Mo­zart-Re­qui­em in der Ton­hal­le

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

G leich zwei Ju­bi­lä­en kann Ul­rich Brall in die­sem Jahr fei­ern: 20 Jah­re Düs­sel­dor­fer Alt­stadt­herbst, bei dem er ein Mann der ers­ten St­un­de war und vier­zig Jah­re Di­enst am Gör­res­gym­na­si­um. Und fast so lan­ge, näm­lich seit 1971 be­treut Brall den Chor des tra­di­ti­ons­rei­chen Gym­na­si­ums und den Chor der Andre­as­kir­che. Ge­ne­ra­tio­nen von Schü­lern hat er mit der erns­ten Mu­sik in­fi­ziert. Brall setzt da­bei auf die Au­to­ri­tät der Gip­fel­wer­ke der Mu­sik­ge­schich­te, nach de­ren An­sprü­chen sich al­le tüch­tig re­cken müs­sen. Zum Dop­pel­ju­bi­lä­um er­klang nun Mo­zarts „Re­qui­em“ in der aus­ver­kauf­ten Ton­hal­le.

Und wie­der ein­mal er­staun­te der fri­sche Ge­samt­klang des präch­ti­gen Cho­res, die kräf­ti­gen Män­ner­stim­men, be­son­ders die em­pha­ti­schen Te­nö­re. Brall wählt flüs­si­ge, nach vorn drän­gen­de Tem­pi und prä­pa­riert die dra­ma­ti­schen Mo­men­te von Mo­zarts Schwa­nen­ge­sang in ge­sto­che­ner Klar­heit her­aus. Mit­rei­ßend die Stei­ge­run­gen der Chor­fu­gen, von be­stür­zen­der Fahl­heit die re­si­gna­ti­ven Pia­ni. Ex­zel­lent und von sel­te­ner Ge­schlos­sen­heit das So­lis­tenen­sem­ble mit Syl­via Ham­va­si, Eva Vo­gel, Cor­by Welch und Sebastian St­ein. Ei­ne ein­dring­lich Auf­füh­rung.

Wer Mo­zarts Re­qui­em im auf­führt, braucht ei­ne Be­glei­tung für die nicht Abend fül­len­de To­ten­mes­se. Brall stell­te Haydns Lon­do­ner D-Dur-Sin­fo­nie vor­an, de­ren chro­ma­ti­sche Pas­sa­gen und mol­lEin­trü­bun­gen der Spra­che des spä­ten Mo­zarts er­staun­lich na­he ste­hen. Gro­ße Be­geis­te­rung.

RE­GI­NE MÜL­LER

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