Prü­ge­lei un­ter Nach­barn en­det mit Be­wäh­rungs­stra­fen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON WULF KANNEGIESSER

Ei­ne Prü­ge­lei von zwei Frau­en im Trep­pen­haus führ­te ges­tern beim Amts­ge­richt zu Be­wäh­rungs­stra­fen. In El­ler wa­ren ei­ne 69-jäh­ri­ge Mut­ter und ih­re 42-jäh­ri­ge Toch­ter vor ei­nem Jahr auf ei­ne Nach­ba­rin los­ge­gan­gen, die mit ih­rem Sohn (3) im Haus­flur vor­bei­kam. An­geb­lich wür­de das Kind in der dar­über lie­gen­den Woh­nung her­um­tram­peln, was Mut­ter und Toch­ter den letz­ten Nerv ge­raubt ha­be. Bei­de igno­rier­ten ges­tern zwar den Pro­zess­ter­min und lie­ßen sich bei Ge­richt nicht bli­cken. Ver­ur­teilt wur­den sie we­gen Kör­per­ver­let­zung und Be­lei­di­gung aber trotz­dem.

Ge­mein­sam ha­ben Mut­ter und Toch­ter im Trep­pen­haus laut An­kla­ge auf die Nach­ba­rin (41) nach kur­zem Dis­put ein­ge­prü­gelt, sol­len auf die Frau so­gar noch ein­ge­tre­ten ha­ben, als sie schon am Bo­den lag. De­ren klei­ner Sohn wur­de an­geb­lich von den An­ge­klag­ten mit un­flä­ti­gen Be­schimp­fun­gen über­häuft. Dass er „schmut­zig“sei, war noch der harm­lo­ses­te Aus­druck, hieß es spä­ter in der An­zei­ge.

Vol­ler Pa­nik sei das Kind weg­ge­lau­fen, ha­be sich im Trep­pen­haus vor dem Prü­gel­duo ver­steckt. Als die Po­li­zei kam, war die at­ta­ckier­te Nach­ba­rin oh­ne sicht­ba­re Ver­let­zun­gen da­von­ge­kom­men, aber ih­re An­schul­di­gun­gen ge­gen Mut­ter und Toch­ter konn­te sie trotz­dem stüt­zen: Die Hie­be und Trit­te hat­ten die An­ge­klag­ten näm­lich bei halb­of­fe­ner Haus­tür aus­ge­teilt, so dass zwei zu­fäl­lig vor­bei kom­men­de Frau­en als neu­tra­le Zeu­gin­nen das Ge­sche­hen be­ob­ach­ten und die An­zei­ge der 41-Jäh­ri­gen be­stä­ti­gen konn­ten. Das an­ge­klag­te Duo be­haup­te­te, der klei­ne Jun­ge sei in der dar­über lie­gen­den Woh­nung „im­mer ein­ge­sperrt“, wür­de wohl des­we­gen laut her­um­tram­peln. Mut­ter und Toch­ter hät­ten des­halb auch schon das Ju­gend­amt ein­ge­schal­tet.

Ih­re Ver­si­on auch bei Ge­richt zu ver­tre­ten, brach­ten Mut­ter und Toch­ter aber of­fen­bar nicht fer­tig. Ei­nen ers­ten Pro­zess­ter­min hat­ten sie im Vor­feld schon ge­schwänzt, wur­den in Ab­we­sen­heit zu je sechs Mo­na­ten Be­wäh­rungs­stra­fe ver­ur­teilt. Weil sie da­ge­gen pro­tes­tier­ten, setz­te der Rich­ter ges­tern den zwei­ten Ter­min an. Da die An­kla­ge­bank aber wie­der leer blieb, ist das Ur­teil jetzt rechts­kräf­tig. Die Stra­fe ist so­mit fäl­lig.

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