Er­neut Brand­alarm im neu­en Jus­tiz­zen­trum

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON JAN SCHNETTLER

(wuk) Ins­ge­samt vier­mal muss­te die Feu­er­wehr ges­tern Nach­mit­tag zum neu­en Jus­tiz­zen­trum am Ober­bil­ker Markt aus­rü­cken. In al­len Fäl­len hat­ten Tech­ni­ker bei Über­prü­fun­gen der 2000 Rauch­mel­der im Amts-und Land­ge­richt den Fehl­alarm aus­ge­löst. Al­le Be­diens­te­ten und Be­su­cher muss­ten das Haus ver­las­sen. Erst vor ei­ner Wo­che hat­te Was­ser­dampf in der Kan­ti­ne ei­nen Fehl­alarm ver­ur­sacht. Die Prü­fung der noch nicht kon­trol­lier­ten Rauch­mel­der soll nun am Sams­tag be­en­det wer­den, um den Be­trieb nicht er­neut zu be­hin­dern. Mitt­woch, 15.45 Uhr, Bil­ker Kir­che: Beim Links­ab­bie­gen in die Bil­ker Al­lee über­sieht ein Au­to­fah­rer ei­nen 62-jäh­ri­gen Rad­fah­rer, der bei der Kol­li­si­on zu Bo­den ge­schleu­dert und schwer ver­letzt wird. Vier St­un­den spä­ter er­fasst das Au­to ei­nes Mett­man­ners am Mör­sen­broi­cher Ei ei­nen 39-jäh­ri­gen Rad­ler, der nach Zeu­gen­aus­sa­gen bei Grün ei­ne Am­pel über­quer­te – ein ähn­lich ge­la­ger­ter Un­fall, der eben­falls mit ei­ner schwe­ren Ver­let­zung des Rad­fah­rers en­det. Und ei­ner, der sich in ei­ne lan­ge Rei­he von Kol­li­sio­nen zwi­schen Au­to-und Rad­fah­rern ein­fügt.

519 Un­fäl­le mit Fahr­rad­fah­rern gab es in die­sem Jahr ein­schließ­lich Au­gust, sagt Thors­ten Dre­wes von der Füh­rungs­stel­le-Di­rek­ti­on Ver­kehr der Po­li­zei – ei­ner mehr als im Ver­gleichs­zeit­raum des Vor­jah­res. 360 Rad­fah­rer wur­den bis En­de Ju­li ver­letzt (2009: 344), 55 schwer (2009: 54), ei­ner starb. In fast al­len Teil­be­rei­chen der Sta­tis­tik sta­gnie­ren die Zah­len im ver­gan­ge­nen Jahr­zehnt auf re­la­tiv ho­hem Ni­veau, rund 800 sind es im Durch­schnitt pro Jahr. „Wir sind von der Ten­denz her leicht schlech­ter als 2009 und leicht bes­ser als 2008, ins­ge­samt be­we­gen wir uns aber im Zehn-Jah­res-Mit­tel“, sagt Dre­wes.

Mehr Ver­kehr ins­ge­samt

Die Ge­samt­zahl der Un­fäl­le seit 1998 sei al­len­falls leicht an­stei­gend. Mit der Un­fall­sta­tis­tik ist es je­doch ge­ne­rell wie mit je­der an­de­ren: Man kann sie aus­le­gen, wie man möch­te. „Der Ver­kehr all­ge­mein nimmt mas­siv zu, spe­zi­ell die Zahl der Rad­fah­rer in der Stadt. Al­so könn­te man ei­ne Sta­gna­ti­on oder so­gar ei­nen leich­ten An­stieg der Un­fäl­le schon als Er­folg wer­ten“, sagt Dre­wes. Ge­nau­so gibt es je­doch auch gu­te Ar­gu­men­te in die Ge­gen­rich­tung. Denn: Stadt und Po­li­zei un­ter­neh­men seit Jah­ren viel­fäl­ti­ge An­stren­gun­gen, um die Zahl der Rad­un­fäl­le ein­zu­däm­men.

Die­se ge­sche­hen be­son­ders oft dann, wenn Au­to­fah­rer beim Wen­den oder Ab­bie­gen Rad­fah­rer über­se­hen. So ist die Stadt be­müht, die Lü­cken im Rad­we­ge­netz (der­zeit feh­len noch rund 60 Ki­lo­me­ter) mög­lichst schleu­nigst zu schlie­ßen und in­ves­tiert je­des Jahr 1,8 Mil­lio­nen Eu­ro in den Be­reich Rad­fah­ren. Auch wer­den kri­ti­sche Stel­len und Kreu­zun­gen be­son­ders mar­kiert. Es gibt ei­nen Ver­kehrs­si­cher­heits­tag und ei­nen Ra­dak­tiv­tag.

„Wir kön­nen nur im­mer wie­der an die Auf­merk­sam­keit der Rad­fah­rer ap­pel­lie­ren, dar­an, dass sie sich an die Re­geln hal­ten und dar­an, dass sie sich auf­fäl­lig klei­den und im Zwei­fels­fall auf ihr Recht ver- zich­ten“, sagt Po­li­zei­spre­cher André Hart­wich. „Auch wenn bei den bei­den ak­tu­el­len Un­fäl­len die Schuld vor­aus­sicht­lich bei den Au­to­fah­rern lag.“ Denn: „70 Pro­zent al­ler Un­fäl­le mit Fahr­rad­fah­rern wer­den von die­sen selbst ver­schul­det“, sagt Ro­land Hahn vom Amt für Ver­kehrs­ma­nage­ment.

RP-FO­TO: BER­GER

Fehl­alarm

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