Spar­kas­se: Fröh­lich un­ter Druck

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON HANS ONKELBACH

Wenn heu­te Nach­mit­tag der Ver­wal­tungs­rat der Spar­kas­se tagt, dann hat das mit Rats­mit­glie­dern be­setz­te Kon­troll­gre­mi­um ei­ni­ges an Rou­ti­ne zu be­ar­bei­ten. Aber es ste­hen auch bri­san­te The­men an, die die Mit­glie­der der­zeit schon ab­seits der Ta­ges­ord­nung be­spre­chen. Vor al­lem be­rei­tet man sich auf ei­ne Stra­te­gie-Sit­zung des Ver­wal­tungs­ra­tes am 8. Ok­to­ber vor. In die­ser Sit­zung er­war­tet vom Vor­stand der Spar­kas­se und vor al­lem vom Vor­sit­zen­den Pe­ter Fröh­lich Kon­zep­te für die nächs­ten Jah­re: Wie steht die Stadt­spar­kas­se heu­te da? Wel­che Zie­le hat sie? Wie will man die er­rei­chen?

Im Hin­ter­grund je­doch wird noch ei­ne an­de­re Fra­ge ge­stellt: Mit wel­chem Vor­stands­vor­sit­zen­den wird man in die­se kom­men­den Jah­re ge­hen? Denn Pe­ter Fröh­lichs Ver­trag müss­te im Som­mer 2011 ver­län­gert wer­den. Ob es da­zu kommt, ist längst nicht si­cher, wie es im Um­feld des Ver­wal­tungs­ra­tes aus meh­re­ren Par­tei­en heißt. Da aber Stra­te­gi­en eng mit den Per­so­nen ver­bun­den sind, die sie um­set­zen sol­len, müss­te es zu der Sit­zung ei­nen kla­ren Hin­weis ge­ben, ob Fröh­lich wei­ter an der Spit­ze blei­ben soll oder nicht.

Ge­gen Fröh­lich, der vor zwei Jah­ren dem we­gen der Pooth-Af­fä­re ent­las­se­nen Heinz-Mar­tin Hum­me an die Spit­ze der Spar­kas­se folg­te, gibt es kei­ne kon­kre­ten Vor­wür­fe. Aber auf­merk­sam re­gis­triert wur­de, dass es ei­ne Mit­ar­bei­ter­be­fra­gung gab (Ar­beits­ti­tel „a gre­at place to work“ – ein her­vor­ra­gen­der Platz zum Ar­bei­ten), de­ren Er­geb­nis hät- te bes­ser sein kön­nen. Au­ßer­dem ist man ir­ri­tiert, dass es an der Spit­ze der Per­so­nal­ab­tei­lung bald schon den zwei­ten Wech­sel in­ner­halb von zwei Jah­ren gibt – die der­zei­ti­ge Lei­te­rin der Ab­tei­lung schei­det dem­nächst aus, sie hat den Job nur ein Jahr ge­macht. Zu­dem ist in der Haupt­ver­wal­tung an der Ber­li­ner Al­lee be­kannt, dass die At­mo­sphä­re zwi­schen Vor­stand und Per­so­nal-Ver­tre­tung be­las­tet ist. Wei­ter ist auch im Ver­wal­tungs­rat be­kannt, wie ein Mit­glied jetzt zu­gab, dass in­ner­halb des Vor­stan­des die Che­mie eben­falls nur be­dingt stimmt: Andre­as Goß­mann, zu­letzt ge­hol­tes Mit­glied, und sei­ne Kol­le­gen Fröh­lich (Vor­stands­vor­sit­zen­der), Karin-Bri­git­te Gö­bel und Bri­git­te Roos gel­ten nicht als stets har­mo­nisch ar­bei­ten­des Team. Ein Ver­wal­tungs­ratmit­glied ges­tern. „Wir er­war­ten zum 8. Ok­to­ber ein Si­gnal, wie es wei­ter­ge­hen soll – auch per­so­nell.“

Ei­nig ist man sich im Ver­wal­tungs­rat, mög­lichst schnell ei­nen Schluss­strich un­ter die Fol­gen der Pooth-Af­fä­re zu zie­hen: So­wohl die au­ßer­ge­richt­lich ver­ein­bar­ten Zah­lun­gen an den Ex-Chef Heinz-Mar­tin Hum­me wie auch an den frü­he­ren Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­ten Chris­toph Fl­ohr wer­den vom Kon­troll­gre­mi­um ak­zep­tiert. Man ist der fes­ten Über­zeu­gung, im Fal­le ei­ner ar­beits­recht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung kei­ne Chan­ce zu ha­ben. Bei­de sol­len über ei­ne Mil­li­on Eu­ro er­hal­ten, bei Fl­ohr könn­te die Sum­me so­gar auf rund zwei Mil­lio­nen stei­gen, hieß es.

RP-FO­TO: BRETZ

Ober­bür­ger­meis­ter Dirk El­bers ist auch Chef des Spar­kas­sen-Ver­wal­tungs­ra­tes, rechts der Vor­stands­vor­sit­zen­de Pe­ter Fröh­lich.

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