Van­da­lis­mus im Ulen­berg­park

Un­be­kann­te ha­ben die neue Fit­ness-An­la­ge für Jung und Alt be­schä­digt. 175 000 Eu­ro hat die­se ge­kos­tet. Die Be­treu­er der An­la­ge ver­mu­ten, dass ju­gend­li­che Tä­ter nachts in den ge­schlos­se­nen Park ein­drin­gen.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE - VON CHRIS­TI­NE ZACHA­RI­AS

BILK Seit Ju­li ist die Mehr­ge­ne­ra­tio­nen-An­la­ge im Ulen­berg­park in Be­trieb. Die Fit­ness-An­la­ge, die ers­te ih­rer Art in Düsseldorf, hat 175 000 Eu­ro ge­kos­tet. Die sechs Ge­rä­te aus wet­ter­fes­tem Ni­ros­ta-Stahl sind vor al­lem – aber nicht nur – für äl­te­re Men­schen ge­eig­net, weil an ih­nen auf ge­lenk­scho­nen­de Wei­se die Mus­ku­la­tur trai­niert und Deh­nungs­übun­gen aus­ge­führt wer­den kön­nen.

Aus der Ver­an­ke­rung ge­löst

Doch kein Vier­tel­jahr nach In­be­trieb­nah­me ist pas­siert, was nicht we­ni­ge be­fürch­tet ha­ben: Die An­la­ge wur­de zur Ziel­schei­be der Zer­stö­rungs­wut un­be­kann­ter Tä­ter. „An ei­nem Lauf­ge­rät wur­de mit ro­her Ge­walt so lan­ge ge­rüt­telt, bis es sich aus der Ver­an­ke­rung im Bo­dem ge­löst hat“, be­rich­tet Fried­helm Kü­cke­manns. Der Se­nio­ren­bei­rat im Stadt­be­zirk 3 be­treut und war­tet mit ei­ni­gen an­de­ren Se­nio­ren die An­la­ge und weist Be­su­cher in die Nut­zung ein.

Der Scha­den sei in­zwi­schen durch Mit­ar­bei­ter des Gar­ten­am­tes be­ho­ben wor­den, das Ge­rät wie­der nutz­bar. Oh­ne­hin gel­te bis­lang noch die Haf­tungs­ga­ran­tie der Her­stel­ler­fir­ma. „Aber wenn so et­was nächs­tes Jahr wie­der pas­sie­ren soll­tet, dann se­hen wir alt aus,“ so Kü­cke­manns. Zu­mal auch die Strand­kör­be, die zur Ent­span­nung auf­ge­stellt wur­den, in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen wur­den. „Dort hat ein Graf­fi­ti-Sprü­her sei­ne Zei­chen hin­ter­las­sen. Al­le drei Kör­be sind be­schmiert“, be­rich­tet der Se­nio­ren­bei­rat. Au­ßer­dem ha­be je­mand mit­tels Zi­ga­ret­te mut­wil­lig Lö­cher in die Kunst­stoff­be­span­nung ein­ge­brannt.

Die Strand­kör­be sind nun wit­te­rungs­be­dingt erst­mal in Con­tai- nern un­ter­ge­bracht. Was dar­über hin­aus ge­gen den Van­da­lis­mus un­ter­nom­men wer­den kann, dar­über ist Kü­cke­manns im Ge­spräch mit der ört­li­chen Po­li­zei, die be­reits si­gna­li­siert ha­be, ver­mehrt Strei­fe ge­hen zu wol­len.

Kü­cke­manns hat meh­re­re Ver­mu­tun­gen, wer mit den Vor­fäl­len zu tun ha­ben könn­te: „Der Platz­meis­ter hat mir be­rich­tet, dass im­mer wie­der Grup­pen von der na­hen Ska­ter-An­la­ge her­über­kä­men, um sich hier wei­ter aus­zu­to­ben.“ Da der Park aber bis zur Schlie­ßung (der­zeit 20 Uhr) be­wacht ist, geht er über­dies da­von aus, dass nachts Ju­gend­li­che über den Zaun des Parks klet­ter­ten und die Fit­ness-An­la­ge heim­such­ten. Kü­cke­manns: „Die­se Grup­pe ist uns durch­aus be­kannt.“

Un­ab­hän­gig von den Über­grif­fen ist die An­la­ge nach An­sicht des lang­jäh­ri­gen Tu­sa-Mit­glieds aber ein Er­folg: „In­zwi­schen kom­men nicht nur ein­zel­ne Per­so­nen, son­dern gan­ze Grup­pen et­wa von den Zen­tren plus im Stadt­teil zu uns. Und auch vie­le Kin­der und Be­hin­der­ten­grup­pen nut­zen die Ge­rä­te und auch Men­schen mit Mi­gran­ti­ons­hin­ter­grund. Da er­schei­nen die Müt­ter mit Kopf­tuch oft­mals im Schlepp­tau ih­rer Kin­der. Und be­gin­nen dann ei­gen­stän­dig zu trai­nie­ren.“

RP-ARCHIVFOTO: PAUL ESSER

Be­son­ders Se­nio­ren nut­zen gern die neue Fit­ness-An­la­ge im Ulen­berg­park. Un­be­kann­te ha­ben dort jetzt ei­nes der Ge­rä­te mut­wil­lig be­schä­digt und die Strand­kör­be be­schmiert.

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