Schle­cker-In­sol­venz­ver­wal­ter will Mil­lio­nen von Hen­kel

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

DÜS­SEL­DORF (anh) Al­tes Kar­tell­ver­fah­ren, neu­er Är­ger für Hen­kel: Der In­sol­venz­ver­wal­ter der Dro­ge­rie­markt­ket­te Schle­cker for­dert von frü­he­ren Lie­fe­ran­ten Scha­den­er­satz in drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he. Die ers­ten Kla­gen we­gen il­le­ga­ler Preis­ab­spra­chen sei­en beim Land­ge­richt Stutt­gart ein­ge­reicht wor­den, sag­te ein Spre­cher von In­sol­venz­ver­wal­ter Arndt Gei­witz.

Laut Me­dien­be­rich­ten for­dert Gei­witz von Tchi­bo und Me­lit­ta zu­sam­men 99 Mil­lio­nen Eu­ro, von den Wasch­mit­tel­her­stel­lern Hen­kel, Uni­le­ver, Proc­ter & Gam­ble 25 Mil­lio­nen. Die Kon­zer­ne sol­len sich ab­ge­spro­chen und von Schle­cker über­höh­te Prei­se für Kaf­fee und Wasch­mit­tel ge­nom­men ha­ben. Der Hen­kel-Spre­cher sag­te: „Uns ist bis­lang kei­ne Kla­ge zu­ge­stellt wor­den, da­her kön­nen wir den Sach­ver­halt nicht kom­men­tie­ren.“Proc­ter & Gam­ble be­stä­tig­te den Ein­gang ei­ner Kla­ge.

Hin­ter­grund sind Vor­gän­ge, die be­reits über zehn Jah­re zu­rück­rei­chen. Von 2002 bis 2005 hat­ten Wasch­mit­tel-Her­stel­ler Prei­se zu Las­ten des Han­dels und da­mit der Ver­brau­cher ab­ge­spro­chen. 2008 hat­te der Düs­sel­dor­fer Kon­zern selbst die zu­stän­di­gen Be­hör­den in­for­miert. Im Jahr 2011 ver­häng­te die EU-Kom­mis­si­on ge­gen die Wasch­mit­tel­her­stel­ler Buß­gel­der in Mil­lio­nen-Hö­he. Hen­kel kam oh­ne Buß­geld da­von, weil der Kon­zern das Kar­tell hat­ten auf­flie­gen las­sen und um­fas­send mit der EU zu­sam­men­ge­ar­bei­tet hat­te.

Der Schle­cker-In­sol­venz­ver­wal­ter hebt das Kar­tell-Ver­ge­hen nun auf zi­vil­recht­li­che Ebe­ne. Die Dro­ge­rie­markt-Ket­te hat­te im Ja­nu­ar 2012 In­sol­venz an­ge­mel­det, 25.000 Mit­ar­bei­ter ver­lo­ren ih­ren Job. Seit­her be­müht sich Arndt Gei­witz, über­all Geld ein­zu­trei­ben, um die For­de­run­gen der Gläu­bi­ger, die sich auf ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro be­lau­fen, be­frie­di­gen zu kön­nen. Als nächs­tes wol­le er auch ge­gen frü­he­re Lie­fe­ran­ten wie Bei­ers­dorf (Ni­vea), Erd­al (Schuh­creme) oder L’Oréal (Kos­me­tik) vor­ge­hen. Par­al­lel da­zu läuft ei­ne An­kla­ge der Staats­an­walt­schaft Stutt­gart ge­gen An­ton Schle­cker, der sein Ver­mö­gen auf il­le­ga­le Wei­se vor dem Zu­griff der Gläu­bi­ger ge­schützt ha­ben soll.

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