Heid­feld mel­det sich in der For­mel 1 zu­rück

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT - VON ECK­HARD CZE­KAL­LA

SIN­GA­PUR/DÜSSELDORF Nick Heid­feld ist ein höf­li­cher Mensch. Und so be­grüß­te er vor sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz in die­sem Jahr als ak­tu­el­ler For­mel-1-Fah­rer sei­ne neu­en, al­ten Kol­le­gen wie WM-Spit­zen­rei­ter Mark Web­ber. Über­rascht, wie­der da­bei zu sein, ist der Mön­chen­glad­ba­cher nicht, denn die gan­ze Zeit ha­be es Kon­tak­te mit Teams ge­ge­ben.

Auch wenn er zu al­ten Be­kann­ten zu­rück­kehrt, ist doch vie­les neu für den 33-Jäh­ri­gen, der in die­sem Jahr zu­nächst als Er­satz­fah­rer bei Mer­ce­des und ab En­de Au­gust als Rei­fen­ent­wick­ler beim künf­ti­gen For­mel-1-Lie­fe­ran­ten Pi­rel­li an­ge­stellt war. Zwar saß Heid­feld in 120 sei­ner 167 WM-Ren­nen in ei­nem Sau­berRenn­wa­gen, doch mit der ak­tu­el­len Ver­si­on hat er noch kei­nen Me­ter zu­rück­ge­legt, weiß da­mit auch nicht, wie er mit den Bridges­to­neP­neus zu­recht­kommt.

Das Nacht-Ren­nen am Sonn­tag (14 Uhr MESZ/live RTL) ist für den drei­fa­chen Fa­mi­li­en­va­ter ei­ne von fünf Chan­cen, sich auch für 2011 als Stamm­fah­rer zu emp­feh­len. Wich­tig wird sein, wie er sich ge­gen Team­kol­le­ge Ka­mui Ko­ba­ya­shi (24) be­haup­tet. Der Ja­pa­ner ist sehr schnell un­ter­wegs, hat­te als De­bü­tant zu­letzt den Rou­ti­nier Pe­dro de la Ro­sa (39/Spa­ni­en) im Griff, hol­te 21 der 27 WM-Zäh­ler von Sau­ber und hat be­reits ei­nen Ver­trag für 2011. Te­am­chef Pe­ter Sau­ber hofft, dass Heid­feld kon­stant Punk­te ein­fährt im Kampf um Platz sechs mit Force In­dia (58) und Wil­li­ams (47), wo­bei je­der Rang fünf Mil­lio­nen Dol­lar Un­ter­schied aus­macht. Sau­ber hofft aber auch, dass Heid­feld, den er zu­nächst nur bis Sai­son­en­de zu­rück­hol­te, die Qua­li­tä­ten und Schwach­stel­len sei­ner Au­tos auf­zei­gen kann, die für Sin­ga­pur neue Front­flü­gel und Un­ter­bo­den er­hiel­ten und ae­ro­dy­na­misch auf­ge­peppt wur­den.

Die Pi­rel­li-Tests wa­ren für Heid­feld hilf­reich. Er leg­te im ein Jahr al­ten For­mel-1-Au­to von To­yo­ta vie­le Ki­lo­me­ter zu­rück und sam­mel­te et­li­che Er­kennt­nis­se über die neu­en Rei­fen. „Ma­chen wir uns nichts vor. Das macht ihn ne­ben sei­nen gro­ßen Fä­hig­kei­ten als Pi­lot noch ein­mal zu­sätz­lich für ei­nen Renn­stall at­trak­tiv“, mein­te McLa­ren-Te­am­chef Mar­tin Whit­mar­sh.

Durch Heid­feld sind sie­ben der 24 Fah­rer Deut­sche. Um dies zu än­dern, hat Sebastian Vet­tel den nicht erns­ten Rat: „Vi­el­leicht soll­ten die an­de­ren Län­der über­le­gen, das Tem­po­li­mit ab­zu­schaf­fen.“

FO­TO: DPA

Heid­feld be­grüßt Web­ber

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