RE­AK­TIO­NEN

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK -

„Die neu­en Re­gel­sät­ze sind das mit al­ler Ge­walt her­un­ter­ge­rech­ne­te Er­geb­nis po­li­ti­scher Mau­sche­lei. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat ge­ra­de für Kin­der mit Nach­druck Ver­bes­se­run­gen ge­for­dert – auch in der Hö­he der Re­gel­sät­ze. Wir for­dern die Re­gie­rung drin­gend auf, in ei­nem se­riö­sen und trans­pa­ren­ten Ver­fah­ren da­für Sor­ge zu tra­gen, dass das Exis­tenz­mi­ni­mum nach Maß­ga­be der Men­schen­wür­de aus­ge­stal­tet wird.“ DGB-Vor­stands­mit­glied An­ne­lie Bun­ten­bach „Die An­he­bung um fünf Eu­ro ist ein Mei­len­stein auf dem Weg da­hin, un­se­ren So­zi­al­staat an­ders auf­zu­bau­en, auf­stiegs­ori­en­tiert auf­zu­bau­en, fair aus­zu­ge­stal­ten und zu ver­ein­fa­chen.“ FDP-Ge­ne­ral­se­kre­tär Chris­ti­an Lind­ner „Wir füh­len uns hier schon übel hin­ters Licht ge­führt. Die Re­gie­rung hat die Be­zugs­grö­ße ge­än­dert. Bis­her ist der Be­darf an den un­ters­ten 20 Ein­kom­mens­pro­zent be­mes­sen wor­den. Jetzt ha­ben sie plötz­lich die un­ters­ten 15 Pro­zent ge­nom­men, al­so Men­schen, die noch we­ni­ger ha­ben.“ Ul­rich Schnei­der, Ge­schäfts­füh­rer des Pa­ri­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­ban­des „Der Be­schluss trifft nicht nur den Hart­zIV-Emp­fän­ger, son­dern auch den Steu­er­zah­ler. Mit dem Re­gel­satz von 364 Eu­ro und un­ver­än­der­ten Kin­der­re­gel­sät­zen wird näm­lich auch fest­ge­schrie­ben, dass im Jahr 2011 we­der der Grund­steu­er­frei­be­trag noch der Kin­der­frei­be­trag oder das Kin­der­geld steigt.“ Link­s­par­teichef Klaus Ernst „Ich ha­be gro­ße Zwei­fel, ob bei der Be­rech­nung der neu­en Re­gel­sät­ze nach dem Ver­fas­sungs­ge­richts­ur­teil nicht ge­trickst wur­de. Die Po­li­tik der Re­gie­rung ist un­so­zi­al und be­las­tet Ar­beit­neh­mer und ih­re Fa­mi­li­en so­wie Ar­beits­lo­se und Rent­ner.“ SPD-Frak­ti­ons­chef Joa­chim Poß „Die Er­hö­hung der Hartz-IV-Sät­ze um fünf Eu­ro ist skan­da­lös. Die Re­form ist of­fen­bar das Er­geb­nis ei­nes Ko­ali­ti­ons­ge­scha­chers. Es ging nur um Rück­sicht­nah­men in der Ko­ali­ti­on und um die Kas­sen­la­ge.“ NRW-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft (SPD) „Die ge­plan­te Er­hö­hung der Hartz-IVSät­ze um fünf Eu­ro ist so­zia­le Käl­te vom Schlimms­ten. Die Kle­cker­be­trä­ge sind an­ge­sichts der Steu­er­er­leich­te­run­gen für Ho­te­liers ein Ab­grund an Zy­nis­mus, vor dem man sich fast ekeln kann.“ Grü­nen-Frak­ti­ons­chef Jür­gen Trit­tin „Die Ent­schei­dung der Bun­des­re­gie­rung ist ob­jek­tiv und rich­tig. Kri­ti­ker sol­len erst ein­mal sa­gen, wel­che Leis­tun­gen sie zu­sätz­lich ein­be­zie­hen wür­den: Soll Schnaps rein, sol­len Zi­ga­ret­ten rein, sol­len Flach­bild­schir­me rein?“ CSU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Alexander Do­brindt „Es ent­spricht nicht der Le­bens­wirk­lich­keit, nicht we­nigs­tens Bier im Re­gel­satz an­zu­rech­nen.“ Georg Cre­mer, Ge­ne­ral­se­kre­tär des Ca­ri­tas­ver­ban­des „Mit Trans­pa­renz und Kon­se­quenz hat die Bun­des­re­gie­rung die Neu­be­rech­nung der Re­gel­sät­ze um­ge­setzt und da­mit dem Ur­teil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ent­spro­chen.“ Hes­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Vol­ker Bouf­fier (CDU)

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