Luft­qua­li­tät: Bes­se­re Au­tos sind nö­tig

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

(bro) Mit zu­sätz­li­chen Fahr­ver­bo­ten in der Um­welt­zo­ne und mit ei­ner Len­kung des Au­to­ver­kehrs al­lein kann die Kon­zen­tra­ti­on von Luft­schad­stof­fen nicht un­ter die von der EU vor­ge­schrie­be­nen Grenz­wer­te ge­drückt wer­den. Das ist ei­ne Kon­se­quenz, die die Stadt­ver­wal­tung aus dem Luft­mess­be­richt für das Jahr 2009 zieht. Der wur­de ges­tern im Aus­schuss für Um­welt­schutz dis­ku­tiert.

Höchst­wer­te weit über­schrit­ten

Pro­ble­ma­tisch sind vor al­lem die ho­hen Be­las­tun­gen für Stick­stoff­di­oxid (NO2). So liegt die Kon­zen­tra­ti­on an der Cor­ne­li­us­stra­ße im Schnitt bei 70 μg pro Ku­bik­me­ter Luft, ab 2010 sind aber nur 40 μg er­laubt. Auch an den an­de­ren Mess­sta­tio­nen wer­den die zu­ge­las­se­nen Höchst­wer­te weit über­schrit­ten. „Aber die Grund­be­las­tung in der Stadt liegt bei et­wa 30 μg, da reicht schon ein re­la­tiv ge­rin­ger Ein­fluss des Au­to­ver­kehrs, um den Grenz­wert zu über­schrei­ten“, sag­te Um­welt­amts­lei­ter Werner Görtz. Des­halb müs­se auch an an­de­re Schad­stoff­quel­len her­an­ge­gan­gen wer­den, zum Bei­spiel in der In­dus­trie.

Die­se Ein­schät­zung teilt die CDU. „Die Luft­qua­li­tät ist kein kom­mu­na­les Pro­blem. Es sind auch ge­ne­rel­le Lö­sun­gen nö­tig“, sag­te CDU-Rats­herr Rü­di­ger Gutt. Al­lein durch schär­fe­re Be­stim­mun­gen für sau­be­re Au­to­mo­to­ren kön­ne viel er­reicht wer­den. Die EU müs­se han­deln, „sie darf nicht bloß schar­fe Grenz­wer­te fest­set­zen und das Pro­blem auf die Städ­te ab­wäl­zen“, sag­te Gutt mit Blick auf mög­li­che Sank­tio­nen der EU. Dass ge­ne­rel­le tech­ni­sche Lö­sun­gen hilf­reich sind, liest Um­welt­amts­lei­ter Görtz aus ei­nem Trend her­aus: „Die Kon­zen­tra­ti­on von NO2 an der Cor­ne­li­us­stra­ße ist zum ers­ten Mal seit Jah­ren leicht ge­sun­ken, das kann durch­aus auch an bes­se­rer Fahr­zeug­tech­nik lie­gen.“

Po­si­ti­ver ist die Bi­lanz bei Fe­in­staub. Die Zahl der Ta­ge, an de­nen der Grenz­wert über­schrit­ten wur­de, ist an al­len Mess­stel­len rück­läu­fig, liegt aber über den er­laub­ten 35 Ta­gen.

Was für ei­ne bes­se­re Luft­qua­li­tät am bes­ten ge­tan wer­den kann, will der Aus­schuss dis­ku­tie­ren, wenn das Land ei­ne Wir­kungs­ana­ly­se der Um­welt­zo­ne vor­ge­legt hat.

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