Ga­b­ri­el für EU-In­ves­ti­ti­ons-Of­fensive

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON JAN DREBES UND EVA QUAD­BECK

Der Wirt­schafts­mi­nis­ter will Re­for­men von EU-Län­dern mit In­ves­ti­tio­nen be­loh­nen.

BER­LIN Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) hat ei­ne In­ves­ti­ti­ons-Of­fensive für die Eu­ro­päi­sche Uni­on (EU) an­ge­kün­digt. Wie aus ei­nem Brief Ga­b­ri­els an sei­ne Mi­nis­te­ri­ums­mit­ar­bei­ter her­vor­geht, der un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt, soll da­für ein „zen­tra­les In­ves­ti­ti­ons-Re­gel­werk“auf EU-Ebe­ne in­stal­liert wer­den. Pro­fi­tie­ren sol­len un­ter an­de­rem trans­eu­ro­päi­sche Ver­kehrs- und Ener­gie­net­ze, wei­te­re Ziele sind der Auf­bau ei­nes eu­ro­päi­schen Gi­ga­byte-Net­zes, die Be­kämp­fung der Ju­gend­ar­beits­lo­sig­keit und die Fi­nan­zie­rung von Fir­men­grün­dun­gen.

„Die Stär­kung des eu­ro­päi­schen Bin­nen­mark­tes soll­te im Geis­te ei­nes öko­no­mi­schen Schen­gen an­ge- gan­gen wer­den“, schreibt Ga­b­ri­el. Ein Bin­nen­markt ent­ste­he nicht al­lein durch die Be­sei­ti­gung von Bar­rie­ren, er brau­che ge­mein­sa­mes, ab­ge­stimm­tes Han­deln.

An­fäng­lich will Ga­b­ri­el die not­wen­di­gen In­ves­ti­tio­nen aus ver­schie­de­nen be­reits be­ste­hen­den eu­ro­päi­schen Fonds fi­nan­zie­ren. Spä­ter soll der Eu­ro­päi­sche Fonds für stra­te­gi­sche In­ves­ti­tio­nen (EFSI) „bei ei­ner zen­tra­len In­stanz an­ge­sie­delt, mit hö­he­ren Fi­nanz­mit­teln aus­ge­stat­tet und ver­ste­tigt wer­den“, schreibt Ga­b­ri­el.

Der Wirt­schafts­mi­nis­ter ver­weist in dem fünf­sei­ti­gen Pa­pier auch dar­auf, dass die Fi­nanz­kri­se den Be­darf ei­ner in­dus­tri­el­len Re­nais­sance in Eu­ro­pa ge­zeigt ha­be. Eu­ro­pa müs­se das selbst­ge­setz­te Ziel er­rei­chen, 20 Pro­zent des Brut­to­in­land- pro­dukts durch in­dus­tri­el­le Pro­duk­ti­on zu er­wirt­schaf­ten.

Ga­b­ri­el war ges­tern zu ei­nem zwei­tä­gi­gen Be­such nach Grie­chen­land auf­ge­bro­chen. Deutsch­land wol­le da­bei hel­fen, dass es in Grie­chen­land wie­der auf­wärts ge­he, sag­te Ga­b­ri­el vor der Rei­se. Als in Grie­chen­land Mi­nis­ter­prä­si­dent Al­exis Tsi­pras Mer­kels Aus­te­ri­täts­po­li­tik, al­so das Stre­ben nach ei­nem aus­ge­gli­che­nen Staats­haus­halt, für ge­schei­tert er­klärt, nimmt Ga­b­ri­el die Kanz­le­rin zwar nicht Schutz, be­tont aber: „Die Län­der im Sü­den müs­sen wis­sen, dass Hil­fen nur wir­ken, wenn Struk­tur­re­for­men an­ge­packt wer­den.“In Eu­ro­pa und ins­be­son­de­re in der Eu­ro-Zo­ne müs­se man zu ei­nem Sys­tem kom­men, in dem Re­for­men auch mit Hil­fen und In­ves­ti­tio­nen be­lohnt wür­den.

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