Van Gaal ver­län­gert bis 2012

FC Ba­sel.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT - VON FRIED­HELM KÖRNER

DÜSSELDORF/BA­SEL Trai­ner Lou­is van Gaal wird sei­ne Ar­beit beim FC Bay­ern über die lau­fen­de Sai­son hin­aus fort­set­zen. „Wir lie­ben es, Din­ge zu tun, die nicht er­war­tet wer­den. Nach Sie­gen kann je­der ver­län­gern. Aber es ist doch ein gu­tes Zei­chen für die Öf­fent­lich­keit, dem Trai­ner auch nach ei­ner Nie­der­la­ge die­sen Stel­len­wert zu­kom­men zu las­sen“, er­klär­te Vor­stands­chef Karl-Heinz Rum­me­nig­ge. Van Gaal un­ter­zeich­ne­te den neu­en Kon­trakt in Ba­sel vor dem heu­ti­gen Cham­pi­ons-Le­ague-Spiel beim Schwei­zer Meis­ter (20.45 Uhr). Sein Mit­ar­bei­ter­stab um Co-Trai­ner An­dries Jon­ker und Tea­m­arzt Hans-Wil­helm Mül­lerWohl­fahrt bleibt eben­falls.

Zwei­fel an ei­nem wei­te­ren En­ga­ge­ment des nie­der­län­di­schen Chef­coachs in München hat­te es al­ler­dings nicht mehr ge­ge­ben nach ent­spre­chen­den An­deu­tun­gen in den ver­gan­ge­nen Wo­chen. Sport­li­che Be­den­ken exis­tier­ten oh­ne­hin nicht seit dem Ge­winn des Meis­ter­ti­tels und DFB-Po­kals so­wie dem Ein­zug ins Cham­pi­ons-Le­ague-Fi­na­le (0:2 ge­gen In­ter Mailand).

Nach dem fu­rio­sen Sai­son­fi­na­le im Früh­ling, gleich in drei Wett­be­wer­ben, ist es van Gaal frei­lich nicht ge­glückt, mit sei­ner Mann­schaft den spek­ta­ku­lä­ren Ab­sturz in der na­tio­na­len Li­ga zu ver­hin­dern. So be­fin­den sich die Bay­ern nun in ei­ner rich­tung­wei­sen­den Wo­che mit den Spie­len heu­te ge­gen den FC Ba­sel und am Sonn­tag beim Bun­des­li­ga-Zwei­ten Bo­rus­sia Dort­mund. Die Ner­vo­si­tät bei den Münch­nern ist nach der 1:2-Heim­nie­der­la­ge ge­gen Mainz 05 greif­bar. „Lang­sam ge­hen die Alarm­glo­cken an“, sagt Ma­na­ger Chris­ti­an Ner­lin­ger, und Phil­ipp Lahm er­klärt im In­ter­view mit „Bild“ un­ver­blümt: „Wir ha­ben zu vie­le Spie­ler, die un­ter ih­rem Ni­veau spie­len.“ Der DFB-Ka­pi­tän muss sich al­ler­dings ein­be­zie­hen in die­se Kri­tik nach sei­ner schwa­chen Leis­tung ge­gen die Rhein­hes­sen.

Mit dem 2:0-Sieg ge­gen AS Rom sind die Bay­ern er­folg­reich in die Kö­nigs­klas­se ge­star­tet – we­nigs­tens auf in­ter­na­tio­na­ler Büh­ne stimmt bei ih­nen al­so noch die Rich­tung. Die Bi­lanz in der Bun­des­li­ga ist für das Selbst­ver­ständ­nis des 22-ma­li­gen Meis­ters in­des ver­hee­rend. Zehn Punk­te liegt die Mann­schaft be­reits hin­ter Spit­zen­rei­ter Mainz, sie­ben hin­ter Dort­mund zu­rück. Und wenn am Sonn­tag das Du­ell der bei­den deut­schen Cham­pi­ons­Le­ague-Ge­win­ner (Bo­rus­sia 1997, Bay­ern 2001) auch noch ver­lo­ren geht, wird der Punk­te­ab­stand zu den West­fa­len eben­falls zwei­stel­lig.

Das Feh­len der ver­letz­ten Of­fen­siv­stars Ar­jen Rob­ben und Franck Ri­bé­ry ist ei­ne zen­tra­le Er­klä­rung für die Münch­ner Form­kri­se. Wie auch die Nach­wir­kun­gen der Welt­meis­ter­schaft, die da­zu führ­ten, dass vie­le Bay­ernpro­fis mü­de sind – mehr geis­tig als kör­per­lich. Ge­gen Mainz ka­men neun Spie­ler zum Ein­satz, die bis zum En­de der WM in Süd­afri­ka weil­ten und dann nur ei­ne kur­ze Er­ho­lungs­zeit bis zum Trai­nings­be­ginn hat­ten.

Dass Rum­me­nig­ge beim Team aber auch ein nicht aus­rei­chen­des Maß an Lei­den­schaft, Wil­len und Kampf­be­reit­schaft fest­ge­stellt hat, deu­tet je­doch noch auf an­de­re Ur­sa­chen hin. Sei­ne Wor­te be­kla­gen ei­ne man­geln­de Ein­stel­lung. In­di­rekt schließt die Kri­tik na­tür­lich den Mann mit ein, der da­für ver­ant­wort­lich ist: van Gaal. Zu­dem müs­sen sich die Bay­ern zu­neh­mend den Vor­wurf ge­fal­len las­sen, dass sie es ver­säumt ha­ben, den Ka­der im De­fen­siv­be­reich zu ver­stär­ken.

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