Eck­art von Hirsch­hau­sen: Lie­bes­be­wei­se

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - BLICKPUNKT KULTUR -

Das Hör­buch „Lie­bes­be­wei­se“ hat Po­ten­zi­al zur Si­tua­ti­ons­ko­mik. Im Au­to ge­hört, Laut­stär­ke­reg­ler zu hoch ein­ge­stellt, Fens­ter her­un­ter­ge­las­sen: Aus den Boxen er­tönt die Stim­me von Dr. Eck­art von Hirsch­hau­sen, Track 12, „Der schlimms­te Streit der Welt“. Im Ca­brio vor der ro­ten Am­pel ne­ben­an sitzt ein ge­schnie­gel­ter Typ. Hirsch­hau­sen setzt an zum fik­ti­ven Streit­ge­spräch aus den schöns­ten Sät­zen des Pu­bli­kums: „Ich wür­de mich ger­ne geis­tig mit Ih­nen du­el­lie­ren, aber ich se­he, Sie sind un­be­waff­net.“ Der Ca­brio­fah­rer wen­det sich ver­wirrt ab, die Am­pel wird grün.

Män­ner und Frau­en, Lie­be und Glück – ge­konnt va­ri­iert der me­di­zi­ni­sche Ka­ba­ret­tist Eck­art von Hirsch­hau­sen Fa­cet­ten ei­nes alt­be­kann­ten The­mas, rei­chert sie an mit Fach­wis­sen und Sta­tis­tik. Durch die In­ter­ak­ti­on mit dem Pu­bli­kum ge­winnt das akus­ti­sche Büh­nen­pro­gramm. Das ist der Vor­zug, den das Hör­buch „Lie­bes­be­wei­se“ ge­gen­über dem ge­druck­ten Buch „Glück kommt sel­ten al­lein“ ge­nießt. Es wird le­ben­dig, lebt von Im­pro­vi­sa­ti­on und ba­siert auch auf den Ein­fäl­len der Gäs­te im Saal.

Die Auf­nah­me hat Stu­di­o­qua­li­tät – ob­wohl es sich um ei­nen Live-Mit­schnitt ei­nes Büh­nen­abends in der Aka­de­mie der Küns­te in Berlin han­delt. An man­chen Stel­len wird der Hö­rer selbst zum An­we­sen­den und möch­te auch mi­t­sum­men, wenn von Hirsch­hau­sen die Ro­man­ti­ker und die Ab­ge­klär­ten auf­for­dert, so un­auf­fäl­lig die Mei­nung kund­zu­tun. Man möch­te auch den bö­ses­ten Satz auf­schrei­ben, den man je­mals am En­de ei­nes Streits be­nutzt hat, und den schöns­ten Lie­bes­be­weis, den man je be­kom­men hat.

LESLIE BROOK

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