Das än­dert sich bei Ren­te & Co. ab dem 1. Ju­li

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN (dpa) Rent­ner und we­nig ver­die­nen­de Fa­mi­li­en mit Kin­dern ha­ben vom 1. Ju­li an mehr Geld in der Ta­sche. Die rund 20 Mil­lio­nen Rent­ner pro­fi­tie­ren von der höchs­ten Ren­ten­er­hö­hung seit 23 Jah­ren. An­ge­ho­ben wird auch der Kin­der­zu­schlag. Gu­te Nach­richt gibt es zu­dem für Ur­lau­ber: Im Ju­li und Au­gust dür­fen Last­wa­gen auch sams­tags nicht fah­ren. Fol­gen­de ge­setz­li­che Än­de­run­gen ste­hen im Ju­li an: Ren­te Zum 1. Ju­li steigt die Ren­te um 4,25 Pro­zent in den al­ten Län­dern und um 5,95 Pro­zent in den neu­en Län­dern. Rech­net man die Jah­ren nicht mehr. „Ver­gan­ge­nes Jahr war das Heiz­öl im Schnitt rund 25 Pro­zent güns­ti­ger als im Vor­jahr“, rech­net Ul­rich Ropertz vor.

Grund für die­se nied­ri­gen Prei­se ist der­weil vor al­lem der Preis­ver­fall beim Roh­öl: So ist bei­spiels­wei­se das Öl-An­ge­bot vor al­lem aus den für den Markt so wich­ti­gen Opec-Staa­ten so groß wie nie. Mehr noch: Vie­le Staa­ten ha­ben ih­re Pro­duk­ti­on so­gar an­ge­kur­belt und drücken da­mit den Preis, al­len vor­an Sau­di-Ara­bi­en, aber auch der Iran. In den USA wird zu­dem im­mer mehr Erd­öl im­mer schnel­ler durch Fracking ge­won­nen. Das al­les sorgt da­für, dass ins­ge­samt im­mer mehr Öl auf den Markt kommt – und ent­spre­chend bil­li­ger für die Ab­neh­mer wird.

Das freut nicht nur Au­to­fah­rer, die im­mer wie­der von dar­aus re­sul­tie­ren­den nied­ri­gen Sprit­prei­sen pro­fi­tie­ren, son­dern eben auch die Ab­neh­mer von Heiz­öl. Ein paar Zah­len: Im Ju­ni 2014 kos­te­te der Brenn­stoff laut Ener­gie In­for­ma­ti­ons­dienst im Schnitt bei ei­ner Ab­nah­me von 3000 Li­tern in Deutsch­land 84,20 Eu­ro je 100 Li­ter. Im ver­gan­ge­nen Jahr be­trug der­zeit ge­rin­gen Preis­stei­ge­run­gen mit ein, ist es so­gar die höchs­te rea­le Ren­ten­er­hö­hung seit 1977. Die Ren­ten­ver­si­che­rung über­weist die hö­he­ren Al­ters­be­zü­ge au­to­ma­tisch an die Se­nio­ren. Auch die Ver­sor­gungs­be­zü­ge wer­den in den al­ten und neu­en Län­dern um 4,25 Pro­zent an­ge­ho­ben. Grund für die Er­hö­hung sind die Lohn­stei­ge­run­gen und da­mit auch die hö­he­ren Bei­trags­zah­lun­gen, die die Ren­ten­kas­se fül­len. Lohn­er­hö­hun­gen und Ren­ten­plus sind per Ren­ten­for­mel an­ein­an­der ge­bun­den.

Kin­der­zu­schlag

Zum 1. Ju­li steigt der durch­schnitt­li­che Preis im sel­ben Zei­t­raum für 3000 Li­ter 67,05 Eu­ro je 100 Li­ter. Und für die­se Wo­che hat der In­for­ma­ti­ons­dienst ei­nen Preis von 54,30 Eu­ro je 100 Li­ter bei glei­cher Ab­nah­me an­ge­ge­ben. Der Preis sinkt so­mit wei­ter. Ob sich das dann auch auf die Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nung für 2016 po­si­tiv aus­wir­ken wird, bleibt je­doch ab­zu­war­ten. „Der Öl­preis ist ja nur ein Fak­tor der Kos­ten. Es

Ul­rich Ropertz kommt auch auf die Wit­te­rungs­ver­hält­nis­se und das Heiz­ver­hal­ten je­des Ein­zel­nen an“, sagt Ul­rich Ropertz. Ei­ne Pro­gno­se für 2016 kön­ne man kaum ab­ge­ben.

Ist die Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nung für 2015 erst ein­mal im Brief­kas­ten an­ge­kom­men – und das kann je nach Be­lie­ben des Ver­mie­ters auch erst am 31. De­zem­ber der Fall sein – gilt es für Mie­ter ei­ni­ges zu be­ach­ten. „Je­de zwei­te Abrech­nung der Kin­der­zu­schlag für Ge­ring­ver­die­ner um 20 Eu­ro auf dann ma­xi­mal 160 Eu­ro mo­nat­lich. Fahr­ver­bo­te Im Ju­li und Au­gust dür­fen Last­wa­gen auch am Sams­tag nicht fah­ren – das Sonn- und Fei­er­tags­fahr­ver­bot wird da­mit aus­ge­dehnt. Auf hoch be­las­te­ten Stre­cken dür­fen 7,5-Ton­ner oder Lkw mit An­hän­ger nur in Aus­nah­men zwi­schen sie­ben und 20 Uhr ver­keh­ren. Deutsch­kur­se Der Bund fi­nan­ziert ab 1. Ju­li Sprach­för­de­rung für Flücht­lin­ge, die ei­ne gu­te Blei­be­per­spek­ti­ve ha­ben. Aber auch EU-Bür­ger so­wie deut­sche Staats­an­ge­hö­ri- ist falsch“, sagt Ropertz. Grün­de sei­en Nach­läs­sig­keit, Un­kennt­nis oder auch schon ein­mal der bö­se Wil­le ei­nes Ver­mie­ters. Es lohnt da­her der stren­ge prü­fen­de Blick auf die Rech­nung – im­mer im Ver­gleich mit dem Kos­ten­spie­gel mit Schätz­wer­ten, der et­wa auf den In­ter­net­sei­ten des Mie­ter­bun­des zu fin­den ist.

