Di­gi­tal „von Hand“ ge­malt

Klaus Heck­hoff hat der schö­nenWelt der Wer­bung ab­ge­schwo­ren, um sich der Kunst zu wid­men. Un­ter dem Ti­tel „Pro­sec­co an Boh­nen­kaf­fee und Erd­beer­tor­te“ zeigt der Künst­ler sei­ne farb­in­ten­si­ven Dru­cke zur­zeit in der Ga­le­rie Kunst-Pro­fil.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEIL-NACHRICHTEN - VON JU­LIA PUZALOWSKI

BILK An­fangs mal­te Klaus Heck­hoff (61) sei­ne Bil­der noch auf „tra­di­tio­nel­le Art“, wie er sagt: mit Acryl und Öl auf Lein­wand. Die Vor­la­gen für die far­ben­fro­hen Mo­ti­ve hat er be­reits da schon aus meh­re­ren Ele­men­ten di­gi­tal am Com­pu­ter zu­sam­men­ge­fügt. Ir­gend­wann kam ihm dann die Idee: „War­um nicht gleich die Vor­la­gen aus­dru­cken?“ Er wag­te das Ex­pe­ri­ment, war zu­frie­den mit dem Er­geb­nis – und druckt seit­dem nur noch. Sei­ne Dru­cke und auch ei­ni­ge äl­te­re, noch ge­mal­te Ar­bei­ten sind zur­zeit in der Ga­le­rie Kunst-Pro­fil zu se­hen.

„Ma­len be­deu­tet für mich Frei­heit, stellt aber kei­ne Kri­tik an der Wer­bung dar“

„So kann ich schnel­ler und spon­ta­ner ar­bei­ten“, meint Heck­hoff. „Das hilft dem Be­trach­ter, die Idee, die hin­ter dem Bild steht, bes­ser zu ver­fol­gen.“ Die Ga­le­rie Kunst-Pro­fil, die et­was ver­steckt in ei­nem Hin­ter­hof an der He­res­bach­stra­ße liegt, passt zu den Aus­stel­lungs­stü­cken. „Das war hier näm­lich frü­her ei­ne Dru­cke­rei“, sagt Ga­le­rist Andre­as Mar­ten, der be­reits die Wer­ke der be­kann­ten Ma­ler Jörg Im­men­dorff und Mar­kus Lü­pertz be­her­bergt hat.

Mit Heck­hoff hat er nun ei­nen Künst­ler zu Gast, der noch nicht so viel Er­fah­rung mit Aus­stel­lun­gen hat. „Pro­sec­co an Boh­nen­kaf­fee und Erd­beer­tor­te“ ist Heck­hoffs ers­te So­lo-Schau. Denn erst im Jahr 2004, im Al­ter von 55 Jah­ren, be­gann er, sich kom­plett der Kunst zu wid­men. Da­für stieg er aus dem Be­rufs­le­ben aus: Jahr­zehn­te­lang hat­te er in der Wer­bung ge­ar­bei­tet, war Krea­tiv­di­rek­tor in ver­schie­de­nen Agen­tu­ren und grün­de­te schließ­lich sei­ne ei­ge­ne Fir­ma. Jetzt er­ma­le er sich, wie er sagt, ein Stück Frei­heit, die – im Ge­gen­satz zur Wer­bung – nor­mier­te, stan­dar­di­sier­te Er­war­tun­gen igno­rie­re. „Mei­ne Kunst soll aber nicht als Pro­test ge­se­hen wer­den“, be­tont Heck­hoff.

In­dus­trie­pla­ne dient dem Gra­fi­kKünst­ler als Un­ter­grund für sei­ne Dru­cke, die al­le­samt Uni­ka­te sind. „Die Pla­ne hat mich zu­nächst er- staunt“, sagt Ga­le­rist Mar­ten. „Doch dann fand ich ge­ra­de das in­ter­es­sant. Au­ßer­dem hat mich die in­ten­si­ve Far­big­keit so­fort in den Bann ge­zo­gen.“

Heck­hoffs Mo­ti­ve sind aus Ele­men­ten zu­sam­men­ge­setzt, die er malt, die er fo­to­gra­fiert, die er aus Zeit­schrif­ten aus­schnei­det. All das scannt er ein und fügt es zu ei­nem Ge­samt­kunst­werk zu­sam­men. In­spi­rie­ren lässt er sich da­bei von al­lem, was ihn um­gibt. Das Bild „Pro­sec­co an Boh­nen­kaf­fee und Erd­beer­tor­te“, das der Aus­stel­lung ih­ren Na­men gab, ent­stand et­wa nach ei­nem Be­such bei sei­nem On­kel, bei dem es Kaf­fee gab. Die Kaf­fee­boh­nen bil­det Heck­hoff nun im Bild ab, so­wie wei­te­re As­so­zia­tio­nen, die der Künst­ler mit sei­nen Ver­wand­ten und dem Duft des war­men Ge­trän­kes ver­bin­det.

Oft ver­schiebt er im­mer wie­der die ein­zel­nen Ele­men­te, bis ihm die Kom­po­si­ti­on ge­fällt. Au­ßer­dem „malt“ er freie For­men mit dem Maus­zei­ger . „Das ist al­les von Hand ge­macht“, sagt er.

RP-FO­TO: THO­MAS BUSSKAMP

Klaus Heck­hoff setzt sei­ne Mo­ti­ve aus ver­schie­de­nen Ele­men­ten zu­sam­men. Da­zu ge­hö­ren Ma­le­rei­en, Fo­to­gra­fi­en und Aus­schnit­te aus Zeit­schrif­ten. Der Künst­ler prä­sen­tiert zur­zeit sei­ne ers­te Aus­stel­lung.

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