Den EM-Stars droht die kör­per­li­che Über­las­tung

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - FUßBALL-EM 2016 - VON JAN MIES

PA­RIS (sid) Bloß kei­ne Ver­län­ge­rung! In der hei­ßen Pha­se der Fuß­ball-Eu­ro­pa­meis­ter­schaft zählt für die Na­tio­nal­spie­ler je­de Mi­nu­te, die sie nicht auf dem Ra­sen ver­brin­gen. „Bei den ho­hen Be­las­tun­gen in­ner­halb der Spie­le wird die mus­ku­lä­re Be­las­tung grenz­wer­tig, und das Ver­let­zungs­ri­si­ko steigt“, sagt Wil­helm Bloch von der Deut­schen Sport­hoch­schu­le in Köln. Be­son­ders für die Stars, die et­li­che Spie­le in den Kno­chen ha­ben.

Mats Hum­mels ab­sol­vier­te für Bo­rus­sia Dort­mund und die Aus­wahl des Deut­schen Fuß­bal­lBun­des seit Sep­tem­ber 2015 bis zum heu­ti­gen Vier­tel­fi­na­le ge­gen Ita­li­en 60 Spie­le. Tho­mas Mül­ler kommt auf 49 mit den Bay­ern und zwölf für die Na­tio­nal­elf, To­ni Kroos stand für Cham­pi­ons-Le­agueSie­ger Re­al Ma­drid 44 Mal auf dem Platz (elf Län­der­spie­le).

„Noch ein Spiel mehr könn­te das Fass zum Über­lau­fen brin­gen“, sagt Theo­do­re Theo­do­ri­dis, In­te­rims­ge­ne­ral­se­kre­tär der Ue­fa, der mit sei­nem Team die schwie­ri­ge Auf­ga­be hat, den Spiel­ka­len­der zu ent­wi­ckeln. Bes­se­rung ist nicht in Sicht. Die ho­he Be­las­tung wird seit Jah­ren be­klagt, den­noch steigt die An­zahl der Spie­le ste­tig – vor al­lem in den in­ter­na­tio­na­len Wett­be­wer­ben bringt mehr Fuß­ball im Fern­se­hen mehr Geld. Durch die Auf­sto­ckung auf 24 Teams steht auch bei der EM ein Ach­tel­fi­na­le auf dem Plan. Aber wäh­rend des Tur­niers müs­se „man auch mal die See­le bau­meln las­sen“, sagt Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw. „Wenn man über ein Tur­nier hin­weg nur An­span­nung hat, dann hat man kei­ne Chan­ce.“

Durch den Spiel­plan, der dem Löw-Team sechs und den Ita­lie­nern fünf freie Ta­ge ga­ran­tier­te, kommt auf ei­nen der Fi­na­lis­ten auf dem Pa­pier ein Wett­be­werbs­nach­teil zu. Das mög­li­che deut­sche Spiel ge­gen Frank­reich oder Is­land fin­det am Don­ners­tag statt, das zwei­te Halb­fi­na­le steigt schon am Mitt­woch, so­dass der Sie­ger bis zum Fi­na­le am Sonn­tag ei­nen Tag mehr Pause hat.

„Bei an­ge­mes­se­nen Re­ge­ne­ra­ti­ons­maß­nah­men dürf­te dies we­nig aus­ma­chen“, sagt Bloch. „Die Spie­ler sind in der La­ge, in zwei Ta­gen zu re­ge­ne­rie­ren. Schwie­rig kann es wer­den, wenn es zu Ver­län­ge­run­gen kommt, dann ist die mus­ku­lä­re Be­las­tung deut­lich hö­her.“

„Noch ein Spiel mehr könn­te das Fass zum Über­lau­fen

brin­gen“

Theo­do­re Theo­do­ri­dis

Ue­fa-Ge­ne­ral­se­kre­tär

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