Spiel­ball der Po­li­tik

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT -

Die Stadt­spar­kas­se ist tra­di­tio­nell ein Spiel­ball der Po­li­tik. Aus den Spit­zen­leu­ten, die in den letz­ten Jah­ren vor­zei­tig auf die Stra­ße ge­setzt wur­den, lie­ße sich mü­he­los ein kom­plet­ter Vor­stand bil­den. Oft­mals wa­ren die De­mis­sio­nen nicht zwin­gend. Da­für ste­hen et­wa das vor­zei­ti­ge Aus für den Vor­stands­chef Pe­ter Fröh­lich und den Vor­stand Andre­as Goß­mann. Im­mer wie­der wird in sol­chen Fäl­len die „feh­len­de Che­mie“oder das „feh­len­de Ver­trau­en“ins Feld ge­führt, der Dis­sens mit dem Rat­haus. Wie frag­wür­dig und kost­spie­lig man­che Ent­schei­dung un­se­rer Volks­ver­tre­ter ist, zei­gen zwei ak­tu­el­le Fäl­le: Der nicht wie­der­ge­wähl­te Ri­si­ko-Vor­stand der Stadt­spar­kas­se Mar­tin van Gem­me­ren und der eben­falls nicht wie­der­ge­wähl­te und be­reits frei­ge­setz­te IDRChef De­nis Rau­hut sind mit nur ei­ner Stim­me Mehr­heit aus dem Amt be­för­dert wor­den. Bei­de wa­ren un­be­que­me Cha­rak­te­re, bei­de ha­ben sich – teils mit har­ten Ban­da­gen – für das Wohl ih­res Un­ter­neh­mens ein­ge­setzt. Fach­li­che Feh­ler, schlim­me Ver­säum­nis­se oder Ver­lus­te? Fehl­an­zei­ge. Po­li­tik und Stadt­spit­ze üben mit Macht Ein­fluss aus, pro­du­zie­ren Kos­ten – aber wenn ei­ne Per­so­nal­ent­schei­dung wie jetzt am Flug­ha­fen ein Fehl­griff war, über­nimmt nie­mand die Ver­ant­wor­tung da­für. Für al­le, die für Po­li­ti­ker­haf­tung ein­tre­ten, Was­ser auf die Müh­len. uwe-jens.ruhnau

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