Horst Eckerts Nie­der­rhein-Blues

Der in Düsseldorf le­ben­de Au­tor hat sei­ne ers­te Kri­mi-Kurz­ge­schich­ten-Samm­lung ver­fasst. Sie heißt „Nie­der­rhein-Blues und an­de­re Ge­schich­ten“ und um­fasst zwölf span­nen­de Kurz­kri­mis zum Mit­rät­seln.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON RAI­NER MOR­GEN­ROTH

Kri­mi­lieb­ha­ber, die sich nach ei­ner schnel­len Auf­lö­sung des Falls seh­nen, dür­fen sich über die neue Ver­öf­fent­li­chung von Horst Eckert freu­en. Der Schrift­stel­ler und Di­plom­po­li­to­lo­ge hat nun ein Kri­mi­werk vor­ge­legt, das zwölf Kurz­ge­schich­ten be­inhal­tet. „Für mich ist es ein gro­ßer Spaß, die kur­ze Form zu pfle­gen. Hier kann ich auch mei­ne hu­mo­ris­ti­sche Ader voll aus­le­ben“, sagt der Au­tor bei der Buch­prä­sen­ta­ti­on. Na­tür­lich kommt auch die Span­nung auf den 216 Sei­ten nicht zu kurz: Die im Dort­mun­der Gra­fit Ver­lag er­schie­ne­ne Kri­mi­kost bie­tet aus­rei­chend Mög­lich­keit zum Mit­fie­bern und -rät­seln. Ein kurz­wei­li­ger Le­se­ge­nuss im tra­di­tio­nel­len Eckert-Stil: sprach­lich prä­zi­se er­zähl­te Kri­mi­nal­ge­schich­ten, all­tags­nah und un­ter­halt­sam.

Ro­manar­beit un­ter­bro­chen

Auf dem Co­ver ist die Düs­sel­dor­fer Sky­line ab­ge­bil­det, ei­ne Lei­che treibt ne­ben ei­nem Schiff im Rhein – in­halt­lich liegt der Fo­kus aber nicht nur auf Düsseldorf. Hier spie­len nur die Hälf­te der Kri­mi­nal­fäl­le. Das er­kennt man bei der fi­na­len Kurz­ge­schich­te „In Lü­nen stirbst du schnel­ler“ schon am Ti­tel. „Für die­se Er­zäh­lung ha­be ich ei­ne Fi­gur aus mei­nem Ro­man ‚Auf­ge­putscht’ wie­der zum Le­ben er­weckt und ein­fach an ei­nem an­de­ren Ort wei­ter­ent­wi­ckelt“, er­klärt Eckert. „Sei­ne größ­te Sto­ry“ han­delt da­ge­gen von ei­nem kor­rup­ten Mi­nis­ter­prä­si­den­ten, der in der Schweiz Geld von ei­nem schwar­zen Par­tei­kon­to ab­hebt und ge­jagt wird. Ne­ben den un­ter­schied­li­chen Tat­or­ten gibt es für den Le­ser auch im­mer wie­der neue Prot­ago­nis­ten zu ent­de­cken. Die Kom­mis­sa­re Ela Bach und Leo Kös­ter lö­sen er­neut so man­chen Fall, aber bei wei­tem nicht al­le.

Ent­stan­den ist der kri­mi­na­le Le­se­stoff nicht et­wa als Ne­ben­pro­dukt zu den Ro­ma­nen, „die­se Ar­beit ha­be ich für die Kurz­ge­schich­ten un­ter­bro­chen, weil ich nicht halb­her­zig schrei­ben kann“, sagt der Schrift­stel­ler. Ei­nen gu­ten Mo­nat ha­be er an je­dem die­ser Kurz­kri­mis ge­ses­sen: Ide­en fin­den, aus­for­mu­lie­ren und über­ar­bei­ten. Nur drei der poin­tiert ver­fass­ten Wer­ke knüp­fen zar­te in­halt­li­che Ver­bin­dun­gen. Den größ­ten Wie­der­er­ken­nungs­wert gibt es für die Ken­ner sei­ner Ro­ma­ne, wenn Ela Bach in „Ex und Hopp“ er­mit­telt. Der Mord steht hier be­reits am An­fang der Er­zäh­lung: Ei­ne Lei­che liegt vor dem Haus, oben steht ein Fens­ter of­fen, aber die Kri­mi­no­lo­gin miss­traut dem Ob­duk­ti­ons­be­richt des Arz­tes.

Mord und Tot­schlag ge­hö­ren beim neu­en Eckert im Ge­gen­satz zu sei­nen Kri­mi­nal­ro­ma­nen al­ler­dings nicht zum Pflicht­pro­gramm. „We­ge zum Ruhm“ be­schreibt die Ver­stri­ckun­gen ei­nes Bür­ger­meis­ters in die Af­fä­re um ei­nen Sta­di­on­neu­bau und kommt oh­ne das sonst ob­li­ga­to­ri­sche Blut­ver­gie­ßen aus.

Eckert in Kurz­form kann man nun in ei­nem Buch nach­le­sen: Es ist ei­ne fes­seln­de Samm­lung für Zwi­schen­durch, weil dem Au­tor ge­lun­gen ist, was er be­ab­sich­tig­te: „Ich woll­te knapp und gut schrei­ben. Tra­gi­sches, Span­nen­des und Au­gen­zwin­kern­des zu­gleich. Das je­wei­li­ge En­de der Ge­schich­ten war mir da­bei be­son­ders wich­tig.“ An sei­nem elf­ten Ro­man ar­bei­tet er, be­reits. Die Zeit bis zur Ver­öf­fent­li­chung kann nun oh­ne kri­mi­nel­len Eng­pass ab­sol­viert wer­den.

RP-FO­TO: ANDRE­AS BRETZ

Schrift­stel­ler Horst Eckert mit sei­ner so­eben er­schie­ne­nen 216 Sei­ten star­ken Kurz­ge­schich­ten-Samm­lung

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