Stim­mungs­wech­sel

Der Mit­tel­stands­mo­tor läuft rund. Das macht sich auch beim Bank­haus Lam­pe be­merk­bar.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - EXTRA MITTELSTANDSFINANZIERUNG -

War es Mut oder wei­se Vor­aus­sicht? Nur we­ni­ge Mo­na­te nach Aus­bruch der größ­ten Wirt­schafts-und Fi­nanz­kri­se hat das Bank­haus Lam­pe 2008 im rhei­ni­schen Bonn ei­ne Nie­der­las­sung er­öff­net. Mit gro­ßem Er­folg, wie sich in die­sem Jahr her­aus­stellt. Denn die Bon­ner De­pen­dance trägt eben­so wie Düsseldorf da­zu bei, dass es in der Re­gi­on West des tra­di­ti­ons­rei­chen Pri­vat­bank­hau­ses bes­tens läuft.

„Die ge­sam­te Stim­mung in der Wirt­schaft ist spür­bar bes­ser ge­wor­den – auch wenn es mich persönlich po­si­tiv über­rascht hat, wie schnell es in die­sem Jahr wie­der auf­wärts ging“, freut sich Vol­ker Arndt, Be­reichs­lei­ter Re­gi­on West und zu­stän­dig für das Fir­men­kun­den­ge­schäft der Nie­der­las­sun­gen Düsseldorf und Bonn.

An ih­rem Stand­ort in Bonn ha­ben die Ban­kiers von der Düs­sel­dor­fer Jä­ger­hof­stra­ße un­ter an­de­rem da­von pro­fi­tiert, dass dort der Wett­be­werb nicht so stark aus­ge­prägt ist wie in der Lan­des­haupt­stadt. Er­freu­li­che Zah­len gab es an bei­den Stand­or­ten schon in den ers­ten bei­den Quar­ta- len, und auch für die nächs­ten Mo­na­ten ist Vol­ker Arndt op­ti­mis­tisch. „Ei­ni­ge Un­ter­neh­men sind so­gar be­reits wie­der auf dem Ni­veau ih­res Auf­trags­vo­lu­mens an­ge­kom­men, das sie vor der Kri­se hat­ten.“

Die schnel­le Rück­kehr auf die Ge­win­ner­stra­ße führt der Be­reichs­lei­ter auch dar­auf zu­rück, dass Un­ter­neh­mer durch die Ba­sel-II-Richt­li­nie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stär­ker auf Ei­gen­ka­pi­tal und Of­fen­heit ge­setzt ha­ben. „Die Ge­sprä­che zwi­schen Ban­ken und Un­ter­neh­mern sind wech­sel­sei­tig of­fe­ner ge­wor­den.“

Ba­sel III, das un­ter an­de­rem hö­he­re Ei­gen­ka­pi­tal­un­ter­le­gun­gen der Ban­ken ver­langt, wer­de die­sen Trans­pa­renz-Ef­fekt wei­ter ver­stär­ken. Al­ler­dings geht Arndt da­von aus, dass die neu­en Richt­li­ni­en zu Preis­ver­än­de­run­gen bei den Kre­di­ten füh­ren. „Die Ban­ken wer­den in Zu­kunft noch ge­ziel­ter auf die Bo­ni­tät der Un­ter­neh­men ach­ten, und es wird bei den Kon­di­tio­nen zu spür­ba­ren Ve­rän­de­run­gen kom­men. Aber: Fir­men mit ei­ner ent­spre­chen­den Bo­ni­tät wer­den auch in Zu­kunft kei­ne Pro­ble­me ha­ben, Kre­di­te zu be­kom­men.“

Das Bank­haus Lam­pe, das sich voll­stän­dig im Be­sitz der Fa­mi­lie Oet­ker be­fin­det, un­ter­streicht wei­ter­hin sei­ne be­son­de­re Rol­le als „Bank des Un­ter­neh­mers für den Un­ter­neh­mer“. „Un­ser kon­ser­va­ti­ves Ge­schäfts­mo­dell hat sich in der Kri­se“, er­läu­tert Vol­ker Arndt.

Lang­fris­ti­ge Kre­di­te gibt es beim Bank­haus Lam­pe oh­ne­hin nicht, hier kon­zen­triert man sich ganz auf kurz­fris­ti­ge Fi­nan­zie­run­gen. Die­se ver­bin­det man ger­ne mit Be­ra­tun­gen im Cor­po­ra­te Fi­nan­ce-Be­reich, im Zins-und Wäh­rungs­ma­nage­ment oder an­de­rem. „Bei uns hat es Tra­di­ti­on, den Un­ter­neh­mer mit sei­nem Ge­schäft und sei­nen pri­va­ten Wün­schen in den Mit­tel­punkt zu stel­len. Die­se en­ge Ver­zah­nung macht ei­nen gro­ßen Teil un­se­res an­hal­ten­den Er­fol­ges aus.“

Trotz al­ler Eu­pho­rie und gu­ter Aus­sich­ten für die nächs­ten Mo­na­te ist der Düs­sel­dor­fer Fir­men­kun­den-Ex­per­te aber vor­sich­tig, was die Ge­samt­la­ge der Wirt­schaft an­geht. „Es gibt wei­ter­hin noch ei­ni­ge Ri­si­ko­fak­to­ren in den Märk­ten.“

JO­SÉ MACIAS

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