Ein Lu­xus-Vio­lon­cel­lo für Stu­dent Paul

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT -

(se­mi) Vie­le Mu­si­ker be­han­deln ihr In­stru­ment wie ei­nen Schatz. Doch das Vio­lon­cel­lo von Paul Böh­me, Stu­dent der Ro­bert-Schu­man­nHoch­schu­le, ist tat­säch­lich ei­ne Kost­bar­keit, hat es doch den Wert ei­nes ge­ho­be­nen Mit­tel­klas­se­wa­gens. „Ich ha­be im­mer ei­ne Hand am Cel­lo“, sagt der 20-Jäh­ri­ge und lacht. Um­so mehr, als das In­stru­ment nur ge­lie­hen ist. Das ed­le Cel­lo muss­te sich Böh­me hart er­kämp­fen be­zie­hungs­wei­se er­spie­len. Mo­na­te­lang be­rei­te­te sich der Stu­dent von Pro­fes­sor Gott­hard Popp auf den Wett­be­werb des Deut­schen Mu­sik­in­stru­men­ten­fonds vor, mit dem die Deut­sche Stif­tung Mu­sik­le­ben jun­ge Spit­zen­mu­si­ker aus­wählt, die Gei­gen, Brat­schen und eben Vio­lon­cel­li ge­lie­hen be­kom­men. Die Stif­tung will so den deut­schen Spit­zen­nach­wuchs för­dern, aber auch ver­hin­dern, dass In­stru­men­te als Wert­an­la­ge im Tre­sor ver­schwin­den. Zu­mal die In­stru­men­te nur meh­re­re hun­dert Jah­re alt wer­den kön­nen, wenn sie re­gel­mä­ßig ge­spielt und ge­pflegt wer­den. Un­ter den 190 von der Stif­tung ver­wal­te­ten In­stru­men­ten sind Vio­li­nen von Stra­di­va­ri und Gaglia­no, aber auch mo­der­ne Sai­ten­in­stru­men­te aus eu­ro­päi­schen Meis­ter­werk­stät­ten. So wie das Vio­lon­cel­lo von Paul Böh­me. Es stammt aus der jün­ge­ren Cre­mo­na-Schu­le des Leo­ni­das Ra­fae­li­an. Als der Stu­dent den schwar­zen In­stru­men­ten­kof­fer öff­ne­te, er­litt er al­ler­dings ei­nen Schock: Denn in der Zar­ge des kost­ba­ren In­stru­ments war ein knapp fünf Zen­ti­me­ter lan­ger Riss. Die Stif­tung hat es in­zwi­schen aber „fli­cken“las­sen, Böh­me hat sei­nen Schatz zu­rück. Und den wird der 20-Jäh­ri­ge, der 2013 mit ers­ten Prei­sen beim Bun­des­wett­be­werb Ju­gend mu­si­ziert und 5. Dotzau­er- Wett­be­werb für jun­ge Cel­lis­ten in Dres­den ge­ehrt wur­de, nicht mehr aus den Au­gen las­sen. Und si­cher auch 2017 wie­der beim Wett­be­werb des Deut­schen Mu­sik­in­stru­men­ten­fonds teil­neh­men. Denn nur wenn Böh­me, der schon im Al­ter von vier Jah­ren sein ers­tes Cel­lo er­hielt, die Ju­ry über­zeu­gen kann, darf er das In­stru­ment ein wei­te­res Jahr be

hal­ten.

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