Das rich­ti­ge Fut­ter für den Vier­bei­ner fin­den

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SERIE / ROMAN -

Das An­ge­bot in den Fut­ter­märk­ten ist über­wäl­ti­gend. Doch wie kann man aus den Ver­spre­chun­gen der Wer­bung her­aus­le­sen, was für ei­nen Hund wirk­lich sinn­voll ist? Es gibt ein paar Faust­re­geln: So macht es durch­aus Sinn, ein dem Al­ter an­ge­pass­tes Fut­ter zu kau­fen. Da­ge­gen ist es in den meis­ten Fäl­len mehr Mar­ke­tin­gs­tra­te­gie als me­di­zi­ni­sche Not­wen­dig­keit, Spe­zi­al­fut- ter für den nord­si­bi­ri­schen Zwergd­ach­s­pu­del zu emp­feh­len. Wel­pen brau­chen tat­säch­lich ei­ne an­de­re Fut­ter­zu­sam­men­set­zung als er­wach­se­ne Hun­de. Sie be­nö­ti­gen ei­nen hö­he­ren Ei­weiß­ge­halt im Fut­ter, um ein ge­sun­des Im­mun­sys­tem und ei­ne kräf­ti­ge Mus­ku­la­tur auf­zu­bau­en. Auch der Mi­ne­ral­stoff­ge­halt im Fut­ter muss dem Al­ter an­ge­passt wer­den. Wo­bei heu­te als si­cher gilt, dass ei­ne über­mä­ßi­ge Cal­ci­um-oder Kalk-Füt­te­rung eher zu Kno­chen­schä­den führt. Bei ei­nem gu­ten Wel­pen­fut­ter sind al­le In­halts­stof­fe aus­ge­wo­gen vor­han­den. Mit Zu­füt­te­rung von Kalk oder Vit­ami­nen macht man das Fut­ter nicht bes­ser, son­dern sorgt für ei­ne Über­ver­sor­gung. Jah­re­lang hat man ho­he Ei­weiß-oder Pro­t­e­in­ge­hal­te für ei­ne Fehl­ent­wick­lung der Kno­chen ver­ant­wort­lich ge­macht. Wie man heu­te weiß, ist viel­mehr der ho­he Ener­gie­ge­halt der Fut­ter (Fett) da­für ver­ant­wort­lich, dass vor al­lem gro­ße Hun­de zu schnell wach­sen und das Ske­lett sich nicht an­pas­sen kann. Dies führt zu Pro­ble­men in Hüf­te und Ell­bo­gen. Zu emp­feh­len ist da­her, be­reits mit sechs Mo­na­ten von Wel­pen-zu Er­wach­se­nen­fut­ter zu wech­seln. Die Wachs­tums­kur­ve der meis­ten Hun­de­ras­sen flacht sich in die­ser Zeit stark ab, der jun­ge Hund wächst nur noch we­nig. So­mit ist es nicht mehr not­wen­dig, ihm ein hoch­ka­lo­ri­sches Fut­ter an­zu­bie­ten.

Frü­her hieß es, man sol­le ei­nen Wel­pen groß hun­gern, nicht groß mäs­ten. Da ist auch heu­te noch viel Wah­res dran. Ein Fut­ter für er­wach­se­ne Hun­de soll­te aus­ge­wo­gen und gut ver­dau­lich sein. Mit et­was ge­sun­dem Men­schen­ver­stand ist auch die Fut­ter­men­ge schnell ge­fun­den. Wenn man et­wa ein Drit­tel we­ni­ger füt­tert, als der Her­stel­ler emp­fiehlt, liegt man meist rich­tig. Hal­ter müs­sen be­ob­ach­ten, wie viel Fett ihr Hund an­setzt. Beim Be­tas­ten des Brust­kor­bes soll­te man die Rip­pen gut füh­len, oh­ne sie un­be- dingt se­hen zu kön­nen. Al­ler­dings ist das ab­hän­gig von der Ras­se: Ein Irish Set­ter, bei dem man die Rip­pen sieht, ist nicht un­ter­ernährt und ein La­b­ra­dor, bei dem man nur mit äu­ßers­tem Fin­ger­spit­zen­ge­fühl die Rip­pen er­ah­nen kann, muss nicht un­be­dingt über­ge­wich­tig sein. Wich­tig ist, dass man sein Tier gar nicht erst fett wer­den lässt. Ist das doch pas­siert und das Über­ge­wicht krank­haft, kann man un­ter ärzt­li­cher Auf­sicht auf Spe­zi­al­fut­ter um­stei­gen. Doch auch beim Hund gibt es ei­nen Jo­jo Ef­fekt.

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FO­TO: BI­NE

Die Pit­bull-Mix-Hün­din Fly.

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