soll der Wär­me­be­darf um 20 Pro­zent ver­rin­gert wer­den. Der Ein­satz von Pri­mär­ener­gi­en wie Gas oder Öl in Ge­bäu­den soll bis 2050 um 80 Pro­zent ge­senkt wer­den. Da­durch wür­de der An­teil der er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en am Wär­me­be­darf um­ge­kehrt deut­lich er­höht.

Ers­te Be­den­ken ge­gen die Zwangs­sa­nie­rung hat­te es schon An­fang Sep­tem­ber ge­ge­ben. „Al­ler­dings zei­gen bis­he­ri­ge Er­fah­run­gen auch, dass der An­wen­dung des Ord­nungs­rechts ins­be­son­de­re im Be­stand mit Hin­blick auf die wirt­schaft­li­chen Be­las­tun­gen der Ei­gen­tü­mer Gren­zen ge­setzt sind“, hat­te es da ge­hei­ßen.

Ein Spre­cher des Ei­gen­tü­mer­Ver­ban­des Haus & Grund sag­te un­se­rer Zei­tung, der Ver­band be­grü­ße den Ver­zicht auf die Staats­sa­nie­rung und den Ver­zicht auf den ur­sprüng­lich er­wo­ge­nen Steu­er-Ma­lus. Mit dem soll­ten nach ers­ten Pla­nun­gen je­ne be­las­tet wer­den, die bei der Sa­nie­rung nicht vor­an­kom­men.

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