Der Au­to­markt er­holt sich

Düs­sel­dorfs Au­to­händ­ler pro­fi­tier­ten 2009 von der Ab­wrack­prä­mie nicht. Die Ver­kaufs­zah­len stei­gen jetzt aber wie­der. Vor al­lem Groß­auf­trä­ge von Fir­men sor­gen für mehr Neu­zu­las­sun­gen.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON KAT­HA­RI­NA SØNNICHSEN

3,8 Mil­lio­nen Neu­fahr­zeu­ge wur­den 2009 deutsch­land­weit ver­kauft – dank der Ab­wrack­prä­mie. In Düsseldorf hin­ge­gen san­ken die Ver­kaufs­zah­len: 339 Au­tos we­ni­ger ver­kauf­ten Düs­sel­dorfs Au­to­händ­ler im Mo­nat Au­gust 2009 im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat. In Köln wur­den in die­sem Zei­t­raum 1238 mehr Zu­las­sun­gen ge­zählt, in Bonn 507 und in Es­sen 469. In die­sem Jahr zei­gen die Ver­kaufs­zah­len der Düs­sel­dor­fer Au­to­häu­ser wie­der nach oben. Noch er­rei­chen sie nicht die Zah­len von vor der Kri­se, aber es geht auf­wärts: Im Au­gust wur­den in Düsseldorf 1885 Neu­wa­gen ver­kauft. „Die Pro­gno­sen fie­len vor­her sehr viel ne­ga­ti­ver aus“, sagt Die­ter Paust vom Ver­band des Kfz-Ge­wer­bes Nord­rhein-West­fa­len. In Düsseldorf rech­nen Ex­per­ten da­mit, dass be­reits im nächs­ten Jahr wie­der mehr Neu­wa­gen ge­kauft wer­den als vor der Kri­se 2008.

Trotz­dem hat die Kri­se den Au­to­markt ver­än­dert: Die Au­to­hausKet­te Kroy­mans mel­de­te An­fang des ver­gan­ge­nen Jahr In­sol­venz an und musst zwei Fi­lia­len in Düsseldorf schlie­ßen. Jüngst traf es das Au­to­haus Hup­pert. Das Ci­tro­en­Au­to­hau­ses To­ni Ul­men schließt En­de Sep­tem­ber.

Wie­der mehr Groß­auf­trä­ge

Ge­schäfts­füh­rer Klaus Gut­ber­let vom Au­to­haus Ul­men hofft, von all die­sen In­sol­ven­zen pro­fi­tie­ren zu kön­nen. Kroy­mans-Kun­den kä­men be­reits zu ihm, vie­le Neu­kun­den däch­ten be­reits wie­der an den Kauf ei­nes neu­en Wa­gens. An­fang Sep­tem­ber über­nahm er das Au­to­haus Hup­pert in Ben­rath an der Pro­fes­sor-Oeh­ler-Stra­ße und ein Au­to­haus in Ra­tin­gen.

Ab nächs­ten Mo­nat will Gut­ber­let sei­ne Ci­tro­en-Flot­te so­gar aus­bau­en. „Wenn es Sinn macht, sich zu ver­grö­ßern, dann soll­te man es auch ma­chen“, sagt er. Er weiß, dass sei­ne Ak­ti­vi­tä­ten in ei­ne Zeit fal­len, „die nicht ganz ein­fach ist“. Trotz­dem wird er rund ei­ne hal­be Mil­li­on Eu­ro in die Mo­der­ni­sie­rung der neu­en Au­to­häu­ser in­ves­tie­ren.

Ins­ge­samt zehn ver­schie­de­ne Mar­ken bie­tet Gut­ber­let nun an vier Stand­or­ten in Düsseldorf an, darü- ber hin­aus in Gut­bert­let-Häu­sern in Keve­la­er und Wei­ler­s­wist. Ins­ge­samt be­schäf­tigt die Ul­men-Grup­pe 180 Mit­ar­bei­ter. Ten­denz stei­gend. Im Aus­bau des Ser­vice so­wie der Ni­schen­mar­ken Hum­mer und Ca­dil­lac sieht Gut­ber­let sein Er­folgs­re­zept. Und dar­in, dass Düsseldorf als Stand­ort ide­al sei: „Das Ein­zugs­ge­biet ist enorm groß.“

Vor al­lem Groß­auf­trä­ge Düs­sel­dor­fer Fir­men, die be­reits wie­der in In­fra­struk­tur, al­so auch Neu­wa­gen in­ves­tie­ren, ge­ben auch Andre­as Kra­e­mer vom Au­di Zen­trum Nord­rhein An­lass, auf gu­te Ver­kaufs­zah­len zu hof­fen. Die Stim­mung der Düs­sel­dor­fer Au­to­händ­ler bes­sert sich deut­lich. Ver­kaufs­lei­ter An­ton Vu­kic vom Au­to­haus Brüg­ge­mann an der Theo­dorstra­ße ist sehr op­ti­mis­tisch. Er ver­kauf­te ges­tern ei­nes der 134 Au­tos, die zur­zeit an der Theo­dorstra­ße ste­hen. Vor zwei Jah­ren wur­de die Fi­lia­le er­öff­net. Sie hat 300 Stell­plät­ze. Vu­kic hat gu­te Hoff­nung, dass sie bald al­le wie­der be­setzt sind.

RP-FO­TO: ANDRE­AS BRETZ

Ge­schäfts­füh­rer Klaus Gut­ber­let vom Au­to­haus Ul­men über­nahm zwei Au­to­häu­ser und plant In­ves­ti­tio­nen in die Mo­der­ni­sie­rung in Hö­he von rund ei­ner hal­ben Mil­li­on Eu­ro.

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