Ham­bur­ger Fuß­ball-Fan liegt im künst­li­chen Ko­ma

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT -

BRE­MEN/HAM­BURG (RP) Der Sport­di­rek­tor des Ham­bur­ger SV ist im­mer noch fas­sungs­los. „Du gehst zum Sport, und dann lan­dest du im Kran­ken­haus“, sag­te Bas­ti­an Rein­hardt un­gläu­big nach den Zwi­schen­fäl­len beim Nord­der­by der Bun­des­li­ga am Sams­tag­abend in Bre­men. Ein 44-jäh­ri­ger Mann aus Ne­u­müns­ter, der noch im Sta­di­on re­ani­miert wer­den muss­te, be­fin­det sich wei­ter­hin in kri­ti­schem Zu­stand. „Er liegt im künst­li­chen Ko­ma. Es gibt kei­ne Ent­war­nung“, sag­te ein Po­li­zei­spre­cher.

Ein wei­te­rer schwer ver­letz­ter Fan, ein 43-jäh­ri­ger Ham­bur­ger, konn­te das Kran­ken­haus un­ter­des­sen wie­der ver­las­sen. 24 Men­schen, dar­un­ter 17 Po­li­zis­ten, wa­ren im Ge­drän­ge nach dem Spiel ver­letzt wor­den. Elf Po­li­zei­be­am­ten er­lit­ten ei­nen scho­ck­ähn­li­chen Zu­stand, die rest­li­chen Qu­et­schun­gen und Prel­lun­gen.

Die Ham­bur­ger Fans muss­ten nach dem Ab­pfiff in ih­rem Block blei­ben, weil aus Si­cher­heits­grün­den zu­nächst die Bre­mer An­hän­ger das Sta­di­onge­län­de ver­las­sen soll­ten. Als die Ord­ner die To­re des Blocks nach den an­ge­kün­dig­ten 20 Mi­nu­ten nicht öff­ne­ten, be­gann das Ge­drän­ge. Ei­ni­ge Fans vor al­lem aus Schles­wig-Hol­stein be- fürch­te­ten, ih­ren Zug in Rich­tung Ham­burg zu ver­pas­sen. Die Fans durch­bra­chen dann die Ab­sper­rung von et­wa 24 Po­li­zei­be­am­ten an ei­nem von drei Trep­pen­ab­gän­gen. Un­ter­schied­lich sind die An­ga­ben, ob ei­ne Mas­sen­pa­nik aus­brach. Die Kri­mi­nal­po­li­zei er­mit­telt noch.

Ein HSV-An­hän­ger sag­te dem Ra­dio­sen­der NDR Info: „Die ha­ben in zwei, drei La­gen un­ten auf der Trep­pe ge­le­gen, und von oben ka­men die Leu­te rü­ber. Es war wie in Duis­burg bei der Lo­ve­pa­ra­de.“ In In­ter­net­fo­ren schrie­ben Fans von „sehr viel Glück, dass nicht noch Schlim­me­res“ pas­siert ist. Die At­mo­sphä­re im neu­en Gäs­te­block des um­ge­bau­ten We­ser­sta­di­ons wird von Au­gen­zeu­gen als „sehr be­klem­mend“ be­schrie­ben. Der Block be­fin­det sich im Ober­rang der West­tri­bü­ne. Laut Wer­derGe­schäfts­füh­rer Klaus Fil­bry wur­de er am 10. Au­gust von den ört­li­chen Be­hör­den ge­prüft und frei­ge­ge­ben.

„Wir sind be­stürzt, dass HSVFans bei dem Ge­drän­ge in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen und ver­letzt wur­den, und wün­schen al­len auf die­sem We­ge gu­te Bes­se­rung und voll­stän­di­ge Ge­ne­sung“, schrieb die Ver­eins­spit­ze des Ham­bur­ger SV. Fil­bry sprach eben­falls Mit­ge­fühl und Ge­ne­sungs­wün­sche aus.

„Es war wie in Duis­burg bei der

Lo­ve­pa­ra­de“

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