Pas­ta am Rhein

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - KULTUR -

Wer das „La Ri­va“in Kre­feld-Uer­din­gen an­steu­ert, sieht schon von wei­tem die ita­lie­ni­sche Flag­ge. Ge­kocht wird wie bei La Mam­ma.

Gut ge­le­gen? Sel­ten konn­te die­se Fra­ge mit ei­nem so kla­ren Ja be­ant­wor­tet wer­den. Das Ri­va (deutsch: Ufer) liegt nicht nur am Rhein­ufer, son­dern man hat dort das Ge­fühl, di­rekt über dem Was­ser zu sit­zen. Drum­her­um hüb­sche, alte Häu­ser des Kre­fel­der Stadt­teils Uer­din­gen, auf dem Strom zie­hen Last­käh­ne und Frach­ter vor­bei, ge­gen­über lie­gen rie­si­ge Uf­er­wie­sen. Das we­nig an­sehn­li­che Che­mie­werk mit dem klei­nen Bay­er-Kreuz ist zwar für die Gäs­te sicht­bar, aber weit ge­nug weg, um als in­ter­es­san­te In­dus­trie­ku­lis­se zu die­nen. Gut ge­schmeckt? Auf je­den Fall. Wir star­te­ten mit „Drei­er­lei aus dem Meer“(15,90 Eu­ro), ob­wohl wir den Na- men ein biss­chen pie­fig fan­den, wur­den aber mit groß­ar­ti­gem Thun­fisch-Sa­shi­mi mit ei­ner spar­sam auf­ge­tra­ge­nen süß-sau­ren Sau­ce, zart ge­bra­te­nem Lachs und ei­ner hauch­dünn ge­schnit­te­nen Ja­kobs­mu­schel an­ge­nehm über­rascht. Auch die ge­bra­te­nen Ba­by­Ca­la­ma­ri (10,90) be­wie­sen das Kön­nen der Kü­che: Sie wa­ren biss­fest, aber zart und nicht, wie so oft er­lebt, gum­mi­ar­tig ge­ra­ten. Der Hum­merPa­pa­ya-Sa­lat (16,90) lag lo­cker leicht auf der Ga­bel, ei­ne idea­le klei­ne und fei­ne Le­cke­rei für ei­nen, der nicht ganz so viel Hun­ger ver­spürt.

Weil die Auf­nah­me­ka­pa­zi­tät nach die­sen Vor­spei­sen be­reits ein­ge­schränkt war, ver­zich­te­ten wir auf Fleisch (es gibt meh­re­re An­ge­bo­te auf der Kar­te wie et­wa Kalbs­le­ber­schei­ben oder Milch-Kalbs­ko­te­lett mit Pfif­fer­lin­gen für 19,50 Eu­ro, bzw. 21,90 Eu­ro) und tes­te­ten die Pas­ta. So­wohl die schwar­zen Nu­deln mit Pfif­fer­lin­gen und Scam­pi (14,90) wie auch die Stroz­za­pre­ti (13,90) – die fein auf­ge­dreh­ten „Pries­ter­wür­ger“– mit Fi­let­strei­fen und Ru­co­la zeig­ten ganz klar: Die grün-weiß-ro­te Fah­ne flat­tert zu Recht über der Ter­ras­se. Das Ri­va bie­tet ita­lie­ni­sche Kü­che, wie sie sein soll: un­prä­ten­ti­ös, mit dem nö­ti­gen Mut zur Wür­ze, auf den Punkt ge­gart. Über­ra­schend? Ganz klar – die La­ge. Nicht-Kre­fel­der ha­ben kei­ne Ah­nung, wie schön das Rhein­ufer dort ist. Hin­zu kommt ein ein­ma­li­ges En­sem­ble al­ter Ge­bäu­de in der di­rek­ten Nach­bar­schaft, die von Wohl­stand zeu- gen und de­ren His­to­rie man ger­ne ken­nen­ler­nen wür­de. Auf je­den Fall ein loh­nen­des Ziel. Den Preis wert? Das Preis-Leis­tungs­ver­hält­nis ist gut, zwei Per­so­nen es­sen aus­gie­big mit Ge­trän­ken für deut­lich un­ter 100 Eu­ro – an­ge­sichts der Qua­li­tät ist das an­ge­mes­sen. Das teu­ers­te Ge­richt der Kar­te ist ein Black-An­gus-Rin­der­fi­let in ei­ner Port­weinT­rüf­fel-Sau­ce für 25,90 Eu­ro. Gut be­dient? Die aus­schließ­lich männ­li­che und ita­lie­ni­sche Cr­ew ist kom­pe­tent, zu­rück­hal­tend freund­lich und war auch bei Son­der­wün­schen fle­xi­bel. Fa­zit Gro­ßer Bei­fall als Gruß an die Kü- che. Wir fühl­ten uns im Ri­va an die be­rühm­ten Holz­mo­tor­boo­te glei­chen Na­mens aus Ita­li­en er­in­nert: zeitlos schö­ner Ge­nuss, der Lust auf mehr macht. In­fo „La Ri­va“, Damm­stra­ße 18, 47829 Kre­feld-Uer­din­gen. Öff­nungs­zei­ten: Di.–So. 12–15 und 18–1 Uhr. Mon­tags Ru­he­tag, au­ßer an Fei­er­ta­gen. Tel.: 02151-579774 . in­fo@la-ri­va.com www.la-ri­va.com

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