Ver­bän­de kri­ti­sie­ren Kür­zun­gen im Haus­halt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON GÖKÇEN STEN­ZEL

Die Ar­beits­ge­mein­schaft der Düs­sel­dor­fer Wohl­fahrts­ver­bän­de hat die ge­plan­ten Kür­zun­gen im Bun­des­haus­halt an­ge­grif­fen und kri­ti­siert, dass ge­ra­de die Strei­chun­gen bei den The­men Ar­beit und So­zia­les auch auf die Lan­des­haupt­stadt durch­schla­gen wer­den. „Die Kür­zun­gen wer­den zu er­heb­li­chen Re­du­zie­run­gen für Lang­zeit­ar­beits­lo­se in un­se­rer Stadt füh­ren“, sagt Dia­ko­nie-Chef Thors­ten Nol­ting, der­zeit Spre­cher der Li­ga Wohl­fahrt. „Ge­ra­de die Ar­beits­ge­le­gen­hei­ten wer­den durch die Kür­zun­gen mas­siv ver­min­dert.“

Die Ver­bän­de ge­hen der­zeit da­von aus, dass der Bund sei­ne För­der­gel­der um ein Vier­tel zu­sam­men­streicht. Das wür­de be­deu­ten, dass die Platz-Zahl der Ar­beits­ge­le­gen­hei­ten um et­wa 600 sinkt – auf dann rund 1800. Nol­ting: „Da­mit wird den Leu­ten die zu­meist ein­zi­ge Mög­lich­keit zum Ent­kom­men aus der Ar­beits­lo­sig­keit ge­nom­men.“ Ar­beits­ge­le­gen­hei­ten sind zum Bei­spiel in den Schu­len ent­stan­den: Ar­beits­lo­se kön­nen ihr Geld auf­sto­cken, in­dem sie dort Bü­che­rei­en oder auch Schul­hö­fe wäh­rend der Nach­mit­ta­ge be­auf­sich­ti­gen.

Die Li­ga der Wohl­fahrts­ver­bän­de be­zwei­felt zu­dem, dass die Zie­le der Bun­des­re­gie­rung auf dem Weg der Kür­zun­gen er­reicht wer­den kön­nen: Die Stei­ge­rung der Wir­kung und der Wirt­schaft­lich­keit sei nicht zu be­kom­men; kurz­fris­ti­ge Ak­ti­vie­rungs­maß­nah­men sei­en sinn­los. „Das Ein­zi­ge, das der­zeit gut funk­tio­niert“, so Nol­ting, „ist un­se­re Zu­sam­men­ar­beit mit der Ar­ge.“ Die Ar­ge ist der Zu­sam­men­schluss von Ar­beits­agen­tur und So­zi­al­amt, die sich vor al­lem um Lang­zeit­ar­beits­lo­se küm­mert. Die Li­ga warnt ein­dring­lich vor ei­nem hö­he­ren Ar­muts­ri­si­ko der Be­trof­fe­nen.

Ob die Stadt ei­nen Teil der Aus­fäl­le wird auf­fan­gen kön­nen, ist frag­lich. Schon jetzt muss die Kom­mu­ne mehr für die Un­ter­halts­kos­ten von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen auf­brin­gen. Seit 2005 hat der Bund sei­nen An­teil an den Kos­ten von da­mals 29,2 auf der­zeit 23 Pro­zent ge­senkt. Al­lein da­durch sind der Stadt 54Mil­lio­nen Eu­ro ent­gan­gen. Auch in an­de­ren so­zia­len Be­rei­chen springt die Kom­mu­ne ein.

Ar­beits­ge­le­gen­hei­ten

sind et­wa in den Schu­len ent­stan­den

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