Sa­fa­ri und Wild­tie­re in den Ar­den­nen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK - VON ROLF MINDERJAHN FO­TO: ROLF MINDERJAHN

Der Wild­tier­park Mon­de Sau­va­ge in Re­mouch­amps, 20 Ki­lo­me­ter süd­lich von Lüt­tich, bie­tet ei­ne Men­ge At­trak­tio­nen für die gan­ze Fa­mi­lie.

Ei­ne ech­te Sa­fa­ri in der Welt der Wild­nis. Und man braucht we­der den Kon­ti­nent zu wech­seln noch sehr weit zu fah­ren. Denn der Wild­tier­park Mon­de Sau­va­ge liegt nur rund 60 Ki­lo­me­ter von der deut­schen Gren­ze ent­fernt, mit­ten in den Ar­den­nen. Hier er­war­tet ei­nen kein auf dem Reiß­brett ge­plan­ter Zoo am Ran­de ei­nes Ge­wer­be­ge­bie­tes. Denn die­ser Park mit sei­ner enor­men tie­ri­schen Viel­falt ist in die wun­der­schö­ne Na­tur der hü­ge­li­gen Land­schaft am Ran­de des Amel­ta­les ein­ge­bet­tet.

Das Sa­fa­ri­ge­län­de, das gleich am An­fang der Rou­te durch den Park liegt, kann man mit dem ei­ge­nen Wa­gen durch­fah­ren, es lohnt sich. Al­ter­na­tiv kann man mit der Sa­fa­ri­bahn Ele­fan­ten, Nil­pfer­de, Gi­raf­fen, Ze­bras und Was­ser­büf­fel in halb­frei­er Wild­bahn er­le­ben.

Man sitzt be­quem im Au­to und traut sei­nen Au­gen nicht, als plötz­lich ein fried­lich gra­sen­des rie­si­ges Fluss­pferd vor dem Wa­gen auf­taucht und die Wei­ter­fahrt blo­ckiert. An der Bei­fah­rer­sei­te gra­sen ge­nüss- lich zwei Ze­bras. Nach rund 40 Mi­nu­ten er­reicht man den gro­ßen Park­platz. Nun geht es zum Be­su­cher­zen­trum, we­ni­ge hun­dert Me­ter ent­fernt. Hier sind auf ei­ner In­for­ma­ti­ons­ta­fel die Zei­ten für die See­lö­wen-, Greif­vo­gel- und Pa­pa­gei­en­shows ver­merkt, die in der Sai­son zwei bis vier Mal am Tag statt­fin­den. Sie ge­hö­ren zu den ab­so­lu­ten High­lights der Mon­de Sau­va­ge.

Aus­ge­rüs­tet mit ei­nem La­ge­plan tritt man den Fuß­weg an. Dut­zen­de Wild­tier­ar­ten le­ben hier. Sel­te­ne Ex­em­pla­re wie den Amur­leo­par­den (stammt aus chi­ne­si­schen und rus­si­schen Re­gio­nen) und den schwar­zen Pan­ther, wohl ei­ne der ge­heim­nis­volls­ten Raub­kat­zen über­haupt, gilt es zu ent­de­cken.

Für die rund 20 At­trak­tio­nen und Ge­he­ge un­ter an­de­rem mit den gro­ßen Wild­kat­zen, dem Dschun­gel­dom mit Vo­gel­ge­he­ge so­wie dem nord­ame­ri­ka­ni­schen Wald mit Wöl­fen, El­chen, Bi­sons und Wasch­bä­ren zwi­schen ty­pi­schen Ti­pis soll­te man min­des­tens fünf St­un­den Zeit ein­kal­ku­lie­ren – ein gan­zer Tag ist bes­ser.

Er­staun­lich aus­ge­dehnt ist die An­la­ge der Af­fen­wel­ten. Auf der Orang-Utan-In­sel, die wie ei­ne klei­ne Fe­s­tung an­ge­legt ist, scheint al­les zu schlum­mern. Je­mand zu Hau­se? Nur mit Mü­he sind die schein­bar dau­er­re­lax­ten Men­schen­af­fen zu er­ken­nen. Zu­schau­er schei­nen sie über­haupt nicht zu in­ter­es­sie­ren, im Ge­gen­satz zu ih­ren Art­ge­nos­sen auf der Nach­bar­in­sel, den Gib­bons und Le­mu­ren. Sie ge­ben sich eben­so ath­le­tisch wie lus­tig, wenn sie über Äs­te tän­zeln und an Sei­len durch die Lüf­te sau­sen. Vor al­lem Kin­der kom­men aus dem Stau- nen kaum her­aus, wenn sie die wie toll her­um­tur­nen­den klei­nen Af­fen be­wun­dern.

Ac­tion satt gibt es auch auf der an­de­ren Sei­te der Af­fen­in­sel am äu­ßers­ten Rand des Parks. Hier ist die Greif­vo­gel­show zu­hau­se, ei­ne wei­te­re Haupt­at­trak­ti­on der Mon­de Sau­va­ge. Die See­lö­wen­show am Nach­mit­tag soll­te man des­we­gen aber nicht ver­pas­sen. Die klei­ne Are­na mit den Tri­bü­nen rund um das Bas­sin ist schon sehr gut ge­füllt, und die vie­len Kin­der sind voll freu­di­ger Er­war­tung. Die rund 30mi­nü­ti­ge Show ist ein­zig­ar­tig in Bel­gi­en. Haut­nah wohnt man den Kunst­stü­cken der Über- und Un­ter­was­ser­künst­ler bei. Neun pa­tago­ni­sche See­lö­wen sind hier die Haupt­ak­teu­re.

An­schlie­ßend bleibt noch Zeit für das Vo­gel­ge­he­ge und die Dschun­gel­kup­pel. Exo­ti- sche Vö­gel kön­nen im Ge­he­ge in der Kup­pel be­ob­ach­tet wer­den. Dort gibt es auch Rep­ti­li­en, Vo­gel­spin­nen und Am­phi­bi­en im In­ne­ren des Ma­yaTem­pels. Zwi­schen dem gro­ßen Kin­der­spiel­ge­län­de und den Ge­he­gen der Raub­tie­re lie­gen die Au­ßen­vo­lie­ren und die Tei­che mit den Was­ser­vö­geln.

Seit die­sem Jahr gibt es im Wild­tier­park neue Be­woh­ner: Die ro­ten Pan­das be­zo­gen ihr ei­ge­nes Ge­he­ge. Zu­dem hat die Um­ge­stal­tung des nord­ame­ri­ka­ni­schen Sek­tors mit sei­ner Mam­mut­baum-Al­lee die Mon­de Sau­va­ge noch weit­läu­fi­ger ge­macht. Zur Hoch­sai­son steht die Er­öff­nung des „Fra­xi­nus Aven­ture“- Ge­län­des auf dem Pro­gramm, ein Aben­teu­er­park mit ex­tra si­che­ren Klet­ter­net­zen für Kin­der.

Der Park ist für Kin­der bes­tens aus­ge­stat­tet – so mit der „Farm der Tie­re“. Hier hat ei­ne gro­ße Grup­pe von Zie­gen das Me­ckern. Es kommt im­mer mal vor, dass Zie­gen zu zweit oder dritt auf ei­nem trä­ge da­lie­gen­den Esel her­umhop­sen, der al­les in stoi­scher Ru­he über sich er­ge­hen lässt.

Auch mit dem Bim­mel­bähn­chen (Hin­ter­grund) lässt sich im Mon­de Sau­va­ge auf Sa­fa­ri ge­hen.

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