Werth bei der WM wohl oh­ne Ti­tel­chan­ce

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT -

LEX­ING­TON/RHEIN­BERG (sid) Hier ein kur­zer Plausch mit Wes­tern­rei­tern, da ein Gruß an deut­sche Tou­ris­ten und mit­ten­drin Söhn­chen Frederik. Isa­bell Werth gibt sich in Lex­ing­ton äu­ßerst gut ge­launt. Für die fünf­ma­li­ge Olym­pia­sie­ge­rin hat sich die Welt ver­än­dert. Die bes­te deut­sche Dres­sur­rei­te­rin al­ler Zei­ten ist Mut­ter ge­wor­den und wirkt trotz feh­len­der Gold­chan­ce bei der Reit-WM ent­spann­ter denn je.

„Frederik ist hier in Lex­ing­ton im­mer da­bei. Er ist so pro­blem­los und un­kom­pli­ziert“, be­rich­te­te Werth vor dem Start des Te­am­wett­be­werbs über ih­ren elf Mo­na­te al­ten Fi­li­us. „Er hat so­gar ei­ne ei­ge­ne Ak­kre­di­tie­rung er­hal­ten. Ty­pisch Ame­ri­ka. Aber sie ha­ben dar­auf be­stan­den“, sag­te Ma­ma Isa­bell. Un­ter­stüt­zung er­hält sie wäh­rend des Tur­niers von ei­nem Kin­der­mäd­chen und der Fa­mi­lie, so dass sie die Nä­he zu ih­rem Sohn noch mehr ge­nie­ßen kann: „Ich emp­fin­de to­ta­les Mut­ter­glück, und das ist wun­der- bar.“ Von den Sor­gen­fal­ten nach der Do­ping­sper­re und den vie­len Ne­ga­tiv­schlag­zei­len ist nichts mehr zu se­hen. „Jetzt ist Zu­kunft, nicht mehr Ver­gan­gen­heit. Das ist ab­ge­hakt“, sagt Werth.

Die neue Isa­bell Werth hat vor al­lem ihr Tem­pe­ra­ment ein­ge­bremst. „Vie­le mei­nen, ich sei seit der Ge­burt von Frederik ent­spann­ter. Ich emp­fin­de das selbst aber auch so. Vor fünf Jah­ren war ich noch viel im­pul­si­ver“, sagt die sechs­ma­li­ge Welt-und 13-ma­li­ge Eu­ro­pa­meis­te­rin. Vor fünf Jah­ren hät­te ihr die ak­tu­el­le Aus­gangs­la­ge der deut­schen Dres­sur vor der WM wohl noch mehr zu schaf­fen ge­macht. Denn Gold ist in Ken­tu­cky bei nor- ma­lem Ver­lauf so ein­deu­tig für den Erz­ri­va­len Nie­der­lan­de pro­gram­miert, wie es seit 1970 aus­schließ­lich für deut­sche Equi­pen war. „Die an­de­ren Na­tio­nen ha­ben nicht auf dem Baum ge­schla­fen. Sie wa­ren hung­rig, woll­ten uns schla­gen und ha­ben ih­re Haus­auf­ga­ben ge­macht. Das hat ih­nen den Reiz be­schert“, sagt Werth.

„Ich bin nicht ent­täuscht oder nei­disch oder gar frus­triert. Ich fin­de das eher in­spi­rie­rend. Für mich ist das ei­ne Her­aus­for­de­rung. Es ist span­nend, der Jä­ger zu sein“, sagt Werth. Dar­in lie­ge der be­son­de­re Reiz ih­rer Ar­beit. Jun­ge Pfer­de aus­zu­bil­den und in den Dres­sur­sport zu füh­ren, das ma­che Rie­sen­spaß.

FO­TO: DPA

Isa­bell Werth

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