Po­li­tik kri­ti­siert Top-Ge­häl­ter bei Wes­tLB

Die mit Steu­er­gel­dern ge­ret­te­te Wes­tLB gibt zu, ih­ren Spit­zen­ver­die­nern über ei­ne hal­be Mil­li­on Eu­ro pro Jahr zu be­zah­len. Im NRW-Land­tag ha­gelt es Kri­tik aus al­len Par­tei­en.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - VORDERSEITE - VON THO­MAS REISENER

DÜSSELDORF Die ho­hen Ge­häl­ter für Ma­na­ger staat­lich ge­stütz­ter Ban­ken sto­ßen in Berlin und Düsseldorf auf schar­fe Kri­tik. Fi­nanz­ex­per­ten von Uni­on und FDP for­dern so­gar ei­ne nach­träg­li­che Sen­kung der Zah­lun­gen. Am Wo­che­n­en­de war be­kannt­ge­wor­den, dass in deut­schen Ban­ken, die in der Kri­se vom Staat ge­ret­tet wur­den, wie­der ex­trem ho­he Ma­na­ger­ge­häl­ter ge­zahlt wer­den. Un­ter Be­ru­fung auf Wirt­schafts­prü­fer be­rich­te­te die „Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Sonn­tags­zei­tung“ von et­wa 200 Ban­kern aus Kre­dit­in­sti­tu­ten mit Staats­hil­fe, die auf ein Jah­res­ein­kom­men von mehr als 500000 Eu­ro kom­men.

Mit der Wes­tLB hat ge­gen­über un­se­rer Zei­tung erst­mals ei­ne sol­che Bank sol­che Zah­lun­gen ein­ge­räumt. „Auch bei der Wes­tLB gibt es un­ter­halb der Vor­stands­ebe­ne ei­ni­ge Ma­na­ger, vor al­lem an den Stand- or­ten New York und London, die mehr als 500000 Eu­ro pro Jahr ver­die­nen“, sag­te ein Spre­cher. Er be­ton­te, dass die Zah­lun­gen im Ein­klang mit den Vor­ga­ben der Ba­fin (Ban­ken­auf­sicht) und Soff­in (staat­li­cher Ban­ken­ret­tungs­fonds) ste­hen. Zur Be­grün­dung sag­te der Spre­cher: „Die Wes­tLB steht in ei­nem in­ten­si­ven Wett­be­werb. Sie muss her­aus­ra­gen­de Leis­tungs­trä­ger markt­ge­recht ver­gü­ten.“

Für Vor­stän­de von Ban­ken am Tropf des Steu­er­zah­lers hat der Ge­setz­ge­ber über die Soff­in die Ge­häl­ter auf ma­xi­mal 500000 Eu­ro be­grenzt. Für die Ma­na­ger un­ter­halb der Vor­stands­ebe­ne gibt es kei­ne der­ar­ti­ge Ge­halts­be­schrän­kung. Des­halb for­dert der FDP-Fi­nanz­markt­ex­per­te Flo­ri­an Ton­car, not­falls müs­se ge­setz­lich ge­re­gelt wer­den, „dass bei ei­ner vom Staat ge­ret­te­ten Bank auch Ge­häl­ter ge­kürzt wer­den kön­nen“. Der ge­schäfts­füh­ren­de Chef der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on, Joa­chim Poß, for­der­te die ver­bind­li­che Ein­füh­rung ei­ner Ge­halts­ober­gren­ze bei 500000 Eu­ro auch un­ter­halb des Vor­stan­des. Uni­ons-Fi­nanz­ex­per­te Leo Daut­zen­berg ver­wies im „Han­dels­blatt“ auf die Mög­lich­keit, die Ge­häl­ter über Än­de­rungs­kün­di­gun­gen nach­träg­lich zu sen­ken.

Im NRW-Land­tag sor­gen die Wes­tLB-Ge­häl­ter für Em­pö­rung. Fi­nanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­ter-Bor­jans (SPD) sag­te: „Das wi­der­spricht dem Geist der Soff­in-Re­ge­lung.“ CDU-Fi­nanz­ex­per­te Chris­ti­an Weis­brich sag­te, es dür­fe nicht sein, dass un­ter­halb des Wes­tLB-Vor­stan­des Ver­gü­tun­gen ge­zahlt wer­den, die die Ein­künf­te der ge­setz­lich ge­de­ckel­ten Vor­stands­be­zü­ge über­trä­fen: „Die Mi­nis­ter­prä­si­den­tin ist auf­ge­ru­fen, das zu ver­hin­dern.“ Der Fi­nanz­ex­per­te der Grü­nen, Mehr­dad Mo­s­to­fi­z­a­deh, for­der­te eben­falls ein „Ein­kom­mens­ma­xi­mum von 500000 Eu­ro für Ban­ken mit Staats­hil­fe wie der Wes­tLB“. Die SPD im NRW-Land­tag „er­ar­bei­tet der­zeit ei­ne Po­si­ti­on zu dem The­ma“, wie ein Spre­cher sag­te.

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