700 ICE-Pas­sa­gie­re sit­zen st­un­den­lang in Zü­gen fest

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON CHRIS­TI­AN SCHWERDTFE­GER

BIELEFELD We­gen ei­nes mas­si­ven Ober­lei­tungs­scha­dens sind vor­ges­tern zwei ICE gleich­zei­tig mit zu­sam­men rund 700 Fahr­gäs­ten bei Hamm in West­fa­len lie­gen­ge­blie­ben. Die Pas­sa­gie­re muss­ten st­un­den­lang oh­ne Strom in den Zü­gen aus­har­ren. Der ei­ne ICE war auf dem Weg von Ber­lin nach Duis­burg, der an­de­re in die ent­ge­gen­ge­setz­te Fahrt­rich­tung un­ter­wegs ge­we­sen, als sie ge­gen 18.30 Uhr plötz­lich lie­gen­blie­ben.

Ei­ner der bei­den Zü­ge wur­de so stark am Strom­ab­neh­mer be­schä­digt, dass die Rei­sen­den um 21.30 – al­so nach drei St­un­den – aus den Wag­gons eva­ku­iert wur­den und in ei­nen an­de­ren Zug um­stei­gen muss­ten. Die Fahr­gäs­te in dem an­de­ren ICE muss­ten so­gar bis 23.30 Uhr war­ten, weil ihr Zug ab­ge­schleppt wer­den muss­te. „Ein Vo­gel war in die Ober­lei­tung ge­flo­gen und hat­te da­durch den Vor­fall aus­ge- löst“, sag­te ei­ne Spre­che­rin der Deut­schen Bahn. „Das tut uns für al­le Be­trof­fe­nen sehr leid. Wir ent­schul­di­gen uns da­für. Dass gleich zwei Zü­ge auf ein­mal durch so et­was aus­fal­len, pas­siert sehr sel­ten.“

Durch den Ober­lei­tungs­scha­den war in den Zü­gen der Strom aus­ge­fal­len. Das führ­te da­zu, dass die Kli­ma­an­la­gen und Toi­let­ten nicht mehr rich­tig oder gar nicht funk­tio­nier­ten, es kein Licht gab und die Bahn kei­ne Durch­sa­gen ma­chen konn­te. „Erst nach ei­ner St­un­de gab es gra­tis Was­ser. Als ich nach drei St­un­den ei­ne Klei­nig­keit zu es­sen ha­ben woll­te, muss­te ich das be­zah­len“, sagt Jen­ni­fer Jonc­zyk, die auf dem Weg nach Duis­burg war. „Man ließ uns zwei St­un­den im stock­dus­te­ren Zug sit­zen. Zum Glück hat­te je­mand ei­ne Ta­schen­lam­pe da­bei“,, sagt sie. Zu­dem sei we­gen schlech­ter Luft in den Ab­tei­len fast ei­ne Pa­nik ent­stan­den, weil man zu­nächst die Tü­ren nicht öff­nen konn­te und nicht raus durf­te, so Jonc­zyk.

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