Tanz mit Gum­mi­rei­fen und Luft­pum­pen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER KULTUR -

(kl) Su­per­sym­pa­thisch schon vor Be­ginn: Das Stück ist dem Tanz­haus zu­fol­ge nur auf ei­ne hal­be St­un­de an­ge­legt, und weil man die ei­ge­ne Kind­heit ja noch in Er­in­ne­rung hat und die Schul­aus­flü­ge ins Thea­ter, die oft zur lan­gen Wei­le wur­den, ist das schon mal gut. „Pffffhh“heißt das Tanz­thea­ter­stück, das ges­tern ur­auf­ge­führt und vor al­lem auch für ein ganz jun­ges Pu­bli­kum cho­reo­gra­fiert wur­de. Auf der Büh­ne steht nur Tän­ze­rin Odi­le Fo­ehl, wo­bei man das nicht wört­lich neh­men soll­te, denn zu­nächst liegt sie im In­nern ei­nes Gum­mi­rei­fen-Sta­pels. Man sieht nur ih­re Fü­ße, dann auch ei­ne Hand, ei­nen Arm, sie kämpft sich raus, gro­ßes Ge­läch­ter im klei­nen Tanz­haus-Saal. Das ist die Kunst beim Kin­der­thea­ter, Ima­gi­na­tio­nen zu er­zeu­gen. „Ei­ne Rau­pe“, ruft ein Jun­ge jauch­zend. „Ne, ei­ne Bie­ne“, kor­ri­giert er sich – auch wenn da für den Er­wach­sen nur Rei­fen­sta­pel zu se­hen sind. Fo­ehl spielt mit dem Ma­te­ri­al, sie baut sich ei­nen Thron aus Gum­mi­schläu­chen, schwenkt ei­ne Fahr­rad-Luft­pum­pe, das ist ihr Zep­ter. Ein­mal er­klimmt sie ei­nen Sta­pel Rei­fen, lässt sich fal­len, fe­dert ab und lan­det schließ­lich auf dem Bo­den. Da wird gar „Zu­ga­be!“ge­ru­fen, ob­wohl das Stück noch gar nicht vor­bei ist. Denn das ist dann letzt­lich doch ein Ma­kel, im Mit­tel­teil fehlt der Per­for­mance die Dich­te, auch weil Fo­ehl in ih­rem So­lo man­ches zu­nächst her­rich­ten muss, im Pu­bli­kum wird es zu­wei­len un­ru­hig. Das Stück dau­ert denn auch 40 Mi­nu­ten. Ein paar we­ni­ger hät­ten der Sa­che wohl gut­ge­tan. In­fo Nächs­te Vor­stel­lun­gen: heu­te, 10 Uhr; Sams­tag und Sonn­tag, 11 Uhr.

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