Eben­falls ein Pro­blem bei der Abrech­nung: Nicht im­mer kommt der Ver­mie­ter sei­nen Pflich­ten zur Rück­zah­lung nach – oder er tut es nur sehr lang­sam. Ge­schieht dies, hat der Mie­ter das Recht, die Mie­te zu kür­zen – da­bei müs­sen je­doch ei­ni­ge Re­geln be­ach­tet wer­den.

So ist es grund­sätz­lich bei je­dem Ver­trag mög­lich, ei­ge­ne For­de­run­gen mit den For­de­run­gen des Ver­trags­part­ners zu ver­rech­nen. In der je­wei­li­gen Hö­he gilt dann die For­de­rung des an­de­ren als be­gli­chen. Auch bei ei­nem Miet­ver­trag ist das er­laubt. An­ge­nom­men, die Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nung hat ein Gut­ha­ben des Mie­ters von rund 200 Eu­ro er­ge­ben. Sein An­spruch dar­auf ist oh­ne Zwei­fel, da ihn der Ver­mie­ter sel­ber aus­ge­rech­net hat. Die­ser über­weist aber nicht. In so ei­nem Fall kann sich der Mie­ter per ge mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund könn­ten an be­rufs­be­zo­ge­nen Sprach­kur­sen teil­neh­men. Elek­tro­ge­rä­te Ab 24. Ju­li sind gro­ße Händ­ler – ein­schließ­lich On­line­händ­ler – ver­pflich­tet, sper­ri­ge Alt­ge­rä­te wie Kühl­schrän­ke, Wasch­ma­schi­nen oder Fern­se­her beim Kauf ei­nes gleich­wer­ti­gen Ge­rä­tes kos­ten­los zu­rück­zu­neh­men. Klein­ge­rä­te wie Ra­sie­rer oder Han­dys kön­nen Kun­den so­gar oh­ne den Kauf ei­nes neu­en Ge­rä­tes ab­ge­ben. Kom­mu­na­le Re­cy­cling­hö­fe neh­men Alt­ge­rä­te kos­ten­los an. „Auf­rech­nung“ho­len, was ihm zu­steht. Er kürzt die Mie­te ein­ma­lig um 200 Eu­ro und macht auf der Über­wei­sung ei­nen Ver­merk. „Der Ver­mie­ter muss sich das ge­fal­len las­sen“, sagt Rechts­an­wäl­tin Ka­tia Gen­kin. „Soll­te er des­we­gen kla­gen oder kün­di­gen, wür­de er ei­nen Pro­zess mit Pau­ken und Trom­pe­ten ver­lie­ren.“

Da die­ses Druck­mit­tel man­chen Ver­mie­tern nicht be­hagt, wol­len sie im Miet­ver­trag das Auf­rech­nungs­recht aus­schlie­ßen. Das ist aber nicht zu­läs­sig. Der Ge­setz­ge­ber hat ge­re­gelt, dass der Mie­ter im­mer sei­ne For­de­rung auf­rech­nen darf. „Das Auf­rech­nungs­recht des Mie­ters darf le­dig­lich ein­ge­schränkt wer­den“, sagt Gen­kin. Ei­ner­seits ist es zu­läs­sig, dass der Ver­mie­ter ei­ne An­kün­di­gung von min­des­tens ei­nem Mo­nat vor­her ver­langt. An­de­rer­seits kann der Auf­rech­nungs­an­spruch auf un­be­strit­te­ne oder rechts­kräf­tig fest­ge­stell­te For­de­run­gen be­grenzt wer­den. Wur­de ei­ne sol­che Klau­sel ver­ein­bart, dürf­te der Mie­ter nicht auf­rech­nen, wenn er mit dem Ver­mie­ter noch über den An­spruch strei­tet, sei es ge­richt­lich oder au­ßer­ge­richt­lich.

Ge­schäfts­füh­rer Deut­scher Mie­ter­bund

In­ter­net Ver­brau­cher kön­nen ab 1. Ju­li eu­ro­pa­weit leich­ter Ver­trä­ge per PC, Ta­blet oder Smart­pho­ne im In­ter­net ab­schlie­ßen: Die EU-Ver­ord­nung über elek­tro­ni­sche Iden­ti­fi­zie­rung und Ver­trau­ens­diens­te schaf­fe ein­heit­li­che Rah­men­be­din­gun­gen für die grenz­über­schrei­ten­de Nut­zung elek­tro­ni­scher Un­ter­schrif­ten. Ree­de­rei­en Ree­de­rei­en wer­den steu­er­lich ent­las­tet. Sie durf­ten seit Ju­ni die Lohn­steu­ern ein­be­hal­ten. Hin­ter­grund ist, dass nur noch et­wa 360 Han­dels­schif­fe un­ter deut­scher Flag­ge fah­ren.

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