Aa­chens Trai­ner äh­nelt Tu­chel

Pe­ter Hy­bal­la (34) über Par­al­le­len zu sei­nem Main­zer Kol­le­gen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT -

Hy­bal­la Ich ha­be bei Bo­rus­sia Bocholt als B-Ju­gend­li­cher die F-Ju­gend trai­niert. Ge­gen wel­che Mann­schaft das war, weiß ich nicht mehr. Hy­bal­la Da­für war ich zu oft ver­letzt und hat­te nicht ge­nug Ta­lent. Hy­bal­la Als ich mit An­fang 20 bei Preu­ßen Müns­ter Co-Trai­ner der Re­gio­nal­li­ga­mann­schaft wur­de, ha­be ich ge­merkt, dass ich Ta­lent da­für ha­be. Ir­gend­wann be­kam ich den ers­ten et­was grö­ße­ren Ge­halt­Scheck. Ich dach­te: Cool, die an­de­ren Stu­den­ten müs­sen kell­nern oder im Su­per­markt Kis­ten schlep­pen, ich kann mei­nem Hob­by nach­ge­hen und so das Stu­di­um fi­nan­zie­ren. Hy­bal­la Ich ma­che viel über fach­li­ches Wis­sen und rhe­to­ri­sche Ge­wandt­heit. Spie­ler tes­ten die Gren­zen aus. Sie müs­sen mer­ken, dass der Trai­ner der Chef ist und weiß, wo­von er re­det. Das le­be ich mei­nen Spie­lern vor.

Kön­nen Sie sich noch an Ihr ers­tes Spiel als Coach er­in­nern? Hät­te Sie ei­ne Pro­fi­kar­rie­re als Spie­ler nie ge­reizt? Wann ha­ben Sie sich ent­schie­den, ei­ne Trai­ner­kar­rie­re ein­zu­schla­gen?

Wie ver­schaf­fen Sie sich Re­spekt? Was ist für Sie der wich­tigs­te Aspekt bei der täg­li­chen Ar­beit?

Hy­bal­la Oh­ne ge­gen­sei­ti­gen Re­spekt geht es nicht. Wenn ich in die Ka­bi­ne kom­me, müs­sen die Jungs auf­ste­hen und mir die Hand ge­ben, das ma­che ich bei an­de­ren Leu­ten auch. Die­se lo­cke­re „Give me Fi­ve“-Ge­ne­ra­ti­on ist nichts für mich. Ob­wohl mir das wohl nie­mand ab­nimmt. Ich bin 34, tra­ge lan­ge Haa­re und ei­nen Drei­ta­ge­bart und bin ein lo­cke­rer Typ. Beim Fuß­ball ge­hört aber ei­ne ge­wis­se Dis­tanz da­zu.

War es schon im­mer ein Traum, im Pro­fi­fuß­ball zu ar­bei­ten?

Hy­bal­la Frü­her woll­te ich Leh­rer wer­den. Bei ei­nem Prak­ti­kum ha­be ich aber ge­merkt, dass dies nichts für mich ist. Au­ßer­dem kann ich schlecht mit un­mo­ti­vier­ten Leu­ten um­ge­hen. Das ist in Aa­chen ganz an­ders. Die Jungs sind er­folgs­hung­rig, sie wol­len nach oben.

Der Ka­der in Aa­chen be­steht aus vie­len jun­gen Spie­lern. Ein Kon­zept, das Er­folg ver­spricht?

Hy­bal­la Für mich zählt bei ei­nem Spie­ler nicht das Al­ter, son­dern sei­ne Qua­li­tät. Mei­ne Mann­schaft hat viel Qua­li­tät. Da ist es to­tal egal, dass ei­ni­ge Jungs erst zehn oder 15 Zweit­li­ga­spie­le be­strit­ten ha­ben.

Wel­che Zie­le ha­ben Sie mit Aa­chen?

Hy­bal­la Ein ein­stel­li­ger Ta­bel­len­platz ist rea­lis­tisch. Es wür­de mich freu­en, wenn die Leu­te über un­se­ren of­fen­si­ven und schnör­kel­lo­sen Fuß­ball re­den.

Sie ha­ben mit Dort­mund 2009 das Fi­na­le um die Deut­sche A-Ju­gend­Meis­ter­schaft ge­gen Mainz ver­lo­ren. Trai­ner dort war Tho­mas Tu­chel. Ent­de­cken Sie bei ihm Par­al­le­len zu Ih­rer Per­son?

Hy­bal­la Wir ha­ben bei­de stu­diert und lan­ge im Ju­gend­be­reich ge­ar­bei­tet. Zu­dem sind wir sehr emo­tio­nal, kön­nen aber auch drei Sät­ze un­fall­frei re­den. Tho­mas leis­tet in Mainz wirk­lich tol­le Ar­beit. Ich hof­fe, er bleibt so, wie er ist.

FO­TO: DPA

Pe­ter Hy­bal­la (34) trai­nier­te 1. FC Bocholt (U 17), Müns­ter (U 17), Bie­le­feld (U 19), Ramblers Wind­ho­ek, Wolfs­burg (U 19), Bor. Dort­mund (U 19).

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