FDP: „Fi­nan­zie­rung der Ki­tas kurz vor dem Kol­laps“

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON DET­LEV HÜWEL

DÜS­SEL­DORF Die Ki­tas in NRW er­hal­ten nach Ein­schät­zung der Op­po­si­ti­on nicht ge­nü­gend Geld vom Land. „Vor Ort ist die Si­tua­ti­on dra­ma­tisch“, be­ton­te Bern­hard Ten­hum­berg (CDU) im Fa­mi­li­en­aus­schuss des Land­tags. Er kri­ti­sier­te, dass Rot-Grün erst 2018 ein neu­es Kon­zept zur Fi­nan­zie­rung der Ki­tas vor­le­gen wol­le. Bis da­hin soll ei­ne Über­brü­ckungs­re­ge­lung gel­ten, wo­nach die Kind­pau­scha­le des Lan­des jähr­lich um drei Pro­zent (bis­her 1,5) an­steigt. Au­ßer­dem wird das Land ins­ge­samt 431 Mil­lio­nen Eu­ro, die es nach dem Weg­fall des Be­treu­ungs­gel­des für drei Jah­re vom Bund be­kommt, in den Ki­ta-Be­reich flie­ßen las­sen und zu­dem selbst noch 200 Mil­lio­nen Eu­ro drauf­le­gen.

Für Mar­cel Haf­ke (FDP) ist das je­doch „nur ein Trop­fen auf den hei­ßen St­ein“, da die Fi­nan­zie­rung der Ki­tas „kurz vor dem Kol­laps“ste­he. Die Auf­sto­ckung der Pau­scha­le auf drei Pro­zent rei­che nicht ein­mal aus, um die ak­tu­el­len Ta­rif­stei­ge­run­gen ab­zu­fan­gen. Haf­ke for­der­te ei­ne jähr­li­che An­pas­sung, die sich an der Ent­wick­lung der Per­so­nalund Sach­kos­ten ori­en­tiert. CDU und FDP arg­wöh­nen, dass sich die Lan­des­re­gie­rung mit der Über­brü­ckungs­re­ge­lung nur über die Land­tags­wahl 2017 ret­ten wol­le. Die Pi­ra­ten kri­ti­sier­ten, dass Rot-Grün trotz t sechs Re­gie­rungs­jah­ren noch kei- ne an­ge­mes­se­ne Ki­ta-Fi­nan­zie­rung ge­schafft ha­be.

Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Chris­ti­na Kamp­mann (SPD) wies die For­mu­lie­rung der Op­po­si­ti­on zu­rück, das Land ste­cke 100 der 431 Mil­lio­nen Eu­ro vom Bund „in Be­ton“(Ten­hum­berg). Die CDU igno­rie­re of­fen­bar, dass we­gen der Ge­bur­ten­zu­nah­me und vor al­lem we­gen der Flücht­lin­ge die Ki­tas be­son­ders für Kin­der über drei Jah­re (Ü3) drin­gend aus­ge­baut wer­den müss­ten. Wolf­gang Jörg (SPD) wi­der­sprach der FDP, dass die Si­che­rung von Qua­li­tät Vor­rang vor der Ab­schaf­fung der El­tern­bei­trä­ge ha­ben müs­se. Für So­zi­al­de­mo­kra­ten sei es kei­ne Fra­ge, so Jörg, dass der Bil­dungs­be­reich aus Steu­ern und nicht aus Ge­büh­ren zu fi­nan­zie­ren sei. Bis­lang ist in NRW das letz­te Ki­ta-Jahr ge­ne­rell bei­trags­frei. Der Rechts­an­spruch auf ei­nen Platz in der Ki­ta (oder bei ei­ner Ta­ges­mut­ter) gilt für El­tern von Kin­dern ab ei­nem Jahr

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