Mit­tel­stand im Auf­schwung

Die Nach­fra­ge nach För­der­mit­teln ist beim Mit­tel­stand in Nord­rhein-West­fa­len deut­lich an­ge­stie­gen. Das För­der­insti­tut NRW.Bank mel­det ein Ver­ga­be­vo­lu­men von rund 5,6 Mil­li­ar­den Eu­ro für die ers­ten acht Mo­na­te des Jah­res 2010.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - EXTRA MITTELSTANDSFINANZIERUNG -

Jetzt ist der Auf­schwung auch bei den mit­tel­stän­di­schen Un­ter­neh­men an­ge­kom­men. Bei der För­der­bank des Lan­des, der NRW.Bank, gibt es je­den­falls bis En­de Au­gust ei­nen deut­li­chen Nach­fra­ge­an­stieg nach För­der­mit­teln im Mit­tel­stand. Rund 5,6 Mil­li­ar­den Eu­ro wa­ren es ins­ge­samt in die­sem Zei­t­raum – ein Plus von knapp 32 Pro­zent.

„Der Be­ra­tungs­be­darf ist in der Kri­se sprung­haft an­ge­stie­gen, wir muss­ten in­ner­halb ei­nes knap­pen Zei­t­raums über 1000 Be­ra­tungs­ter­mi­ne be­wäl­ti­gen“, er­in­nert sich Vor­stands­vor­sit­zen­der Diet­mar P. Bin­kow­s­ka. Al­lein bei der In­fo­li­ne des lan­des­ei­ge­nen In­sti­tuts gin­gen in den ers­ten sechs Mo­na­ten mehr als 6500 An­ru­fe aus den Un­ter­neh­men ein. Fra­gen gab es vor al­lem rund um In­ves­ti­ti­ons-und Wachs­tums­fi­nan­zie­run­gen. „Al­ler­dings gab es auch Un­ter­neh- men, die in der Kri­se mit Pro­ble­men zu kämp­fen hat­ten“, be­tont Bin­kow­s­ka.

Hil­fe hät­ten vor al­lem Un­ter­neh­mer ge­sucht, die bei man­chen aus­län­di­schen Ban­ken mit güns­ti­gen An­ge­bo­ten ab­ge­schlos­sen hat­ten. „Doch was nützt der preis­wer­te Kre­dit, wenn er ge­kün­digt wird, weil es die Bank nicht mehr gibt?“, weist der Vor­stands­chef auf den Rück­zug ei­ni­ger die­ser Ban­ken aus dem Mit­tel­stands­ge­schäft hin.

In sol­chen Kri­sen­si­tua­tio­nen, von de­nen auch grö­ße­re Mit­tel­ständ­ler be­trof­fen wa­ren, war gu­ter Rat ge­fragt. Ge­ra­de im Be­ra­tungs­be­reich hat die NRW.Bank ge­mein­sam mit Ban­ken und Kam­mern in den

Der Be­ra­tungs­be­darf ist in der Kri­se sprung­haft

ge­stie­gen

ver­gan­ge­nen Jah­ren wei­ter zu­ge­legt. „Nicht in je­der Bank ist das Spek­trum da, um al­le Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten auf­zu­zei­gen“, sagt der Vor­stands­vor­sit­zen­de. Sein In­sti­tut setzt da­her wei­ter­hin auf Schu­lung der Mit­ar­bei­ter bei den Haus­ban­ken. So stark die För­der­pro­duk­te auch ab­ge­ru­fen wur­den (ins­be­son­de­re in der Mit­tel­stands­för­de­rung): Bin­kow­s­ka kün­digt an, dass die Band­brei­te der För­der­pro-

För­de­rung nach Qua­li­tät,

nicht nach dem Gieß­kan­nen­prin­zip

gram­me kom­pak­ter wird. „Wir wol­len nicht nach dem Gieß­kan­nen­prin­zip för­dern, son­dern ge­ziel­ter nach qua­li­ta­ti­ven Ge­sichts­punk­ten.“ Gleich­zei­tig for­dert er Un­ter­neh­mer auf, sich mehr für pri­va­te In­ves­to­ren zu öff­nen. Ge­ra­de in der Kri­se hät­ten The­men wie Ven­ture Ca­pi­tal und In­ves­ti­tio­nen für For­schung und Ent­wick­lung ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le ge­spielt.

JO­SÉ MACIAS

FO­TO: YA­VUZ

Diet­mar Bin­kow­s­ka, Vor­stands­vo­rit­zen­der der NRW.Bank.

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