Ka­len­der­blatt 1. Ju­li 1863

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - UNTERHALTUNG - TEXT: JENI / FO­TO: ULLSTEIN; LITHOGRAPH BY CURRIER & IVES

Get­tysburg könn­te ei­ne nor­ma­le ame­ri­ka­ni­sche Kle­in­stadt sein. Nur 7000 Men­schen le­ben in dem Ort im US-Bun­des­staat Penn­syl­va­nia. Doch für Ame­ri­ka hat der Fle­cken grö­ße­re Be­deu­tung als die Zahl sei­ner Ein­woh­ner. Rund zwei Mil­lio­nen Tou­ris­ten su­chen dort je­des Jahr die Schlacht­fel­der auf, auf de­nen die Kon­fö­de­rier­ten Staa­ten von Ame­ri­ka ei­ne her­be Nie­der­la­ge im Se­zes­si­ons­krieg er­lit­ten. Ober­be­fehls­ha­ber der Nord-Vir­gi­nia-Ar­mee, die ab dem 1. Ju­li 1863 ge­gen die Po­to­mac-Ar­mee der Uni­on in Feld zog, war Ro­bert E. Lee. Der Süd­staa­tenGe­ne­ral war als glän­zen­der Stra­te­ge ge­fürch­tet und hat­te schon so man­chen Sieg da­von­ge­tra­gen, ob­wohl sei­ne Män­ner nicht sel­ten in Un­ter­zahl auf dem Feld stan­den. Auch in Get­tysburg stan­den 75.000 Kon­fö­de­rier­te 83.000 Uni­ons-Sol­da­ten ge­gen­über. Doch die­ses Mal tri­um­phier­te Lee nicht. Die Schlacht dau­er­te drei Ta­ge, sie gilt als die ver­lust­reichs­te des Bür­ger­kriegs. Am En­de wa­ren mehr als 5500 Mann ge­fal­len, vie­le der rund 25.000 Ver­wun­de­ten über­leb­ten die nächs­ten Ta­ge nicht. Die Süd­staa­ten wa­ren ver­nich­tend ge­schla­gen. His­to­ri­ker ge­hen da­von aus, dass es ein Feh­ler war, den flie­hen­den Sol­da­ten nicht nach­zu­set­zen – viel­leicht hät­te der Bür­ger­krieg an die­sem Tag be­en­det wer­den kön­nen. So aber focht der Sü­den noch zwei Jah­re wei­ter für ei­ne ver­lo­re­ne Sa­che – erst 1865 en­de­te der ame­ri­ka­ni­sche Bür­ger­krieg.

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