Nach 79 Jah­ren sol­len An­woh­ner für Stra­ße zah­len

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE -

WERS­TEN (wuk) Der Stadt droht vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt wo­mög­lich die nächs­te Pro­zess­nie­der­la­ge. 79 Jah­re nach der Ver­le­gung ei­nes Stra­ßen­be­lags in Wers­ten ha­ben zwei An­woh­ner der Stra­ße Auf’m Rott jetzt Kla­gen ge­gen die Stadt er­ho­ben. Als Er­schlie­ßungs­bei­trag soll­ten die Klä­ger laut Kos­ten­be­scheid je rund 10.000 Eu­ro zah­len. In ei­nem ähn­li­chen Streit um Er­schlie­ßungs­bei­trä­ge in ei­nem an­de- ren Stadt­teil war die Stadt erst vor we­ni­gen Ta­gen un­ter­le­gen. Auch der städ­ti­schen Ab­schleppp­ra­xis bei still­ge­leg­ten Au­tos hat­te das Ver­wal­tungs­ge­richt En­de Ju­ni zum wie­der­hol­ten Mal ei­ne Ab­fuhr er­teilt. Der Pro­zess um die Auf’m-Rott-Kla­gen ist für den 28. Ju­li vor­ge­se­hen.

Grund­stücks­ei­gen­tü­mer müs­sen für stra­ßen­bau­li­che Maß­nah­men grund­sätz­lich Er­schlie­ßungs­bei­trä­ge an die Stadt leis­ten. Die­se Pflicht gilt aber erst, so­bald die Ar­bei­ten ab­ge­schlos­sen sind. Dass jetzt aber so­gar Bei­trä­ge für Leis­tun­gen ein­ge­for­dert wer­den, die aus dem Jahr 1937 stam­men, al­so fast 80 Jah­re zu­rück­lie­gen, mach­te die Klä­ger Auf’m Rott stut­zig. Dort sei 1937 erst­mals ei­ne Teer­splitt-Ein­streu­de­cke auf­ge­tra­gen wor­den. 1956 ka­men Be­leuch­tungs­an­la­gen da­zu, zwi­schen 1977 und 1979 wur­de ein „Misch­was­ser-Ka­nal“er­rich­tet und 2009/ 2010 wur­den Geh­we­ge Auf’m Rott fer­tig­ge­stellt so­wie ein Ver­kehrs­grün an­ge­legt. Ku­ri­os ist aber nicht nur, dass die Stadt für den jetzt er­ho­be­nen Er­schlie­ßungs­bei­trag die Kos­ten von 1937 für die Fahr­bahn­de­cke erst auf­wän­dig um­rech­nen muss­te – von der da­mals gül­ti­gen Reichs­mark auf den ak­tu­el­len Eu­roKurs. Eben­falls ku­ri­os fin­den zu­min­dest die Klä­ger, dass sie von der Stadt jetzt noch ei­nen wei­te­ren Be- scheid für ei­nen Stra­ßen-Aus­bauBei­trag für Er­neue­run­gen und Ver­bes­se­run­gen er­hal­ten ha­ben. Dar­in ent­hal­ten sind ne­ben den Kos­ten für Um­bau­ten der Stra­ßen­la­ter­nen von Gas auf Strom und für den Ein­bau zu­sätz­li­cher Stra­ßen­la­ter­nen auch Kos­ten für ei­ne Er­neue­rung der Fahr­bahn. Al­so grei­fen die Klä­ger dem­nächst bei­de Bei­trags-Be­schei­de in ei­nem Ver­hand­lungs­ter­min an. (28.7, 10 Uhr, Raum 235)

RP-FO­TO: BAU­ER

Adolf Krebs (64) ist bei den Mit­ar­bei­tern der Dia­ko­nie vor al­lem für sei­ne un­kom­pli­zier­te Art be­liebt – und we­gen der vie­len Pro­jek­te, die er an­stieß.

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