Wa­les fei­ert his­to­ri­schen Halb­fi­nal-Ein­zug

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - FUßBALL-EM 2016 - VON NILS BASTEK

Der Au­ßen­sei­ter schlägt Bel­gi­en völ­lig ver­dient 3:1. Der er­satz­ge­schwäch­te Mit­fa­vo­rit bringt er­neut sei­ne hoch­ka­rä­tig be­setz­te Of­fen­si­ve nicht rich­tig ins Spiel.

LIL­LE (dpa) EM-Neu­ling Wa­les hat mit gro­ßer Lei­den­schaft Fuß­ball­Ge­schich­te ge­schrie­ben und die hoch­ge­wet­te­ten Bel­gi­er aus al­len Ti­tel­träu­men ge­ris­sen. Die Mann­schaft um Su­per­star Ga­reth Ba­le sorg­te mit dem 3:1 (1:1) ge­gen den Mit­fa­vo­ri­ten für die nächs­te gro­ße Über­ra­schung bei der EM und zog erst­mals in ein Halb­fi­na­le bei ei­nem gro­ßen Tur­nier ein. Dort trifft die Mann­schaft von Chris Co­le­man am Mitt­woch in Lyon auf Por­tu­gal.

Ka­pi­tän Ash­ley Wil­li­ams, Hal Rob­son-Ka­nu und Sam Vo­kes mach­ten im Sta­de Pier­re Mau­roy mit ih­ren Tref­fern die Über­ra­schung per­fekt, nach­dem Rad­ja Na­ing­go­lan die Bel­gi­er in Füh­rung ge­bracht hat­te. Da­mit setz­te es für die Mann­schaft um Bel­gi­ens Su­per­star Eden Ha­zard bei ih­rem „Heim­spiel“in Lil­le ei­ne rie­sen­gro­ße Ent­täu­schung. Rund 150.000 Lands­leu­te wa­ren über die Gren­ze nach Lil­le ge­fah­ren und hat­ten tags­über für ei­ne gro­ße Par­ty ge­sorgt.

„Wenn man im Vier­tel­fi­na­le steht, dann will man auch das Ma­xi­mum er­rei­chen“, hat­te Bel­gi­ens Na­tio­nal­trai­ner Marc Wil­mots an­ge­kün­digt. Sei­ne hoch­be­gab­ten Spie­ler ver­such­ten gleich, die Wor­te des Trai­ners in Ta­ten um­zu­set­zen. Un­ter- stützt von den vie­len bel­gi­schen Fans schal­te­ten die „Ro­de Dui­vels“oh­ne gro­ßes Ab­tas­ten gleich auf Of­fen­si­ve und hat­ten schon in der sieb­ten Mi­nu­te die gro­ße Chan­ce zur Füh­rung.

Die Wa­li­ser wa­ren in der An­fangs­pha­se völ­lig über­for­dert mit dem ho­hen Tem­po der Bel­gi­er. So fiel fast schon fol­ge­rich­tig das Füh­rungs­tor des Welt­rang­lis­ten­zwei­ten. Und es war wie schon beim 1:0 ge­gen Schwe­den der Mit­tel­feld­spie­ler Na­ing­go­lan, der mit ei­nem 25-Me­ter-Schuss traf. Das Ge­gen­tor war aber of­fen­sicht­lich der Weck­ruf für die Mann­schaft von Co­le­man. Plötz­lich wa­ren es die Wa­li­ser, die das Spiel an sich ris­sen und von Mi­nu­te zu Mi­nu­te si­che­rer wur­den. Es ent­wi­ckel­te sich ei­ne hoch­klas­si­ge Par­tie mit viel Tem­po und zahl­rei­chen Tor­raum­sze­nen.

Ei­ne un­ge­wöhn­li­che Va­ri­an­te beim Eck­ball brach­te dem Au­ßen­sei­ter den Er­folg. Vier Wa­li­ser Spie­ler ver­sam­mel­ten sich zu ei­nem Pulk, ehe sie blitz­schnell aus­schwärm­ten. Die Bel­gi­er wa­ren der­art ver­wirrt, dass sie Wil­li­ams nicht im Blick hat­te, so dass der Ka­pi­tän nur noch ein­köp­fen brauch­te. Dann ließ Rob­son-Ka­nu nach Vor­la­ge von Ram­sey mit ei­nem tol­len Trick gleich zwei Bel­gi­er aus­stei­gen und an­schlie­ßend auch Cour­tois kei­ne Chan­ce. Die Bel­gi­er ant­wor­te­ten in der Schluss­pha­se mit wü­ten­den An­grif­fen, doch Vo­kes mach­te schließ­lich den K.o. per­fekt.

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